Gynäkomastie-Operation (Männerbrust)

Männerbrust Operation
Ziel der Operation ist, das Gewebe so weit zu reduzieren, dass eine für den männlichen Körperbau normale Brustform entsteht. (glisic_albina / Fotolia)

Ziel einer Gynäkomastie-Operation ist es, das Gewebe so weit zu reduzieren, dass eine für den männlichen Körperbau normale Brustform entsteht.

Unter einer Gynäkomastie versteht man eine  gutartige, ein – oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse. Durch die Vermehrung von Brustdüsengewebe und/oder Fettgewebe kann die männliche Brust übermäßig ausgeprägt sein und weibliche Formen annehmen. Ziel der Operation ist es, das Gewebe so weit zu reduzieren, dass eine für den männlichen Körperbau normale Brustform entsteht.

Durchführung der Gynäkomastie-Operation

Die Korrektur der Gynäkomastie kann stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt werden und erfolgt in Allgemeinnarkose, Lokalanästhesie bzw. Tumeszenzanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf.

Männerbrust Operation
(Schwarzl Klinik)

Die Auswahl der Operationsmethode ergibt sich aus der anatomischen Situation und den bestehenden Veränderungen an der Brust.

Subcutane Mastektomie mit oder ohne Fettabsaugung (Liposuction)

Durch einen operativen Zugang an der Grenze zwischen Warzenvorhof und normaler Haut wird das überschüssige Brustdrüsengewebe entfernt. Bei einer sehr stark ausgeprägten Gynäkomastie muss der Hautschnitt  am Warzenvorhof horizontal nach außen und innen erweitert werden.

Weiters wird durch eine Absaugung der Randbereiche der Brust und/oder direkte Entfernung von Fettgewebe ein regelmäßiger Übergang zur Operationshöhle geschaffen. Um Wundsekret abzuleiten, wird für einige Tage ein Wunddrain eingelegt.

Fettabsaugung (Liposuktion) der Brust

Besteht die vergrößerte Brust nur aus einer Fettgewebsvermehrung ohne Vermehrung von Brustdrüsengewebe, kann mittels Fettabsaugung eine entsprechende Umformung in eine männliche Brust erfolgen. Über kleine Hautschnitte wird zuerst ein lokales Betäubungsmittel kombiniert mit einem gefäßverengenden Medikament (Tumeszenzlösung) gleichmäßig im Fettgewebe verteilt. Anschließend wird das Fettgewebe mit einer Absaugkanüle abgesaugt.

Durch die Fettabsaugung kann ein großer Teil der Fettschicht reduziert werden, ein individueller Rest an Fettzellen muss bleiben, um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden. Bindegewebe, Nerven und Blutgefäße werden in der Regel durch den Absaugvorgang nicht zerstört.

Subcutane Mastektomie mit Straffung der Brust​

Bei zusätzlich bestehendem Hautüberschuss kann gleichzeitig eine Straffungsoperation, bei der die Brustwarze angehoben wird, notwendig werden. Um Wundsekret abzuleiten, wird für einige Tage ein Wunddrain eingelegt.

Schönheit ist längst nicht mehr Domäne des "schönen Geschlechts". Immer mehr Männer zeigen Interesse für ästhetische Chirurgie.

Wundverschluss

Der operative Zugang wird durch feine Nähte verschlossen. Um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden, können die Wunden zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt werden. Bis zur Nahtentfernung werden die Wunden mit sterilen Verbänden bedeckt. Fixiert werden diese durch Kompressions-Kleidung.

++ Mehr zum Thema: Vor- und Nachsorge einer Gynäkomastie-Operation ++

Risiken nach einer Gynäkomastie-Operation

  • Unregelmäßigkeiten der Oberfläche
  • Gefühlsminderungen der Brusthaut und der Brustwarze
  • Durchblutungsstörungen der Brustwarze
  • Ansammlungen von Wundsekret (Serombildungen)
  • Narben

Gibt es Alternativen?

Für die Gynäkomastie-Operation gibt es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

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Autoren:
Prim. Dr. Johann Umschaden, Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Astrid Leitner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Schwarzl-Klinik, Patienteninformation von Prim. Dr. Johann Umschaden und Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, 2016

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