Kreislaufprobleme

Von , Medizinredakteurin
Mag. Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

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Kreislaufprobleme wie Schwindel, Herzrasen und Schwarzwerden vor den Augen entstehen, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Die Ursache ist meist ein zu niedriger Blutdruck. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Kreislauf wieder in Schwung bringen und wie Sie den Schwindelattacken vorbeugen können!

Frau mit Kreislaufproblemen

Kurzübersicht

  • Behandlung: Hinlegen und Beine hochlagern, Flüssigkeitsaufnahme, Kältereize (kalten Waschlappen an den Hals legen, kalte Umschläge), Medikamente, Hausmittel, Behandlung der Grunderkrankung
  • Ursachen: Meist ist ein niedriger Blutdruck Ursache für Kreislaufprobleme. Nur selten sind die Beschwerden Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung.
  • Symptome: Schwindel, Herzrasen, Schwarzwerden vor den Augen, Ohrensausen, Rauschen im Kopf
  • Beschreibung: Kreislaufprobleme entstehen, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
  • Wann zum Arzt? Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie häufig unter Kreislaufbeschwerden leiden oder wenn die Symptome sehr stark sind!
  • Diagnostik: Typische Symptome, körperliche Untersuchung, Schellong-Test, Blutuntersuchung, EKG
  • Vorbeugen: Ausreichend trinken, Wechselduschen, Sauna, Bewegung

Was tun bei Kreislaufproblemen?

Wie Kreislaufprobleme behandelt werden, hängt von ihrer Ursache ab. In den meisten Fällen sind Kreislaufbeschwerden harmlos und bessern sich schnell. Wichtig ist, sich bei einem drohenden Kreislaufkollaps schnell hinzulegen, um Stürze zu vermeiden!

Sofortmaßnahmen bei Kreislaufschwäche

Lageveränderung: Meist bessern sich die Beschwerden schnell, wenn sich der Betroffene hinlegt und die Beine hochlagert. Ist eine orthostatische Hypotonie (starker Blutdruckabfall nach dem Lagewechsel vom Liegen zum Stehen) die Ursache für die Kreislaufprobleme, ist es hilfreich, sich aus der Liegeposition zunächst hinzusetzen und erst nach einer kurzen Pause langsam aufzustehen.

Flüssigkeit: Trinken Sie innerhalb von fünf bis zehn Minuten etwa einen halben Liter Wasser. So lässt sich der Blutdruck für rund eine Stunde stabilisieren. Kurzzeitig hilft eine Tasse Kaffee, um den Kreislauf anzuregen.

Wadenpumpe: Bewegen Sie die Beine, sobald sicheres Stehen wieder möglich ist. Das aktiviert die Wadenmuskulatur, die hilft, das Blut wieder in Richtung Herz zu pumpen.

Hausmittel

Kältereiz: Legen Sie einen kalten Waschlappen seitlich an den Hals. Die Kälte aktiviert die Blutdruckfühler in der Halsschlagader. Als Reaktion verengen sich die Gefäße, der Blutdruck steigt.

Anregung des Kreislaufs: Kalte Umschläge oder die Unterarme in eiskaltes Wasser zu tauchen hilft, den Kreislauf wieder anzuregen.

Salz: Kochsalz in der Nahrung bindet Flüssigkeit im Körper und lässt den Blutdruck ansteigen.

Medikamente

In manchen Fällen ist es notwendig, den Kreislauf mit Medikamenten zu stabilisieren. Diese sogenannten Antihypotonika werden vom Arzt verordnet und nur kurzfristig und in besonders schweren Fällen eingesetzt.

Pflanzliche Mittel zur Kreislaufstärkung

Pflanzliche Mittel können helfen, den Kreislauf zu unterstützen. So soll Weißdorn das Herz stärken und den Blutdruck regulieren. Die Wirkstoffe aus dem Kampfer sollen die Durchblutung fördern und, ebenso wie Menthol, den Kreislauf anregen.

Bevor Sie zu pflanzlichen Mitteln bei Kreislaufbeschwerden und Schwindel greifen, lassen Sie die Ursache Ihrer Symptome zunächst ärztlich abklären!

