Homöopathische Mittel

Homöopathische Medikamente
verschiedene homöopathische Arzneien (Alexander Raths )

Homöopathische Mittel werden erst im Anschluss an ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, eine klinische Untersuchung des Patienten und eine diagnostische Abklärung der Erkrankung ausgewählt und verordnet.

Kurzfassung:

  •  Homöopathische Mittel sind durch die lateinische Bezeichnung des Ausgangsstoffes (z.B. Arnica, Belladonna) sowie durch die hergestellte Verdünnung (z.B. D6, C12) gekennzeichnet.
  • Meist erfolgt ihre Anwendung durch die Einnahme von Globuli.
  • Die Verabreichung kann aber auch in Form von Tropfen, Tabletten, Verreibungen oder Salben erfolgen.
  • Homöopathische Mittel werden in unterschiedlichen Stärken (Potenzen) verabreicht.

Nachdem der Homöopath im Anamnese-Gespräch alle relevanten Daten erhoben hat, wird er den Fall individuell analysieren und auf Grundlage der vorliegenden Symptome nach dem geeigneten Mittel suchen. Hierzu greifen Homöopathen auf Symptomen-Lexika und Arzneimittellehren zurück, in denen Beschwerden und zugehörige Substanzen aufgelistet sind. 

Wie werden homöopathische Mittel entwickelt?

Seit der Begründung der Homöopathie im ausgehenden 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Ausgangsstoffe untersucht und beschrieben: Pflanzen, Mineralien, Metalle, Tierprodukte und Krankheitserreger. Auch heute noch werden von Homöopathen Substanzen untersucht, um das zur Verfügung stehende Repertoire auszuweiten und das Wissen über die vorhandenen Mittel zu optimieren.

Im Rahmen solcher Prüfungen erhält eine Gruppe von gesunden Versuchspersonen über einen festgelegten Zeitraum Substanzen verabreicht und notiert in diesem Beobachtungszeitraum - Tag für Tag und möglichst exakt - alle auftretenden Veränderungen und Beschwerden. Gleichzeitig werden die Teilnehmer schulmedizinisch begleitet. Jedes geprüfte Mittel wird charakterisiert.

+++ Mehr zum Thema: Anwendungsbereiche der Homöopathie +++

Wie werden homöopathische Mittel verabreicht?

Nach der Auswahl des für den individuellen Krankheitsfall geeigneten Mittels durch den Arzt wird in einem weiteren Schritt festgelegt, in welcher Form, in welcher Potenz und in welchem Intervall das Präparat zur Anwendung kommen soll.

Homöopathische Mittel sind durch die lateinische Bezeichnung des Ausgangsstoffes (z.B. Arnica, Belladonna) sowie durch die hergestellte Verdünnung (z.B. D6, C12) gekennzeichnet. Meist erfolgt ihre Anwendung durch die Einnahme von Globuli. Diese kleinen Kügelchen bestehen aus Rohrzucker und sind mit einem homöopathischen Mittel getränkt. Die Verabreichung kann aber auch in Form von Tropfen, Tabletten, Verreibungen oder Salben erfolgen.

Homöopathische Mittel werden in unterschiedlichen Stärken (Potenzen) verabreicht: Es gibt verschiedene C-Potenzen, D-Potenzen, LM-Potenzen und Q-Potenzen, die jeweils einen unterschiedlichen Verdünnungsgrad in Bezug auf die Ausgangs- oder Ursubstanz angeben.

+++ Mehr zum Thema: Potenzierung +++

Worauf sollte geachtet werden?

Die Therapie mit homöopathischen Mitteln muss vom Arzt genau beobachtet und beurteilt werden, bevor die Verabreichung wiederholt oder das betreffende Mittel durch ein anderes ersetzt wird. In manchen Fällen müssen die bei der Erstanamnese gewonnenen Erkenntnisse überprüft werden. Bei einer Veränderung der Symptomatik oder bei ausbleibendem Erfolg der vorgeschlagenen Therapie ist eine sogenannte Folgeanamnese erforderlich. Aber auch bei gutem Behandlungsverlauf und einer Besserung der Symptome sollte der Homöopath in regelmäßigen Abständen konsultiert werden.

+++ Mehr zum Thema Homöopathie +++

Hinweis: Studien zur Homöopathie kommen derzeit – wie in vielen Bereichen der Medizin – zu unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Ergebnissen. Ihre konkrete Wirkungsweise ist weiterhin zentraler Bestandteil intensiver Forschung. 

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Ilse Fleck-Vaclavik
Redaktionelle Bearbeitung:
Thomas Auinger

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Theil 1–6. Leipzig 1811–1821 http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Hahnemann,+Samuel/Reine+Arzneimittellehre (Zuletzt aufgerufen: 28.03.2019)

Hahnemann, Samuel: Organon der Heilkunst, Neufassung der 6. Auflage mit Systematik und Glossar, Josef M. Schmidt, München 2006.

Genneper, Thomas/Wegener, Andreas: Lehrbuch Homöopathie, Stuttgart, 3. Auflage 2011

National Health and Medical Research Council. 2015. NHMRC Information Paper: Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions. Canberra: National Health and Medical Research Council; 2015 

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