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SSW 24

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Von , Wissenschaftsjournalistin
Aktualisiert am
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

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Ihr Ungeborenes kann in der 24. SSW schon richtig gut schmecken – und nascht am liebsten Süsses. Ausserdem ist es nun so weit entwickelt, dass es eine Chance hätte, „draussen“ zu überleben. Lesen Sie hier, welche Untersuchungen jetzt gemacht werden und warum eine Schwangerschaft in der 24. Woche für den anderen Elternteil etwas Besonderes bereithält.

24. SSW: So entwickelt sich Ihr Baby

Kuckuck! Ihr Baby beginnt in der 24. SSW langsam damit, mit den Lidern zu flattern, und bald wird es die Augen öffnen. Zudem sind seine Knochen nun so stark, dass es sich im Bauch aufrichten und „sitzen“ kann. Auch andere Bewegungen sind gut möglich in der 24. SSW – im Bauch ist noch genug Platz. In ungefähr vier Wochen wird das Platzangebot aber knapp werden.

Die Geschmacksknospen im Mund Ihres Kindes sind fertig entwickelt und stehen „auf Empfang“. Ihr Baby kann nun differenziert Aromen unterscheiden und über das Fruchtwasser schmecken, was Sie gegessen haben. Wie alle Kinder mag es am liebsten Süsses.

Die Lungen müssen dagegen noch weiter reifen und bekommen unter anderem einen Schutz gegen das Zusammenfallen. Es bilden sich die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) aus, die ein wichtiger Teil des Immunsystems sind. Käme das Kind jetzt auf die Welt, hätte es eine Überlebenschance von rund 60 Prozent.

24. SSW Ultraschall: Das ist zu sehen

Etwa 29 bis 30 Zentimeter misst ein Baby in der 24. SSW. Sein Gewicht liegt bei rund 550 bis 600 Gramm. Würde man in der 24. SSW Bilder machen, sähe man einen fertigen, wenn auch sehr runzligen Mini-Menschen – dem Zwerg fehlt noch etwas polsternde Fettschicht unter der Haut, die die Falten straffzieht. Ein 3D-Ultraschall würde also noch ein recht hohlwangiges Bild liefern – und wird in der 24. SSW normalerweise auch noch nicht gemacht.

24. SSW: Das verändert sich bei Ihnen

Die Gebärmutter hat mit ihrer oberen Kante in SSW 24 die Bauchnabelhöhe erreicht. Sie ist jetzt etwa so gross wie ein Handball. Das führt nicht nur zu einer weiteren Gewichtszunahme – in der 24. SSW wird auch Ihr Bauchumfang weiter zulegen. Die Hauptaufgabe Ihres Kindes besteht nämlich schon seit einigen Wochen darin, möglichst viel zuzunehmen. Das zusätzliche Gewicht (etwa 6 bis 8 Kilogramm mehr im zweiten Trimester) kann bei Ihnen starkes Ziehen und Schmerzen im Unterleib hervorrufen. Das beste Mittel dagegen ist, sich hinzusetzen oder hinzulegen, um die Haltebänder zu entlasten.

Durch die Bauchdecke können Sie in der 24. SSW die Tritte des Babys spüren – ein aufregender Moment auch für Ihren Partner oder Ihre Partnerin! Jetzt kann auch der andere Elternteil Ihr gemeinsames Kind das erste Mal quasi berühren. Sprechen Sie beide mit Ihrem Baby. Es kann Sie hören und merkt sich Ihre Stimmen ganz genau!

24. SSW: Das ist jetzt wichtig

Zwischen der 24. SSW und der 27. SSW wird man Sie auf eine mögliche Rhesus-Unverträglichkeit und einen Schwangerschaftsdiabetes untersuchen.

Der Rhesusfaktor ist ein Protein auf den roten Blutkörperchen. Sein genauer Bauplan ist im Erbgut enthalten. Etwa 15 Prozent der Menschen haben keinen Rhesusfaktor, sie sind also Rhesus negativ (Rh-negativ). Das ist an sich nicht schlimm, kann aber spätestens in der zweiten Schwangerschaft problematisch werden. Wenn Sie nämlich Rh-negativ sind und Ihr Baby Rh-positiv ist, bilden sich in Ihrem Blut Antikörper gegen das Blut Ihres Kindes. In der ersten Schwangerschaft ist diese Abwehr meist noch gering und es sind nur wenige Antikörper vorhanden. Werden Sie aber zum zweiten Mal mit einem Rh-positiven Kind schwanger, kann die nun gesteigerte Anzahl an Rhesus-Antikörpern für das Ungeborene lebensgefährlich werden.

Schwangerschaftsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Sie tritt erstmals und nur während der Schwangerschaft auf. Nach aktuellem Wissensstand ist in erster Linie die Freisetzung verschiedener Hormone während der Schwangerschaft dafür verantwortlich. Schwangerschaftsdiabetes verläuft oft symptomlos. Er lässt sich meist mit der richtigen Ernährung und Bewegung ausreichend therapieren und verschwindet normalerweise nach der Entbindung von allein. Dennoch darf man einen sogenannten Gestationsdiabetes nicht auf die leichte Schulter nehmen. Weil dadurch das Risiko für eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes steigt, sollten die Blutzuckerwerte bei der Nachsorge kontrolliert werden.

Hebammen-Tipp

Die Schwangerschaftshormone verändern einiges in Ihrem Körper. Und zwar nicht nur zum Positiven. Sie begünstigen zum Beispiel Wassereinlagerungen. In den letzten vier Wochen vor der Geburt lagert fast jede Schwangere mehr oder weniger Wasser in den Extremitäten ein, einige Frauen aber auch schon früher. Dann schwellen Hände und Füsse und enge Schuhe oder Bündchen werden äusserst unangenehm. Bei ausgeprägten Wassereinlagerungen um die 24. SSW und vor dem letzten Schwangerschafts-Monat helfen evtl. Stützstrümpfe, reichlich Flüssigkeitszufuhr und auch Akupunktur und Homöopathie.

Judith Hebamme
Judith Däumer, Hebamme

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Carola Felchner
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Quellen:
  • Blott, M.: Alles über meine Schwangerschaft, Tag für Tag, Dorling Kindersley Verlag, aktualisierte Neuausgabe, 2023
  • Höfer, S. & Scholz, A.: Meine Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag, 4. Auflage, 2015
  • Höfer, S. & Szász, N.: Hebammen-Gesundheitswissen, Gräfe und Unzer Verlag, 2012
  • Kainer, F. & Nolden, A.: Das große Buch zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag, 11. Auflage, 2016
  • S3-Leitlinie „Adipositas und Schwangerschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG), Stand: November 2019, unter: https://register.awmf.org (Abrufdatum: 01.08.2023)
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact, Thieme Verlag, 5. Auflage 2013
  • Ustun, B. et al.: Flavor Sensing in Utero and Emerging Discriminative Behaviors in the Human Fetus, in: Psychological Science, Volume 33, Issue 10, doi: 10.1177/09567976221105460
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