Behandlung der Grunderkrankung

Ist die Kreislaufschwäche durch eine Erkrankung bedingt (z.B. eine Herzschwäche oder eine Nierenschwäche), muss diese entsprechend behandelt werden. Lässt sich die Ursache beseitigen, bessern sich die Kreislaufprobleme wieder.

Wie kommt es zu Kreislaufbeschwerden?

Eine Kreislaufschwäche kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist ist sie die Folge eines zu niedrigen Blutdrucks (Hypotonie). Nur in seltenen Fällen sind Kreislaufbeschwerden Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung.

Wetter

Bei sehr hohen Temperaturen ergreift der Körper unterschiedliche Maßnahmen, um ihn vor Überhitzung zu schützen. Er gibt die überschüssige Wärme ab, indem sich die Blutgefäße erweitern. Der Blutdruck sinkt, und das Herz pumpt schneller, um alle Organe zu versorgen.

Hinzu kommt, dass Menschen bei Hitze mehr schwitzen. Wird der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, wird das Blut dicker und zirkuliert nicht mehr so gut. So kommt es unter Umständen dazu, dass das Gehirn zu wenig Sauerstoff erhält. Gefährdet sind vor allem Menschen, die natürlicherweise einen niedrigen Blutdruck haben (z.B. Kinder und schlanke Frauen).

Ebenso lösen starke Temperatur- oder Luftdruckschwankungen bei vielen Menschen Kreislaufprobleme aus.

Flüssigkeitsmangel

Sehr häufig ist Flüssigkeitsmangel die Ursache für Kreislaufschwäche. Das ist der Fall, wenn Betroffene über den Tag verteilt zu wenig trinken oder wegen Erbrechen oder Durchfall Flüssigkeit verlieren.

Ähnliches gilt nach großen Blutverlusten wie etwa nach Verletzungen oder schweren Operationen. Ist zu wenig Blut im Körper, sinkt der Blutdruck drastisch ab, Kreislaufprobleme beziehungsweise ein Kreislaufkollaps sind mögliche Folgen.

Dauerhaft zu niedriger Blutdruck

Betroffen sind vor allem junge, schlanke Frauen. Eine Ursache für den niedrigen Blutdruck lässt sich in der Regel nicht feststellen, die Frauen sind ansonsten völlig gesund. Ärzte sprechen auch von primärer Hypertonie. Der niedrige Blutdruck führt bei Betroffenen dazu, dass sie bereits in normalen Alltagssituationen zu Kreislaufbeschwerden neigen.

Bestehende Grunderkrankung

In seltenen Fällen sind die Kreislaufprobleme Folge einer bestehenden Erkrankung. So ist es möglich, dass Patienten mit Herzschwäche verstärkt zu Kreislaufproblemen neigen. Das geschwächte Herz ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Die Organe werden schlechter durchblutet, der Blutdruck sinkt. Auch Herzrhythmusstörungen und ein Herzinfarkt verursachen mitunter Kreislaufprobleme.

Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden und Kreislaufprobleme haben, lassen Sie sich unbedingt ärztlich untersuchen! Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt rufen Sie unverzüglich den Notarzt!

Die Nieren regulieren den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig (wie bei einer Niereninsuffizienz), ist es möglich, dass der Blutdruck sinkt und Kreislaufbeschwerden auftreten.

Akute Magen-Darm-Erkrankungen mit anhaltendem Erbrechen und starkem Durchfall führen rasch zu einem Flüssigkeitsverlust. Trinkt der Betroffene nicht ausreichend, fehlt auch im Blut Flüssigkeit. Der Blutdruck sinkt, Kreislaufprobleme entstehen.

Generell schwächenInfekte und Entzündungen häufig den Körper und führen zu Kreislaufproblemen. Das Gleiche gilt für Vergiftungen.

Kreislaufprobleme wie Schwindel oder Zittern sind beiDiabetikern Anzeichen für eine drohende Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Manchmal treten Kreislaufbeschwerden in Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Parkinson auf. Auchpsychische Ursachen sind bei Kreislaufproblemen möglich.

