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Behandlung von Verbrennungen

  • Verbrennung auf der Haut behandeln Creme

    Verbrennungen ersten Grades können mit Cremes behandelt werden. (Africa Studio, Fotolia.com)

  • Verbrennung auf der Hand Haut

    Einer Verbrennung auf der Haut (Africa Studio, Fotolia.com)

  • Brandblase auf der Hand Haut

    Eine Brandblase (littleny)


Die Behandlung von Verbrennungen hängt vom Grad der Verletzung ab. Bei geringem Ausmaß reicht oft eine Kühlung oder feuchte Umschläge.

Kurzfassung:

  • Verbrennungen ersten Grades können mit Cremes und Lotionen behandelt werden.
  • Bei Verbrennungen zweiten Grades kommt es zu Brandblasen, die mit Verbänden und unter Umständen dem Öffnen der Blasen behandelt werden.
  • Tiefe Verbrennungen hingegen erfordern meist einen Spitalsaufenthalt. Neben den bereits genannten Behandlungen werden hier auch Antibiotika gegen Wundinfektionen eingesetzt. Außerdem werden bei tiefen Verbrennungen operativ Eigenhauttransplantationen durchgeführt.

Wie behandeln bei Verbrennungen Grades?

Bei Verbrennungen I. Grades ist zunächst eine Kühlung mit Gelen, Lotionen oder auch feuchten Umschlägen ausreichend. Später kann eine Hautpflege mit fetthaltigen Salben, rückfettenden Lotionen oder Cremen durchgeführt werden. Die Kühlung schafft Linderung von Schmerzen und – falls vorhanden – von Juckreiz.

++ Mehr zum Thema: Verbrennungsgrade ++

Wie behandeln bei Verbrennungen zweiten Grades?

Bei Verbrennungen II. Grades sollten kleine Blasen nach Möglichkeit unberührt bleiben und mit einer Mullkompresse trocken abgedeckt werden. Falls der Verdacht auf eine infizierte Blase besteht sowie bei Gefahr einer ungewollten Schädigung prall gefüllter, störender Blasen, wie sie in der Nähe von Gelenken vorliegen können, kann ein Öffnen der Brandblase sinnvoll sein.

Wie können Brandblasen richtig geöffnet?

Die Eröffnung der Blase sollte in jedem Fall unter sterilen Bedingungen erfolgen. Kleine Verbrennungen können in weiterer Folge mit einem Salbenverband versorgt werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Wunde nicht mit der Wundauflage verklebt. Bei offenen Blasen ist die Wunde zunächst mit kühlem Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung gut zu reinigen.

Anschließend wird die Wunde mit einem Wundantiseptikum desinfiziert. Bei größeren Brandwunden kann ein Verband mit antimikrobieller Prophylaxe angelegt werden. Auch steriler Wundhonig ist für die antimikrobielle Wundversorgung geeignet und kann zur Heilungsförderung von Verbrennungen beitragen.

Wie oft sollte ein Verband gewechselt werden?

Im Normalfall erfolgt der Verbandwechsel zunächst in kürzeren Intervallen von 12–48 Stunden, um die lokale Keimreduktion zu sichern und den Verbrennungsgrad immer wieder erneut zu begutachten. Nach einigen Tagen kann das Kontrollintervall je nach dem klinischen Bild der Wunde verlängert werden.

Durch die Entwicklung neuer synthetischer und halbbiologischer Hautersatzmaterialien wird eine alternative Wundversorgung für Verbrennungen II. Grades erreicht. Die Vorteile liegen in der schnelleren Wundheilung, einer zum Teil niedrigeren Infektionsrate, einem schmerzlindernden Effekt sowie dem Wegfall von häufigem Verbandwechsel.

Wie verläuft die Heilungsverlauf

Da sie zum Teil bis zur Epithelisierung, also zur vollständigen Wiederherstellung der normalen Haut, auf der Wunde verbleiben (7–14 Tage) bzw. voll resorbiert werden, ist eine frühe ambulante Behandlung möglich. Diese Materialien sind daher auch besonders geeignet für Kinder und Patienten, die aus psychischen oder neurologischen Gründen schlecht geführt werden können.

Innerhalb von zwei Wochen ist mit einem weitgehenden narbenfreien Abheilen von Verbrennungen des Grades IIa zu rechnen. Falls nach diesem Zeitraum keine Heilung eintritt, ist dies ein möglicher Hinweis auf eine tiefer liegende Verbrennung, die operativ versorgt werden muss.

Wie werden tiefe Verbrennungen behandelt?

Tiefe Verbrennungen, wie sie beim Grad IIb vorliegen, erfordern meist einen Spitalsaufenthalt. Je nach klinischem Schweregrad werden die Wunden konservativ mit antimikrobiellen (gegen Keime gerichteten) Salben und klassischem Verband oder chirurgisch mit Hautersatz versorgt.

Verbrennungswunden stellen ein extrem hohes Risiko für Wundinfektionen dar. Nach etwa einer Woche ist jede größere offene Brandwunde als infiziert anzusehen. Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa, Proteus, Klebsiella, Candida albicans und Clostridien zählen zu den häufigsten Wundkeimen.

Eine Infektion der Wunde mit diesen Keimen kann selbst durch den vorbeugenden Einsatz von Antibiotika nicht gänzlich verhindert werden. Ziel der Behandlung ist es daher, die Anzahl der Keime in der Wunde möglichst gering zu halten.

Hauttransplantation

Wenn Oberhaut und Lederhaut durch die Verbrennung vollständig zerstört wurden, muss die nekrotische (abgestorbene) Haut zuerst entfernt (Nekrektomie) und der Defekt operativ mit einem Hauttransplantat gedeckt werden. Dabei kommen bevorzugt Eigenhauttransplantate zum Einsatz.

Bei den Eigenhauttransplantaten wird typischerweise Haut von einem gesunden Hautareal am Oberschenkel entnommen und anschließend zur Deckung der Verbrennungswunde verwendet.

Verbrennungen vom Ausmaß Grad III müssen in jedem Fall im Spital behandelt werden, da sie ebenfalls operativ zu versorgen sind.

Verlaufskontrolle und Nachbehandlung

Infektionsanzeichen und eine ausbleibende Heilung erfordern eine kontinuierliche Inspektion der Verbrennungswunde. Je länger der Wiederaufbau der Haut dauert, desto schlechter ist das funktionelle und kosmetische Resultat. Wenn die Heilung länger als drei Wochen dauert, ist mit der Bildung von größeren Narben und Narbenkontrakturen zu rechnen.

Wichtig: Bevor die Narbe nicht voll ausgeheilt ist, sollte man sie vor direktem Sonnenlicht schützen. Tut man dies nicht, besteht die Gefahr der Hyperpigmentierung.

Grundsätzlich profitiert jede oberflächlich heilende Wunde von der Pflege mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Salbe, bis die Oberhaut vollständig regeneriert ist.

+++ Mehr zum Thema: Verbrennung - Einteilung & Erste Hilfe +++

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Stand der medizinischen Information:
Quellen

AWMF-S1-Leitlinie: Leitlinie für thermische und chemische Verletzungen der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, Stand 2010

Probst W: Wundmanagement. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2. Auflage 2010

Voggenreiter G: Wundtherapie. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage 2008

Simon, Arne, et al. "Medical honey for wound care—still the ‘latest resort’?." Evidence-based complementary and alternative medicine 6.2 (2009): 165-173.

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