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Behandlung von Fieberblasen

Fieberblase Behandlung Herpes
Salben oder Cremes helfen bei Fieberblasen. Achten Sie auch auf ausreichend Hygiene. (Lydie / Fotolia.com)

Bei der Behandlung von Fieberblasen geht es in erster Linie um die Bekämpfung der Symptome. Eine Therapie, mit der sich das Virus aus dem Körper eliminieren lässt, existiert bisher nicht.

Kurzfassung:

  • Fieberblasen sind mit Virostatika gut behandelbar. 
  • Besser noch ist die Vorbeugung von Infektionen durch Stärken des Immunsystems, u.a. durch ausgewogenen Ernährung, Vermeiden von Stress und ausreichend Bewegung.

Bei der Behandlung von Fieberblasen geht es in erster Linie um die Bekämpfung der Symptome. Eine Therapie, mit der sich das Virus aus dem Körper eliminieren lässt, existiert bisher nicht.

Die Behandlung sollte unbedingt beim ersten Anzeichen von „Parästhesie“ (Kribbelgefühl) und Bläschenbildung erfolgen, um Dauer und auch Schweregrad der Ausdehnung so gering wie möglich zu halten!

+++ Mehr zum Thema: Fieberblasen +++

Virustatika

Virustatika sind Medikamente, die die Vermehrung der Viren hemmen. Sie sind jedoch nicht in der Lage, das Virus aus dem Körper zu eliminieren.

Goldstandard ist die Einnahme von Virustatika über 5-7 Tage (also Tabletten oder Kapseln), zudem ist es sinnvoll, äußerlich eine Creme aufzutragen, die bakterielle Superinfektionen abhält, da Wunden generell eine erhöhte Infektionsgefahr mit Bakterien oder Pilzen darstellen.

Salben oder Cremes

Salben oder Cremes, die antivirale Substanzen wie Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir enthalten, sind das Mittel der Wahl. Um der Ausbreitung auf andere Bereiche des Körpers vorzubeugen, sollten sie immer mit einem Wattestäbchen auf die Lippe aufgetragen werden. Die Anwendung kann bis zu fünf Mal täglich über einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen erfolgen.

Ein weiteres Virustatikum zur lokalen Behandlung von Fieberblasen ist Docosanol. Bei entsprechend früher Anwendung kann der Wirkstoff ein Übergreifen der Herpesviren auf noch gesunde Zellen verhindern. Auch der Wirkstoff Penciclovir wird erfolgreich eingesetzt.

Antivirale Medikamente sind umso effektiver, je früher sie angewendet werden. Idealerweise sollte daher gleich bei den ersten Anzeichen wie Kribbeln mit der Behandlung begonnen werden.

Tabletten

In Tablettenform eingenommen, ist die Wirkung antiviraler Medikamente stärker, aber nicht immer zufriedenstellend. Nimmt man orale Virustatika gleich bei den allerersten Anzeichen für eine Fieberblase – also dem bekannten Prickeln oder Ziehen auf der Lippe – ein, können die Bläschen dadurch ein paar Tage früher abheilen. In seltenen Fällen verursachen sie aber auch Nebenwirkungen wie Durchfall oder Kopfschmerzen.

Wenn man sehr häufig von Fieberblasen betroffen ist, kann eine langfristige Einnahme von Virustatika in Erwägung gezogen werden. Zu beachten ist, dass man während der Einnahme trotzdem Viren ausscheidet und somit andere anstecken kann.

Präparate mit Melissenextrakt, Zinksulfat und Zink-Heparin-Kombinationen

Präparate mit Melissenextrakt haben antivirale Eigenschaften: Sie schützen die Zellen vor dem Eindringen. Aufgrund dieses Wirkmechanismus ist die Anwendung nur zu Beginn der Erkrankung sinnvoll. Rechtzeitig angewendet lindern sie die Symptome und verkürzen die Krankheitsdauer. Zink trocknet die Bläschen aus und fördert damit die Wundheilung.

Lippenpflaster

Lippenpflaster auf Hydrokolloidbasis dämmen die äußerliche Verbreitung der Herpesviren ein und fördern den Heilungsprozess nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Die Krankheitsdauer kann damit jedoch nicht reduziert werden.

Lasertherapie

Hier gibt es bisweilen keine eindeutigen Studienergebnisse, eine Behandlung, die die Entzündung eindämmt (IPL-Lasertherspie) kann allerdings zu rascherem Abheilen der Symptome führen.

Was sollte man selbst bei Lippenherpes beachten?

  • Salben und Cremes nur mit Wattestäbchen berühren
  • Regelmäßig Hände waschen
  • Geschirr und Handtücher nicht mit anderen Personen gemeinsam nutzen
  • Beim Oralverkehr Kondome oder Dental Dams verwenden

Wie kann man Fieberblasen vorbeugen?

Der Umstand, dass viele Virusträger nie an Fieberblasen erkranken, ist auf ein starkes Immunsystem zurückzuführen.

Zur Vorbeugung ist daher alles anzuraten, was das Immunsystem stärkt:

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Autoren:
,
Medizinisches Review:
ÖA Dr. med. Barbara Franz
Redaktionelle Bearbeitung:
, , ,

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Phytomedicine; 2008 Sep;15(9):734-40. doi: 10.1016/j.phymed.2008.04.018
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18693101/ (letzter Zugriff am 09.06.2020)

Deutsche Apothekerzeitung, Finger weg vom Herpes, Stand 2016, https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/08/16/finger-weg-vom-herpes (letzter Zugriff am 09.06.2020)

Breier & Gruber: Fieberblasen, Herpes & Co. 1. Auflage, Verlagshaus der Ärzte, Wien 2012
Mims et al.: Medizinische Mikrobiologie / Infektiologie. Elsevier, München 2006

Suerbaum et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 7. Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2012

E. Mayatepek: Pädiatrie. Elsevier-Verlag.
Clinical Evidence
http://clinicalevidence.bmj.com

De Carvalho RR: Effect of laser phototherapy on recurring herpes labialis prevention: an in vivo study. Lasers Med Sci. 2010 May;25(3):397-402. Epub 2009 Aug 11
Altmeyer et al.: Bildlexikon der Dermatologie. 2. Auflage, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2012

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