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Die Spirale

Spirale, Verhütung, Kupferkettchen
Abb.: Größenvergleich zwischen Gynefix und zwei Spiralen (© Gynial)

Die Spirale ist ein Verhütungsmittel, das direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie liegt in mehreren Varianten vor – als Hormonspirale, Kupferspirale oder Goldspirale.

Kurzfassung:

  • Die Spirale ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel.
  • Es gibt verschiedene Arten der Spirale.
  • Die Wirkung basiert, je nach Spirale, auf Kupferionen oder Gestagenen.
  • Die Spirale wird vom Frauenarzt eingesetzt und entfernt.
  • Die Kupferspirale wird auch als Alternative zur Pille danach als Notfallverhütung eingesetzt.

Die Spirale ist ein Verhütungsmittel, das direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie liegt in mehreren Varianten vor – als Kupferspirale (und ihre in der Form abgeänderten "Verwandten" Kupferkette und Kupferperlenschnur), als Goldspirale oder auch als Hormonspirale. Bis auf letztere, ist die Spirale eine langfristige Art der hormonfreien Verhütung. 

Wie sicher ist die Spirale?

Alle Arten der Spirale gelten als sehr sicher.

  • Der Pearl-Index (der angibt, wie viele Frauen von 100 innerhalb eines Jahres trotz Anwendung des Verhütungsmittels schwanger werden) der Kupferspirale wird mit 0,9 bis 3 angegeben.
  • Der Pearl-Index der Hormonspirale liegt bei 0,16, d.h. weniger als 2 von 1000 Frauen wurden trotz Verwendung des Verhütungsmittels schwanger.

Achtung: Die Spirale schützt vor ungewollter Schwangerschaft, nicht aber vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten!

Wirkungsweise der Spirale

Die Wirkungsweise ist von der Art der Spirale abhängig. Während die Hormonspirale auf Basis des Hormons Gestagen wirkt, sind bei derestlichen Arten der Spirale die Kupferionen von Bedeutung.

Wie wirkt die Kupferspirale?

Jede Spirale wirkt auf mehrerlei Art: Zunächst einmal stellen diese Kontrazeptiva eine Barriere dar. Zudem rufen Spiralen eine lokal begrenzte Entzündung hervor. Beides erschwert es den Eizellen, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Darüber hinaus können Spiralen Metallionen abgeben, welche die Beweglichkeit der Spermien einschränken. Dies ist bei der Kupferspirale und der Goldspirale der Fall.

+++ Mehr zum Thema: Wird in jedem Monat nur eine Eizelle reif? +++

Wie wirkt die Hormonspirale?

Die Hormonspirale gibt ein Gestagen in ihre Umgebung ab. Das so genannte "Gelbkörperhormon" hemmt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, was es wiederum der Eizelle schwer macht, sich einzunisten. Weiters verdickt das Hormon den Schleimpfropf am Eingang des Uterus, die Spermien können so nicht bis in die Gebärmutter und die Eileiter vordringen.

Unterschiedliche Varianten der Spirale im Überblick

Art Merkmale Hormonfrei
Kupferspirale Plastik-T mit Kupfer umwickelt Ja        
Kupferkettchen aneinandergereihte Kupferzylinder Ja
Kupferperlenschnur Kupferperlen auf einer Schnur Ja
Goldspirale Kupferspirale mit Goldkern Ja
Hormonspirale enthält Gestagen Nein                       

Woraus bestehen die unterschiedlichen Spiralen?

