Infektionskrankheiten: Diagnose & Behandlung

Vor jeder Behandlung wird festgestellt, welcher Erreger die Infektion verursacht hat. (Savushkin / iStockphoto)

Infektionskrankheiten werden je nach Krankheitserreger mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt.

Eine genaue Diagnose ist das Um und Auf, um die infektionsauslösenden Erreger bekämpfen zu können.

Wie werden Infektionskrankheiten diagnostiziert?

Vor Beginn der Behandlung wird festgestellt, welcher Erreger die Infektion verursacht hat. Dabei ist es wichtig, den Erreger zu identifizieren und seine Eigenschaften zu kennen. Bakterien und auch Pilze lassen sich außerdem mithilfe einer Blutuntersuchung oder unter einem Lichtmikroskop bestimmen. Bei Viren ist dazu das Anlegen einer Zellkultur bzw. ein Elektronenmikroskop notwendig. Blutuntersuchungen wie die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion im Labor sind eine weitere molekularbiologische Methode, um die Erbinformation des Erregers nachzuweisen. Auch immunologische Laboruntersuchungen, mit denen man Antikörper im Blut nachweist, können zur Diagnose eines Erregers herangezogen werden.

+++ Mehr zum Thema: Blutuntersuchung +++

Wie werden Infektionskrankheiten behandelt?

Die richtige Behandlung von Infektionskrankheiten richtet sich grundsätzlich nach der Diagnose. Je nach Krankheitsbild und Erreger kommen bei bakteriellen Infektionserkrankungen Antibiotika oder bei Viruserkrankungen Virostatika zum Einsatz. In lebensbedrohlichen Situationen (z.B. bei einer Sepsis) ist meist nicht ausreichend Zeit, um den genauen, krankheitsauslösenden Erreger zu diagnostizieren. Daher wird hier häufig sofort mit einer Antibiotikabehandlung oder Antimykotikatherapie (bei Pilzen) begonnen.

+++ Mehr zum Thema: Antibiotika +++

In manchen Fällen ist es notwendig, Patienten mit hochansteckenden Erregern in speziellen Isolierstationen zu versorgen, um das Infektionsrisiko zu verringern. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, infizierte Patienten in herkömmlichen Krankenzimmern zu isolieren. Wichtig dabei ist jedoch, dass sich in diesem Fall die Besucher des Erkrankten an die entsprechenden Hygienerichtlinien (z.B. Händedesinfektion) halten, um weder sich noch andere Patienten zu gefährden.

Schwere Infektionen müssen gelegentlich auch chirurgisch behandelt werden. Bei manchen Viren (z.B. Hepatitis A und B, Influenza, FSME) ist es außerdem sinnvoll, sich gegen den Erreger impfen zu lassen.

Wie kann man sich selbst vor Infektionskrankheiten schützen?

Um sich und andere zu schützen ist es wichtig zu wissen, wie Krankheitserreger übertragen werden und wie sie in den Körper eindringen. Grundsätzlich sollte auf eine ausreichende Hygiene und einen gesunden Lebensstil geachtet werden. Dazu sollten Sie folgende Schutzmaßnahmen beachten:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, vor allem nach dem Toilettengang, vor und nach dem Essen, nach der Zubereitung von Speisen, bei Kontakt mit infizierten Gegenständen, Wunden oder Personen und nach dem Nasesäubern.
  • Reinigen Sie regelmäßig Ihre Sanitäranlagen und Ihre Küche.
  • Halten Sie Ihre Hände möglichst von Ihrem Gesicht fern, da eventuelle Erreger auf den Händen, die z.B. durch Händeschütteln übertragen werden, bei Kontakt mit den Augen, der Nase oder dem Mund schnell in den Körper gelangen.
  • Ziehen Sie Ihre Schuhe vor dem Betreten Ihres Wohnraums aus. So verhindern Sie, dass sich die Erreger in Ihrer Wohnung ausbreiten.
  • Um die Zahl an Viren in geschlossenen Räumen zu verringern, sollten Sie regelmäßig lüften.
  • Versuchen Sie, in Erkältungsperioden Orte zu meiden, an denen sich viele Menschen aufhalten (z.B. U-Bahn).
  • Verwenden Sie bei sexuellem Kontakt Kondome.
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um Ihre Schleimhäute feucht zu halten. Damit verringern Sie das Risiko, dass Krankheitserreger über Ihre Schleimhäute (z.B. Nase, Mund oder Augen) in Ihren Körper gelangen.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem, indem Sie regelmäßig Sport treiben und sich ausgewogen ernähren.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. med. Florian Thalhammer
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

 
Suttorp et al. (2003): Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln. Thieme Verlag, Stuttgart.

Suerbaum et al. (2012): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer Verlag, Berlin Heidelberg.

Bauernfeind & Shah (1990): Lexikon der Mikrobiologie und der Infektiologie. Schattauer Verlag, Stuttgart.

PROHYG 2.0 (2011): Organisation und Strategie der Krankenhaushygiene. 2. Auflage, Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Wien. (abrufbar unter: https://www.bmgf.gv.at/home/Service/Broschueren)

S2k -Leitlinie 055/006: Therapie und Prophylaxe opportunistischer Infektionen bei erwachsenen HIV-infizierten Patienten (Stand: 01/2015, gültig bis 12/2018)
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/055-006l_S2k_Therapie_Prophylaxe_opportunistische_Infektionen_HIV_infizierten_erwachsene_Patienten_2015-01_verlaengert.pdf (online, zuletzt: 31.08.2017)

Widmer & Tietz (2005): Praktische Hygiene in der Arztpraxis, Schweiz Med Forum;5:660–666. https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/smf.2005.05581/2005-25-322.pdf/ (Online, letzter Zugriff: 25.09.2017)

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