Schneller Positionswechsel (orthostatische Hypotonie)

Normalerweise sorgen verschiedene Mechanismen dafür, dass alle lebenswichtigen Organe zu jeder Zeit in jeder beliebigen Körperlage ausreichend durchblutet werden.

Bei einigen Menschen sind diese Mechanismen gestört. Bei ihnen versackt das Blut vorübergehend in den Beinen, wenn sie den Körper aus dem Liegen in die aufrechte Position (Orthostase) bringen, der Blutdruck sinkt rapide ab. Das Blut muss erst wieder Richtung Herz gepumpt werden. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als „orthostatische Hypotonie“. Typisch dafür ist, dass sich die Symptome wie Schwindel, Blässe, Benommenheit und verschwommen Sehen sofort bessern, wenn sich die Betroffenen wieder hinlegen.

Medikamente

Ist der Blutdruck zu hoch, bekommen Patienten blutdrucksenkende Medikamente wie beispielsweise Betablocker. Zu hoch dosiert, drosseln sie den Blutdruck in den Gefäßen so stark, dass Kreislaufprobleme entstehen.

Entwässernde Medikamente (Diuretika) haben einen ähnlichen Effekt: Sie schwemmen vermehrt Flüssigkeit aus dem Körper, wodurch der Flüssigkeitsgehalt des Blutes sinkt. Das Blut wird dicker, der Blutdruck sinkt.

Kreislaufbeschwerden treten in manchen Fällen als Nebenwirkung einer Chemotherapie auf.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass die Medikamente, die Sie einnehmen, die Kreislaufprobleme verursachen!

Hormonstörungen

Manchmal treten Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit Hormonstörungen, zum Beispiel einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), auf.

Hormonschwankungen

Pubertät: Während der Pubertät befindet sich der Körper im hormonellen Ausnahmezustand. Zudem kommt es häufig zu starken Blutdruckschwankungen. Grund dafür ist, dass das Herz-Kreislauf-System vor allem bei starken Wachstumsschüben dem körperlichen Wachstum etwas hinterherhinkt. In dieser Phase kommt es vor, dass Jugendliche immer wieder Kreislaufprobleme haben. Betroffen sind vorwiegend Mädchen. Die Kreislaufbeschwerden sind in der Regel harmlos und verschwinden mit der Zeit wieder von selbst.

Periode: Während der Periode verliert der Körper Blut und Eisen. Dies führt vor allem bei jungen und zierlichen Frauen mitunter zu Kreislaufproblemen. Generell führt eine Blutarmut (Anämie) häufig zu Kreislaufproblemen.

Schwangerschaft: Werdende Mütter haben häufig mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, insbesondere in der frühen Schwangerschaft (1. Trimenon). Grund dafür ist die Hormonumstellung. Zum einen weiten sich die Blutgefäße, zum anderen produziert der Körper mehr weibliche Geschlechtshormone (Progesteron), wodurch Blutvolumen und Herzfrequenz zunehmen. Beides macht anfälliger für Kreislaufprobleme.

Gegen Ende der Schwangerschaft (3. Trimenon) kommt der Schwindel bei vielen Schwangeren wieder. Ursache sind dann nicht mehr die Hormone, sondern das Kind selbst. Je größer es wird, desto mehr Druck übt die Gebärmutter auf die Blutgefäße aus. Dies führt dazu, dass der Blutfluss zum Gehirn behindert wird. Die Schwindelanfälle treten typischerweise im Liegen oder beim Schlafen in Rückenlage auf.

Um Schwindelanfälle in der Schwangerschaft zu vermeiden, empfiehlt es sich, nach dem sechsten Schwangerschaftsmonat in Seitenlage zu schlafen!

Stillzeit: Nach der Geburt stellt sich der Hormonspiegel wieder um. Die Hormone, aber auch Schlafmangel und Stress begünstigen Kreislaufprobleme. Insbesondere stillende Mütter sollten zudem darauf achten, genug zu trinken!