  • Die Kupferspirale besteht aus einem Kunststoff/Faden, der mit Kupfer umgeben ist. Sie wird während der Periode eingesetzt und bietet zwischen drei und fünf Jahre lang sicheren Empfängnisschutz. 
  • Das Kupferkettchen besteht aus winzigen, aneinandergereihten Kupferzylindern und wird an der Gebärmutterwand fixiert. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie bei der Kupferspirale. Die Kupferkette hat ebenfalls einen sehr guten Pearl-Index und gilt als sichere Verhütungsmethode. 
  • Die Kupferperlenschnur auch Kupferperlenball genannt ist wiederum eine Erneuerung des Kupferkettchens. Sie besteht wie alle Spiralen aus Kupfer, die Kupferperlen sind jedoch auf einem Faden aufgefädelt. In der Gebärmutter nehmen diese Perlen die Form einer Kugel ein. Dies ist besonders schonend. Diese Variante der Kupferspirale muss nicht in der Gebärmutterwand eingehackt werden. Deshalb kommt es auch zu weniger Nebenwirkungen als bei bisherige Spiralen.
  • Die Goldspirale besteht wie alle Spiralen aus dem spermizid wirkenden Kupfer, der Kern ist jedoch aus Gold. Dies sollte zusätzlich antibakteriell wirken. Wie groß der Effekt tatsächlich ist, ist jedoch etwas umstritten.
  • Bei der Hormonspirale handelt es sich um einen kleinen Kunststoffkörper in T-Form, der ein Gestagen (Gelbkörperhormon) enthält. Hormonspiralen werden hauptsächlich Frauen mit starken Monatsblutungen empfohlen. Bei bestimmten Erkrankungen, wie der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson kann die Hormonspirale ebenso eine Alternative zu den Kupfer-Produkten sein. 

Verursacht das Einsetzen der Spirale Schmerzen?

Je nach Patientin kann es beim Einsetzen der Spirale zu krampfartigen oder ziehenden Schmerzen kommen, die im Normalfall rasch wieder abklingen.

Das Verhütungsmittel wird mithilfe eines dünnen Röhrchens in die Gebärmutter eingeführt. Sobald das Röhrchen herausgezogen wird, entfaltet sich die Spirale. Eine abschließende Ultraschalluntersuchung garantiert, dass die Spirale an der richtigen Stelle sitzt.

Der Eingriff erfolgt im ersten Zyklusabschnitt während der Menstruation, wenn der Muttermund etwas geöffnet ist, im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung und dauert für gewöhnlich nur wenige Minuten.

Mittels Ultraschall wird die Lage der Spirale im Abstand von jeweils sechs Monaten vom Frauenarzt überprüft.

Vorteile und mögliche Nebenwirkungen

Vorteile Nachteile
sehr sicher stärkere Zwischen-& Schmierblutungen
(Kupfer- bzw. Goldspirale)
kann nicht vergessen werden erhöht Anfälligkeit für Unterleibsinfektionen
Frei von Hormonen
(Kupfer- bzw. Goldspirale)
Einsetzen etwas unangenehm
lindert Menstruationsbeschwerden (Hormonspirale) Nebenwirkungen von Gestagen (nur bei Hormonspirale)

Der vielleicht größte Vorteil der Spirale: Die Anwenderin muss sich keine Gedanken um Verhütung machen. Das Verhütungsmittel beziehungsweise seine Einnahme kann nicht "vergessen" werden, wie bei der Pille. Die Kupfer- und Goldspirale eignen sich zudem für Frauen, die auf die Zufuhr von Hormonen verzichten wollen. Die Hormonspirale kann weiters Regelschmerzen lindern und Stärke sowie der Dauer der Menstruation reduzieren.

Nebenwirkungen der Spirale können stärkere Zwischen- und Schmierblutungen  (Spezifische Zyklusstörungen) sein. Spiralträgerinnen können zudem anfälliger sein für Unterleibsinfektionen (hauptsächlich abhängig von häufigen Partnerwechseln).

+++ Mehr zum Thema: Gibt es Komplikationen bei der Spirale +++

Die "Spirale" zur Notfallverhütung

Die Spirale kann auch als Alternative zur "Pille danach" Notfallverhütung eingesetzt werden. Dazu muss sie in den ersten fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter eingebracht werden.

Zum Einsatz kommt eine konventionelle Kupferspirale. Die Notfallmethode gilt als äußerst sicher – eine Schwangerschaft lässt sich durch sie mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit verhindern.

+++ Mehr zum Thema: Notfallverhütung +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. med. univ. Doris Stolzlechner
Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013

Informationsbroschüre der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten und der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF): Entscheiden Sie sich richtig - bei Liebe, Sexualität und Verhütung; 3.überarbeitete Auflage 2012; abrufbar unter www.verhuetung.info

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