Gallenkolik

Von , Zahnärztin
und , Biologin und Medizinredakteurin
und , Medizinjournalistin
Hanna Rutkowski

Hanna Rutkowski ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Dr. Monique Amey-Özel

Dr. Monique Amey-Özel hat Biologie an der Universität Bonn studiert und in den Neurowissenschaften promoviert. Sie war mehrere Jahre in der Forschung und als Lehrbeauftragte u.a. im Fach Anatomie an medizinischen Ausbildungseinrichtungen tätig. Sie beriet als Pharmareferentin Ärzte in verschiedenen Indikationen und ist nun als Medizinredakteurin verantwortlich für die Erstellung medizinischer Texte sowohl für Fachkreise als auch interessierte Laien.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

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Krampfartige, heftige Schmerzen im Oberbauch sind typisch für eine Gallenkolik. Die Beschwerden können bis in Schulter und Rücken ausstrahlen und zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden andauern. Verursacht werden sie meist durch Gallensteine oder eine entzündete Gallenblase. Frauen sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Lesen Sie hier alles Wichtige über Symptome, Behandlung und Ursachen einer Gallenkolik.

Gallenkolik mit krampfartige Oberbauchschmerzen

Kurzübersicht

  • Behandlung: Schmerzmittel und krampflösende Medikamente, endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) zur Entfernung kleinerer Gallensteine, ggf. operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
  • Ursachen: Gallensteine (ggf. mit Entzündung der Gallenblase), fettreiche Ernährung und Übergewicht begünstigen Gallensteine
  • Wann zum Arzt? Suchen Sie bei plötzlich auftretenden heftigen Oberbauchschmerzen unbedingt einen Arzt auf!
  • Vorbeugung: Ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Abbau von bestehendem Übergewicht

Was ist eine Gallenkolik?

Gallenkoliken gehen von der Gallenblase (Vesica biliaris) aus. Dieser kleine Hohlkörper liegt unterhalb der Leber in einer geschützten Grube. Er speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und dickt sie ein. Von der Gallenblase aus gelangt die Gallenflüssigkeit (kurz: Galle) über den Gallengang (Ductus choledochus) in den Zwölffingerdarm, wo sie vor allem die Fettverdauung unterstützt.

Entzündet sich die Gallenblase oder haben sich Gallensteine gebildet, kommt es unter Umständen zu einer Gallenkolik: Die Gallenblase verkrampft sich, was mit starken, wellenförmigen Schmerzen einhergeht. Die Beschwerden treten meist in Schüben auf, lassen also zwischenzeitlich etwas nach, um dann wieder mit voller Wucht zuzuschlagen.

Frauen sind etwas häufiger von Gallenblasenbeschwerden betroffen als Männer. Sie entwickeln auch viel eher Gallensteine. Doch nicht alle Gallensteinträger bekommen Gallenkoliken – betroffen sind nur etwa 20 bis 25 Prozent.

Symptome und Begleitsymptome einer Gallenkolik

Gallenkoliken entstehen plötzlich, oft abends oder nach fettreichen Mahlzeiten. Sie dauern zwischen 15 Minuten und fünf Stunden an. Meist steigern sich die Schmerzen mit der Zeit und strahlen vom Oberbauch in den Rücken und die rechte Schulter aus. Die Symptome einer Gallenkolik unterscheiden sich bei Frauen und Männern nicht.

Typische Anzeichen, die auf eine Gallenkolik hindeuten, sind:

  • Plötzliche, heftige krampf- und wellenartige Oberbauchschmerzen
  • Erhöhter Bewegungsdrang (als Gegenreaktion zu den Schmerzen)

Häufige Begleitsymptome einer Gallenkolik sind beispielsweise:

Da eine Gallenkolik zumeist plötzlich einsetzt, gibt es in der Regel keine Vorboten oder frühe Anzeichen, die schon vor Eintreten der starken Schmerzen auf eine beginnende Kolik hindeuten.

