Kinderreha: Fragen und Antworten

(Olesia Bilkei / Fotolia.com)

Bis zum Jahr 2020 sollen 343 Betten für die stationäre Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation zur Verfügung stehen. Eine Bestandsaufnahme.

Warum Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation?
Schwere Erkrankungen oder Unfälle bei Kindern und Jugendlichen stellen eine extreme Belastung für die Betroffenen und ihre Familien dar. Die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich jedoch aufgrund ihrer spezifischen Anforderungen grundsätzlich von der Rehabilitation von Erwachsenen: Tagesablauf, Bildungs- und Freizeitangebot, sowie eine passende räumliche Gestaltung und die Begleitung durch eine nahestehende Person zeichnen Reha-Zentren für junge Patienten aus.

+++ Mehr zum Thema: Was ist Kinderreha? +++

 

Was bedeutet "familienorientierte Rehabilitation"?
Bei einigen Indikationen – etwa bei hämatoonkologischen Erkrankungen – kommt dem begleitenden Einbeziehen der Angehörigen große Bedeutung zu. Bei der familienorientierten Rehabilitation handelt es sich daher um eine Rehabilitation des erkrankten Kindes gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern.

 

Warum ist familienorientiere Rehabilitation wichtig?
Die Familie leidet häufig aufgrund der schweren bzw. akut lebensbedrohlichen Erkrankung eines Kindes an psychischen, psychiatrischen und psychosomatischen Störungen. Eine familienorientierte Rehabilitation wirkt familienstabilisierend und ermöglicht es, die betroffenen Kinder in ein Bildungswesen zu integrieren und in weiterer Folge einer Berufsausbildung zuzuführen. (BMFG, 2011)

 

Welche Rehabilitationsbereiche sind für die Kinder- und Jugendreha in Österreich geplant?
Mobilisierende Rehabilitation (Bewegungs- und Stützapparat, Rheumatologie, sowie Rehabilitation nach kinderchirurgischen Eingriffen), Stoffwechselerkrankungen und Verdauungssystem, Onkologie (familienorientierte Nachsorge nach Krebserkrankungen), Pulmologie, Neurologie, Psychosoziale Rehabilitation, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Stand 2017: Was sind die nächsten Schritte?
Der Rehabilitationsplan 2012 enthielt erstmals Sollvorgaben hinsichtlich der Kapazitäten für stationäre Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen. Diesem Plan folgend wurde Österreich in vier unterschiedliche Versorgungszonen unterteilt und der Bedarf nach Regionen und Indikationsgruppen festgesetzt. Bis zum Jahr 2020  ist ein österreichweiter Ausbau auf 343 Betten geplant.

 

Welche Kinder haben Anspruch auf Kinder- und Jugendreha?
Die stationäre Rehabilitation soll allen Kindern offen stehen, unabhängig davon, ob die Rehabilitation im Anschluss an eine Krankenbehandlung oder wegen einer angeborenen Behinderung bzw. wegen genetischer Defekte oder Entwicklungsstörungen erforderlich ist. Die Kriterien für die Bewilligung wurden österreichweit vereinheitlicht.

 

Wo kann ich einen Antrag auf Kinderreha stellen?
Anträge auf Kinder- und Jugendlichenrehabilitation werden bei allen Dienststellen der Sozialversicherungen entgegen genommen.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Katrin Derler, BA

Aktualisiert am:
Quellen

Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen: https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Kinder_und_Jugendgesundheit/Kinder_und_Jugendgesundheitsstrategie (Zugriff: 24.07.2017)

Vortrag Prim.Univ.-Prof.Dr. Wolfgang Sperl, Vernetzungstreffen Kinder- und Jugendlichenrehabilitation, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (Zugriff: 24.07.2017)

Broschüre Kinder Gesundheitsstrategie, BMGF, 2011

Rehabilitation für  Kinder und Jugendliche. In: Österreichische Monatsschrift Kinderheilkunde, Springer-Verlag 2011

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