Wechseljahre: Bei manchen Frauen verursacht die Hormonumstellung in den Wechseljahren Kreislaufprobleme. Die hormonellen Schwankungen in dieser Zeit wirken sich unter anderem auf den Gleichgewichtssinn im Ohr aus. Betroffene Frauen neigen zu Schwindelanfällen, Erbrechen und Übelkeit.

Allergie

Kreislaufprobleme, die beispielsweise nach einem Insektenstich auftreten, sind ein Alarmsignal. Schwindel und Übelkeit sind die ersten Anzeichen für einen drohenden allergischen Schock.

Kreislaufprobleme nach dem Essen

Schweres, fettiges Essen fordert die Verdauung. Wenn der Darm viel zu verdauen hat, wird er stärker durchblutet. Andere Organe wie das Gehirn werden währenddessen zu wenig mit Sauerstoff versorgt.

Kreislaufprobleme am Morgen

Morgendliche Kreislaufprobleme kommen häufig vor und haben in der Regel keinen Krankheitswert. Der Blutdruck unterliegt tageszeitlichen Schwankungen, Ärzte sprechen von einem zirkadianen Rhythmus. Nachts fällt der Blutdruck um durchschnittlich zehn Prozent ab, ist also deutlich niedriger als tagsüber. Seinen normalen Tageswert erreicht er gegen acht oder neun Uhr morgens. Wer in der Nacht zusätzlich stark schwitzt, läuft Gefahr, beim Aufstehen Probleme mit dem Kreislauf zu haben.

Weitere Ursachen

Muskelverspannungen im Nacken lösen bei manchen Menschen Kreislaufbeschwerden aus. Neben den Schwindelattacken spüren Betroffene typischerweise häufig ein Kribbeln in Armen und Beinen.

Nach einer OP in Vollnarkose kommt es in manchen Fällen zu Kreislaufbeschwerden. Die Nachwirkungen der Narkose sind in der Regel harmlos und vergehen nach wenigen Tagen von selbst. Ähnliches gilt für Beschwerden, die kurz nach einer Impfung auftreten. Nur sehr selten handelt es sich dabei um eine allergische Reaktion auf das Narkosemedikament oder den Impfstoff.

Welche Symptome treten bei Kreislaufproblemen auf?

Wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, kommt es zu den typischen Kreislaufbeschwerden.

Symptome bei Kreislaufschwäche

  • Schwindel
  • Blässe
  • Schweißausbruch
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Ohrensausen
  • Rauschen im Kopf
  • Müdigkeit
  • Schweregefühl in Schultern und Beinen
  • Kopfschmerzen

Bei akuten Kreislaufbeschwerden besteht Sturzgefahr! Legen Sie sich rasch hin und lagern Sie die Füße hoch! So kommt der Kreislauf wieder in Schwung. Halten die Beschwerden an oder verstärken sie sich noch, rufen Sie einen Arzt!

Kreislaufkollaps

Kollabiert der Kreislauf, fallen Betroffene in Ohnmacht. Mediziner sprechen auch von einer vasovagalen Synkope. Dabei handelt es sich um einen Reflex, der vorübergehend einen starken Blutdruckabfall verursacht und den Herzschlag verlangsamt. In der Regel ist ein solcher Kollaps harmlos und dauert nur kurz.

Auslöser sind häufig langes Stehen, starkes Pressen beim Stuhlgang und starke Schmerzen. Auch Stress und Aufregung lässt manche Menschen in Ohnmacht fallen. Bei anderen Menschen löst allein das Sehen von Blut den Reflex aus.

Bei älteren Menschen sowie Menschen mit einer Grunderkrankung (v.a. Herzkrankheit) sollte eine Ohnmacht (Synkope) immer ärztlich abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Ohnmachtsanfälle häufiger vorkommen.

Was sind Kreislaufprobleme?

Kreislaufprobleme entstehen, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Typische Symptome sind Schwindel, Herzrasen und Schwarzwerden vor den Augen. Ursache dafür ist in den meisten Fällen ein zu niedriger Blutdruck, nur selten verbirgt sich eine schwerwiegende Erkrankung dahinter.