Komplikationen und mögliche Folgeerkrankungen

Bis zu einem Drittel aller Gallenkolik-Patienten entwickeln Komplikationen oder weitere Erkrankungen, so zum Beispiel:

  • Durchbruch der Gallenblase(Gallenblasenruptur): Wenn ein Gallenstein den Gallengang blockiert, staut sich die Gallenflüssigkeit in der Gallenblase. In der Folge platzt im schlimmsten Fall die Gallenblase und Gallenflüssigkeit tritt in den Bauchraum aus. Die Gefahr einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) besteht.
  • Gallengangentzündung(Cholangitis): Der durch Gallensteine verstopfte Gallengang ist eitrig entzündet. Drei Symptome (Charcot-Trias II) sind charakteristisch für die akute Cholangitis: Gelbsucht (Ikterus), Fieber und starke Oberbauchschmerzen.
  • Gallenblasenentzündung(Cholezystitis): Gallensteine sind rau. Durch Reibung reizen sie die Wand der Gallenblase so stark, dass sie sich entzündet, und es kommt zu Fieber, kolikartigen Schmerzen im Oberbauch und hohen Entzündungswerten im Blut. Bei einer bakteriellen Infektion ist die Gallenblase manchmal vereitert (Gallenblasenempyem).
  • Vergrösserung der Gallenblase: Staut sich die Gallenflüssigkeit im Gallengang, ist die Gallenblase unter Umständen tastbar vergrössert. Mediziner sprechen von Gallenblasenhydrops. Unbehandelt löst dies mitunter eine Entzündung aus.
  • Gallenblasenkrebs: Chronische Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) und Gallensteine erhöhen das Risiko für Gallenblasenkrebs (Gallenblasenkarzinom). Dieser entwickelt sich aber meist erst im höheren Alter. Zu den Symptomen gehören Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust, Ikterus (Gelbsucht), Übelkeit und Erbrechen sowie Gallenkoliken.

Behandlung einer Gallenkolik

Liegt eine akute, von Gallensteinen verursachte Gallenkolik vor, verabreicht der Arzt in der Regel zunächst Krampflöser (Spasmolytika) und starke Schmerzmittel. Im Rahmen der genaueren Ursachensuche mittels endoskopisch retrograder Cholangiopankreatikografie (kurz: ERCP) führt er manchmal schon eine ursächliche Behandlung durch (zum Beispiel Entfernen eines Gallensteins, Aufweitung einer Gallengangsverengung mithilfe eines Röhrchens = Stent).

Kleinere Gallensteine in Gallenblase oder Gallengängen lassen sich manchmal medikamentös auflösen (mit Ursodeoxycholsäure = UDCA). Meist ist aber eine komplette Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) nötig, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Den Eingriff führen Ärzte heute überwiegend laparoskopisch durch – nach der Schlüssellochchirurgie: Dabei führen sie die benötigten medizinischen Instrumente über kleine Bauchschnitte in die Bauchhöhle ein. Ein grosser Bauchschnitt ist zur Entfernung der Gallenblase dagegen nur selten nötig.

Ist eine Entfernung der Gallenblase angezeigt, geschieht dies stationär in einer Klinik oder einem Krankenhaus. Die Behandlung gehört zu den Standardverfahren und dauert zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Je nach Verlauf und Genese bleiben die meisten Patienten nach der Operation noch für zwei bis vier Tage im Krankenhaus. Wie lang der einzelne Patient tatsächlich krank ist, hängt stark vom Allgemeinzustand des Betroffenen und vom Umfang des Eingriffs ab.

Generell gilt es, sich nach einem operativen Eingriff erst einmal zu schon. Bei einer Cholezystektomie raten Ärzte beispielsweise, eine Schonfrist von etwa zehn Tagen einzulegen (bei grösseren Eingriffen oder einem Bauchschnitt sogar bis zu 14 Tage). Tragen Sie in den kommenden Wochen keine schweren Gegenstände und pausieren Sie sportliche Aktivitäten für diese Zeit.

