"Information erhöht Heilungschancen"

Onkologische Rehabilitation als Chance
Onkologische Rehabilitation (VAMED)

Prim Dr. Hassler erklärt im Interview, warum aktive Aufklärung so wichtig für die onkologische Rehabilitation ist.

Wo sehen Sie in Österreich noch Nachholbedarf in der onkologischen Rehabilitation?

Prim. Dr. med. Marco Hassler: Gerade die dritte Säule der Rehabilitation, die Information, muss viel früher ansetzen. Schon in den Krankenhäusern zeigt sich, dass vor allem Menschen mit höherer Bildung die psychologische Hilfe verstärkt in Anspruch nehmen. Besser gebildete Patienten suchen aktiv nach Hilfe und Informationen. Sie erfahren daher auch häufiger von der Möglichkeit der onkologischen Rehabilitation und fragen ihre Ärzte aktiv danach.

Die Information über Rehabilitation muss aber schon viel früher ansetzen, nämlich bei den Krankenhäusern, den Ärzten und in den Medien, damit alle Patienten, die eine Rehabilitation benötigen, in diesen Prozess eingebunden werden.

Wie sollte es nach einer onkologischen Rehabilitation weitergehen?

Wichtig ist, dass unsere Interventionen kein Tropfen auf den heißen Stein sind. Wir können erste Schritte setzen, die Patienten müssen aber auch zuhause weiter dran bleiben und Verhaltensweisen in ihr Leben integrieren.

Wie könnte da eine weiterführende Begleitung aussehen?

Am Beispiel Bewegung sehen wir, dass es in Österreich noch Nachholbedarf an ambulanter Nachsorge gibt. Viele Menschen haben ein Problem damit, körperliches Training in ihr Alltagsleben zu integrieren. In Deutschland gibt es z.B. organisierte Lauftreffs und "Krebssportgruppen" für onkologische Patienten, die sich in diesem Rahmen gegenseitig motivieren und unterstützen. Auch Angebote zur ambulanten Physiotherapie machen für Krebspatienten Sinn.

Prim. Dr. med. Marco Hassler ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie und Psychotherapeut. Er ist Mitglied im Team um Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie am Allgemeinen Krankenhaus und der Medizinischen Universität Wien. Zudem steht er als ärztlicher Leiter der onkologischen Rehaklinik "Der Sonnberghof" vor.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Aktualisiert am:

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