Wie funktioniert der Kreislauf?

Der Blutkreislauf (Kreislauf) sorgt kontinuierlich dafür, dass der gesamte Organismus zu jeder Zeit mit ausreichend Blut versorgt wird. Dabei führen Arterien das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in alle Organe und Gewebe. Die Venen führen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen, damit es anschließend in den Lungen mit Sauerstoff angereichert wird.

Damit alle lebenswichtigen Organe inklusive Gehirn stets ausreichend durchblutet sind, herrscht in den Arterien und ihren Verzweigungen ein gewisser Mindestdruck. Reguliert wird der Druck über kleine Druckmesskörperchen in den Halsschlagadern. Sie leiten Signale an das Kreislaufzentrum im Stammhirn weiter. Bei Bluthochdruck gibt dieses den Befehl zur Gefäßerweiterung und bei niedrigem Blutdruck zur Gefäßverengung. Auch die Nieren lösen bei sinkendem Blutdruck über das Hormon Renin einen Anstieg des Blutdrucks aus.

Wann zum Arzt?

Kreislaufprobleme, die nur gelegentlich auftreten, sind in der Regel harmlos. Bei ständig wiederkehrenden oder starken Beschwerden (Kreislaufkollaps) ist es ratsam, bald einen Arzt aufzusuchen.

Ähnliches gilt für Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Grunderkrankungen leiden: Bei häufig auftretenden Kreislaufbeschwerden ist es unter Umständen notwendig, die Medikamentendosis anzupassen. Ein Beispiel dafür sind blutdrucksenkende Mittel (wie Betablocker): Zu hoch dosiert, sinkt der Blutdruck so stark ab, dass sich daraus Kreislaufprobleme entwickeln.

Falls weitere ernste Beschwerden auftreten, muss unverzüglich der Notarzt gerufen werden. Dies gilt zum Beispiel für Lähmungen, Luftnot oder starke Brustschmerzen.

Was macht der Arzt?

Erster Ansprechpartner bei Kreislaufproblemen ist der Hausarzt, bei Schwangeren alternativ der Gynäkologe.

Krankengeschichte (Anamnese)

Im Erstgespräch erkundigt sich der Arzt zunächst nach den aktuellen Beschwerden und wie lange diese bereits bestehen. Besonders wichtig ist es für ihn zu wissen, in welchem Zusammenhang die Kreislaufprobleme aufgetreten sind – beispielsweise bei großer Hitze oder beim Aufstehen. Zudem erkundigt sich der Arzt, ob andere Krankheiten wie Herzschwäche oder Diabetes mellitus bestehen und welche Medikamente der Patient einnimmt. Aus der Krankengeschichte und den Angaben des Patienten macht sich der Arzt ein erstes Bild über die möglichen Ursachen.

Körperliche Untersuchung

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Der Fokus liegt dabei auf dem Herz-Kreislauf-System, der häufigsten Ursache für Kreislaufprobleme. Dafür misst der Arzt Puls und Blutdruck. Beide Werte sind bei einer einmaligen Messung in der Praxis des Arztes nur bedingt aussagekräftig.

Grund dafür ist, dass Patienten bei der Untersuchung üblicherweise etwas aufgeregt sind, was Puls und Blutdruck automatisch steigen lässt. Außerdem unterliegen Puls und Blutdruck tageszeitlichen Schwankungen.

Um den durchschnittlichen Blutdruck des Patienten zu ermitteln, führt der Arzt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeit-Blutdruckmessung) durch. Dafür erhält der Patient ein spezielles Messgerät, das aus einer Manschette am Oberarm und einem kleinen Aufnahmegerät am Gürtel besteht. Das Gerät misst alle 15 bis 30 Minuten den Blutdruck und zeichnet den Wert auf. Alternativ misst der Patient mehrmals täglich mit einem mobilen Messgerät selbst den Blutdruck und schreibt ihn auf, was allerdings weit weniger aussagekräftig ist.