Selbsthilfe

Bei einer akuten Gallenkolik haben Sie die Möglichkeit, selbst etwas zu tun. Um die Zeit bis zum Arztbesuch zu überbrücken, lassen sich die Beschwerden mit folgenden Selbsthilfe-Massnahmen etwas lindern:

  • Wärmflasche: Eine Wärmflasche auf dem Bauch ist die einfachste und schnellste Methode, die heftigen Schmerzen etwas zu lindern. Die Wärme lockert dabei die verkrampfte Muskulatur.
  • Heisse Wickel: Auch ein Bauchwickel mit in heisses Wasser getränkten Baumwolltüchern entspannt den schmerzenden Bauch. Achten Sie hierbei darauf, dass die Wickel nicht zu heiss sind, da die Gefahr besteht, die Haut zu brennen. Legen Sie gegebenenfalls ein Tuch zwischen den Wickel und den Bauch.
  • Auf kalorienreiches Essen und zuckerhaltige Getränke verzichten: Während einer Gallenkolik empfehlen einige Ärzte, kalorienhaltige Getränke wie Limonade oder Säfte oder auch Speisen zu meiden. So verhindern Sie möglicherweise, dass die Gallenblase vermehrt Gallenflüssigkeit ausschüttet, was unter Umständen noch mehr Schmerzen verursacht.

Ursachen einer Gallenkolik

Hauptverursacher einer Gallenkolik sind Gallensteine, die den Gallengang blockieren. Rund 15 Prozent der Bevölkerung besitzen die steinigen Begleiter, doch nur bei einem Viertel davon führen sie zu den typischen Beschwerden.

Gallensteine (Cholelithiasis)

Die Galle enthält ausser Flüssigkeit auch Substanzen wie Cholesterin, Gallensalze, den Gallenfarbstoff Bilirubin und Lecithin. Verändert sich deren Verhältnis, fallen mitunter Feststoffe aus, verfestigen sich und es bilden sich Gallensteine. Das passiert etwa bei fettreicher Ernährung: Es steigt dann der Anteil des Cholesterins, das sich in der Folge als Cholesterinstein in der Gallenblase ablagert. Ausserdem gibt es sogenannte Bilirubinsteine, die entstehen, wenn sich das Verhältnis zwischen Gallensalzen und dem Gallenfarbstoff Bilirubin verändert.

Je nachdem, wo der Gallenstein liegt, unterscheidet man zwischen Gallengangssteinen (Choledocholithiasis) und Gallenblasensteinen (Cholezystolithiasis).

Oft verursachen die Gallensteine erst Beschwerden, wenn sie zusammen mit der Gallenflüssigkeit in den engen Gallengang (Ductus choledochus) gespült werden und diesen verstopfen oder verengen. Dann zieht sich die Gallenblase wiederholt krampfartig zusammen, um die störenden Steine weiter in den Dünndarm zu befördern. Zudem reizen die rauen Steine die Wand des Gallengangs, was oft noch Tage nach der Kolik leichte Beschwerden verursacht. Die Koliken selbst verschwinden jedoch schlagartig, sobald der Gallenstein aus dem Gang hinaus in den Dünndarm gelangt ist.

Doch auch die Gallensteine, die scheinbar ruhig und unbemerkt in der Gallenblase liegen, verursachen bei manchen Menschen mit der Zeit Probleme. Denn sie lösen unter Umständen eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) aus.

Risikofaktoren für Gallensteine

Es gibt einige Risikofaktoren, die das Entstehen von Gallensteinen begünstigen. Fachleute sprechen von den "Fünf Fs":

  • Female: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • Fertile: Wahrscheinlich spielt das weibliche Hormon Östrogen bei der Entstehung von Gallensteinen eine Rolle. Dafür spricht, dass Gallensteine häufiger in der Schwangerschaft sowie bei Anwendung östrogenhaltiger Medikamente (Anti-Baby-Pille, Hormontherapie) auftreten.
  • Fat: Übergewichtige haben ein höheres Risiko für Gallensteine.
  • Forty: Beschwerden durch Gallensteine zeigen sich überwiegend bei Menschen über 40 Jahre.
  • Fair: Hellhäutige Menschen sind häufiger von Gallensteinen betroffen als dunkelhäutige.

