Chemische Verhütungsmittel

Scheidenzäpfchen enthalten Substanzen, die Spermien abtöten bzw. deren Aktivität hemmem.
Scheidenzäpfchen enthalten Substanzen, die Spermien abtöten bzw. deren Aktivität hemmem. (khuntapol / iStockphoto)

Chemische Verhütungsmittel werden in Form von Zäpfchen, Cremes, Gel oder Tabletten angewandt. Sie enthalten Substanzen, die Spermien an der Befruchtung der Eizelle hindern, sogenannte Spermizide. Aufgrund der geringen Wirksamkeit und Nachfrage wurden die meisten Präparate vom Markt genommen.

Kurzfassung:

  • Chemische Verhütungsmittel werden als Zäpfchen, Cremes, Gel oder Tabletten angeboten.
  • Sie enthalten chemische Substanzen, die Spermien abtöten bzw. deren Aktivität hemmen.
  • Sie müssen vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden.
  • Ihre Zuverlässigkeit ist gering, daher sollten sie in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden angewendet werden.
  • Chemische Verhütungsmittel sind in der Apotheke erhältlich.

 


Was sind chemische Verhütungsmittel?

Chemische Verhütungsmittel werden in Form von Zäpfchen, Cremes, Gel oder Tabletten angeboten. Sie müssen vor jedem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Die enthaltenen chemischen Substanzen (Spermizide) töten Spermien ab bzw. hemmen deren Beweglichkeit. Viele Paare kombinieren diese Verhütungsmethode mit mechanischen Verhütungsmitteln wie dem Kondom oder Diaphragma.

+++ Mehr zum Thema: Natürliche Verhütungsmittel +++


Wie wirken chemische Verhütungsmittel?

Chemische Verhütungsmittel müssen vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und möglichst nah am Muttermund platziert werden. Sie reduzieren die Beweglichkeit der Spermien oder töten diese ab. Somit wird das Eindringen von Spermien in den Muttermund verhindert.

Manche chemische Verhütungsmittel enthalten mehrere Substanzen und wirken somit auf mehrere Arten. Hauptsächlich enthalten sie den Wirkstoff Nonoxinol-9, welcher die äußere Zellhülle der Spermien angreift. Die Samenzelle stirbt ab.


Wie wirksam sind chemische Verhütungsmittel?

Der Praktische Pearl Index bei chemischen Verhütungsmitteln ist relativ hoch, das heißt, es werden viele Frauen trotz deren Anwendung schwanger – etwa 28 von 100 Frauen, welche die Methode ein Jahr lang anwenden. Chemische Verhütungsmittel sollten deshalb in Kombination mit anderen Barrieremethoden wie einem Diaphragma zum Einsatz kommen.

+++ Mehr zum Thema: Pearl-Index: Wie sicher ist meine Verhütungsmethode? +++


Welche Vorteile/Nachteile haben chemische Verhütungsmittel?

Vorteile:

  • Rezeptfrei erhältlich.
  • Die Anwendung ist einfach.
  • Chemische Verhütungsmittel greifen nicht in den Hormonhaushalt ein.
  • Chemische Verhütungsmittel können auch während der Stillzeit verwendet werden.


Nachteile:

  • Sie sind wenig wirksam und schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Sie müssen mindestens 10 Minuten vor jedem (!) Geschlechtsverkehr eingeführt werden.
  • Chemische Verhütungsmittel sollten in Kombination mit anderen Barrieremethoden (z.B. Diaphragma) verwendet werden.
  • Nicht alle chemischen Verhütungsmittel sind mit einem Kondom kombinierbar (Packungsbeilage beachten!).
  • Es kann zu Nebenwirkungen wie Brennen oder Wärmegefühl in der Scheide oder am Penis kommen.


Wo kann man chemische Verhütungsmittel kaufen?

Chemische Verhütungsmittel sind in der Apotheke erhältlich.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Christian Fiala
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der Information: Juli 2018
Quellen

Contraceptive Technology (2011); www.contraceptivetechnology.org/the-book/

 

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