Schellong-Test

Mithilfe eines einfachen Tests überprüft der Arzt, ob die Ursache der Kreislaufprobleme in einer orthostatischen Störung liegt, also ob das Blut bei einem Positionswechsel plötzlich in den Beinen versackt. Dafür misst der Arzt Herzfrequenz und Blutdruck zuerst im Liegen, anschließend sofort nach dem Aufstehen und dann bei körperlicher Belastung (beispielsweise nach 15 Kniebeugen).

Weiterführende Untersuchungen

Bei Verdacht auf eine organische Erkrankung folgen weitere Untersuchungen. Das sind zum Beispiel eine Blutuntersuchung oder ein Elektrokardiogramm (EKG). Unter Umständen überweist der Arzt den Patienten zur weiteren Abklärung an einen Internisten oder Kardiologen.

Vorbeugen

Hauptursache für Kreislaufprobleme ist meist ein zu niedriger Blutdruck. Diese Tipps helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Tipps, um den Kreislauf dauerhaft anzuregen und Kreislaufbeschwerden vorzubeugen

Wechselduschen: Mit heiß-kalten Wechselduschen lässt sich der Kreislauf rasch anregen, er stabilisiert sich schon nach wenigen Tagen. Lassen Sie dafür zunächst warmes Wasser über die Haut laufen, damit sich die Blutgefäße weiten. Anschließend duschen Sie kalt, dabei ziehen sich die Gefäße wieder zusammenziehen. Wichtig sind regelmäßige Wiederholungen, am besten täglich.

Sauna: Nach dem gleichen Prinzip wirken Saunagänge mit abschließender Abkühlung im Kaltwasserbecken. Für eine gute Wirkung empfehlen Ärzte einen bis zwei Saunagänge pro Woche.

Für Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen sind Wechselduschen und Saunagänge nicht geeignet. Fragen Sie zuvor Ihren Kardiologen, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind!

Bürstenmassagen: Regelmäßige Bürstenmassagen bringen den Kreislauf in Schwung. Streichen Sie dafür mit einer weichen Bürste einige Minuten lang über die Haut. Beginnen Sie an den Füßen und bürsten Sie immer Richtung Herz. Das Bürsten setzt Substanzen frei, die das Herz-Kreislauf-System anregen. Außerdem verbessert die Massage die Durchblutung der Haut und den Blutrückstrom zum Herzen.

Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist prinzipiell wichtig für die seelische und körperliche Gesundheit. Bei Kreislaufproblemen eignet sich vor allem Ausdauersport. Beispiele dafür sind Wandern, Schwimmen oder Radfahren. Ärzte empfehlen 30 Minuten täglich – mehrmals die Woche.

Besonders wichtig ist es, die Wadenmuskulatur gezielt zu trainieren. Die Muskulatur dient als „Pumpe“, die den Rücktransport des Blutes zum Herzen erleichtert. Stellen Sie sich dafür mit den Fußballen auf eine Treppenstufe oder einen kleinen Hocker, die Fersen bleiben in der Luft. Senken Sie die Fersen nun ab, sodass in den Waden eine Spannung entsteht. Kurz halten. Machen Sie so viele Wiederholungen, wie Sie schaffen.

Ausreichend trinken: Wer über den Tag verteilt ausreichend trinkt, hält seinen Blutdruck stabil. Wasser oder ungesüßter Tee eignen sich dafür am besten. Trinken Sie etwa 1,2 bis 2 Liter pro Tag, an heißen Sommertagen oder bei körperlicher Anstrengung auch mehr. Verzichten Sie am besten auf Alkohol.

Manche Nieren- oder Herzpatienten müssen genau darauf achten, wie viel sie trinken. Fragen Sie bei Nierenerkrankungen oder Herzschwäche Ihren Arzt nach der für Sie optimalen Trinkmenge!

Üppiges Essen meiden: Schwere, fettreiche Mahlzeiten fordern das Verdauungssystem heraus. Hat der Darm viel zu verdauen, muss er stärker durchblutet werden, das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Essen Sie daher mehrmals täglich kleinere Portionen und achten Sie auf leichte Kost, insbesondere an heißen Sommertagen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Astrid Leitner
Mag.  Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

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