Gallenkolik durch Stress

Manchmal haben Gallenblasenbeschwerden auch nicht-organische Ursachen. So beeinflussen psychische Belastungen oder Störungen wie Stress, häufiger Ärger oder Ängste die Funktion der Gallenblase (Gallenwegsdyskinesie). Fachleute sprechen dann von einer Reizgallenblase. Das führt zu Bewegungsstörungen und Verkrampfungen der Muskulatur der Gallenblase. Dadurch staut sich die Gallenflüssigkeit zurück, was wiederum Schmerzen und Koliken auslöst.

Gallenkolik: Wann zum Arzt?

Starke, plötzlich einsetzende Oberbauchschmerzen sollten Sie immer möglichst schnell von einem Arzt abklären lassen. Es besteht die Gefahr, dass Gallensteine dahinterstecken. Und diese gehen nicht immer von selbst ab. Manchmal versperren sie den Gallengang dauerhaft, was im schlimmsten Fall zu schweren Komplikationen führt. Unter Umständen platzt die Galle aufgrund der gestauten Gallenflüssigkeit (Gallenblasenruptur, Gallenblasenperforation). Ausserdem blockieren Gallensteine manchmal den benachbarten Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und verursachen so eine mitunter gefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn Sie typische Symptome einer Gallenkolik bei sich feststellen: Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht (Ikterus), Fieber mit Schüttelfrost, Fettstuhl oder heller (entfärbter) Stuhl, dunkler Urin.

Gallenkolik: Untersuchungen und Diagnose

Eine Gallenkolik geht meist mit so typischen Beschwerden einher, dass ein Arzt sie in der Regel sofort erkennt. Schildern Sie dem Mediziner Ihre Beschwerden dennoch möglichst genau. Im Rahmen dieses Erstgesprächs zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) fragt Sie der Arzt etwa, seit wann und wo genau Sie Schmerzen haben und wie sich diese äussern.

Er erkundigt sich nach Verdauungsstörungen, weil Erkrankungen der Gallenblase sich immer auf die Fettverdauung und den Stuhlgang auswirken (zum Beispiel heller Stuhl wegen fehlender Gallenfarbstoffe). Der Urin ist dagegen meist dunkler als gewöhnlich.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt Ihren Bauch ab. Dabei stellt er fest, ob Milz und Leber vergrössert sind und ob der Bauch hart oder weich ist. Zwei spezielle Untersuchungsmethoden sind für den Arzt besonders aussagekräftig:

  • Murphy-Zeichen: Der Arzt bittet den Patienten, tief einzuatmen und drückt dabei seine Finger unter den rechten Rippenbogen. Schmerzt dies, unterbricht der Patient plötzlich das tiefe Luftholen. Dies deutet auf ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) oder eine Gallengangsentzündung (Cholezystitis) hin.
  • Courvoisier-Zeichen: Die Untersuchung läuft genauso ab wie beim Murphy-Zeichen, ruft aber keine Schmerzen beim Patienten hervor. Der Arzt stellt dabei jedoch fest, dass die Gallenblase prall gefüllt ist – ein Hinweis auf einen Verschluss des Gallengangs durch einen Tumor oder Vernarbungen.

Blutuntersuchung

Der Arzt nimmt Ihnen meist Blut ab, um bestimmte Werte der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse bestimmen zu lassen. Dazu zählen etwa:

  • Alkalische Phosphatase (AP): Ist dieser Wert erhöht, deutet das zusammen mit anderen Leberwerten auf Erkrankungen der Leber oder der Knochen hin.
  • Gamma-GT: Besonders bei Störungen des Gallenabflusses der Leber ist dieser Wert erhöht.
  • GPT (ALT): Dieses Enzym kommt nur in der Leber vor und ist bei einer Schädigung erhöht.
  • Bilirubin: Durch eine Abflussstörung der Galle reichert sich der Gallenfarbstoff im Blut an.
  • Lipase: Ist dieser Wert erhöht, deutet dies gegebenenfalls auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hin.

Weitere Untersuchungsmethoden

Die Ultraschalluntersuchung des Bauches (Abdomensonografie) ist die Methode der Wahl, um einer Gallenkolik auf den Grund zu gehen. Nicht nur Gallensteine lassen sich hiermit gut erkennen, sondern auch Veränderungen der Gallenblase wie Tumoren, Polypen oder Entzündungen. Zusammen mit der körperlichen Untersuchung und beispielsweise einem positiven Murphy-Zeichen stellt der Arzt meist sehr genau fest, ob die Gallenblase entzündet ist oder Gallensteine vorhanden sind.

Diagnostik und Therapie zugleich ermöglicht die endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP). Dabei führt der Mediziner einen dünnen Schlauch mit einer kleinen Kamera am vorderen Ende (Endoskop) über den Mund bis in den Zwölffingerdarm, wo das Gallengangsystem einmündet (meist zusammen mit dem Bauchspeicheldrüsengang).

Nun spritzt er ein Röntgenkontrastmittel in das Gangsystem. Dann röntgt er diesen Rumpfbereich. Auf dem Röntgenbild lassen sich krankhafte Veränderungen wie etwa eine Verengung des Gallengangs durch einen Gallenstein gut erkennen. Über das schlauchförmige Endoskop führt der Arzt dann feine medizinische Instrumente ein, um den Gallenstein zu entfernen.

Gallenkolik: Vorbeugung

Letztendlich lassen sich die schmerzhaften, äusserst unangenehmen Gallenkoliken nur vermeiden, indem Sie der Bildung von Gallensteinen vorbeugen. Die wichtigsten Massnahmen hierfür sind:

  • Fettarme Ernährung: Achten Sie dazu auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung. Vermeiden Sie etwa schwere Sossen und frittiertes Essen, und verzehren Sie regelmässig frisches Obst und Gemüse.
  • Übergewicht vermeiden: Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich Übergewicht abbauen bzw. verhindern.
  • Viel trinken: Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken. Denn Flüssigkeitsmangel fördert die Bildung von Gallen- und Nierensteinen und begünstigt so die Entstehung einer Gallenkolik.

Ob eine Ernährungsumstellung oder -veränderung tatsächlich der Bildung von Gallensteinen und der Entstehung von Gallenkoliken vorbeugt, ist medizinisch noch nicht eindeutig erwiesen.

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Hanna Rutkowski

Hanna Rutkowski ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Dr. rer. nat. Monique Amey-Özel
Dr.  Monique Amey-Özel

Dr. Monique Amey-Özel hat Biologie an der Universität Bonn studiert und in den Neurowissenschaften promoviert. Sie war mehrere Jahre in der Forschung und als Lehrbeauftragte u.a. im Fach Anatomie an medizinischen Ausbildungseinrichtungen tätig. Sie beriet als Pharmareferentin Ärzte in verschiedenen Indikationen und ist nun als Medizinredakteurin verantwortlich für die Erstellung medizinischer Texte sowohl für Fachkreise als auch interessierte Laien.

Sabine Schrör
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Quellen:
  • Gutt, C. et al.: The Treatment of Gallstone Disease, in: Dtsch Arztebl Int 2020;117(9):148-158
  • Hapca, S. et al.: Biliary colic, in: BMJ 2021;374:n2085
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2022
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen, Stand: 2018, unter: www.register.awmf.org (Abrufdatum: 24.06.2022)
  • Lenzen, H. & Lankisch, T.: Cholelithiasis, in: DGIM Innere Medizin, Springer Medizin (Stand: 14.01.2015), unter: www.springermedizin.de (Abrufdatum: 24.06.2022)
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: Cholelithiasis, unter: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 24.06.2022)
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: Gallenkolik, unter: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 24.06.2022)
  • Ranft, D.: Diagnose und Therapie der Gallenkolik, in: Medical Tribune, Stand: 10.11.2021, unter: medical-tribune.ch (Abrufdatum: 24.06.2022)
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