Müder Junge liegt im Bett

Wenn Kinder schlecht schlafen

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Unruhige Nächte: Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder und Jugendliche bekommen zu wenig Schlaf. Unmittelbaren Folgen wie Schläfrigkeit am Tage sowie eine schlechtere Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit wirken sich dann schnell auf die Schulleistungen und Stimmung aus.

Dicker und kleiner

Verschiedene Studien zeigen ausserdem, dass Schlafmangel Übergewicht begünstigt. Gründe können sowohl Stresshormone als auch Heisshunger sein. Zudem produziert der Körper im Schlaf Wachstumshormone, die für das Knochenwachstum nötig sind. Kinder, die schlecht schlafen, könnten daher kleiner bleiben, als es ihren Anlagen entspricht, warnen die Mediziner.

Tipps für einen gesunden Schlaf

Die folgenden Schlaftipps für Kinder basieren auf Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ):

  1. Achten Sie auf regelmässige Einschlaf- und Aufstehzeiten bei Ihrem Kind.
  2. Schlafrituale wie z. B. ein Lied singen, beruhigende Musik hören oder eine Geschichte erzählen fördern das Zur-Ruhe-Kommen.
  3. Bringen Sie Ihr Kind erst zu Bett, wenn es müde ist.
  4. Zubettgehen sollte Spass machen und keine Strafe sein!
  5. Das Bett ist zum Schlafen reserviert. Kinder, die schlecht schlafen, sollten darin weder lesen noch spielen oder fernsehen.
  6. Zwischen Abendbrot und Zubettgehen sollte genügend Zeit für die Verdauung sein. Leichte Kost kann schlaffördernd wirken.
  7. Koffeinhaltige Getränke sind generell nichts für Kinder.
  8. Zwei Stunden vor dem Zubettgehen können Sport oder aufregende Aktivitäten wie Fernsehen, Zocken, Chatten und Surfen, aber auch spannende Bücher das Einschlafen behindern.
  9. Das Smartphone gehört nachts nicht ans Bett. Eingehende Nachrichten können das Kind wecken und zum Kommunizieren anregen. Zu viel Licht aus dem blauen Spektrum macht zudem wach.
  10. Achten Sie darauf, dass Lichtquellen und Lärm den Schlaf des Kindes nicht stören.
  11. Wenn Ihr Kind noch Mittagsschlaf hält, prüfen Sie, ob es nachts besser schläft, wenn es tagsüber wach bleibt.

Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Wachsen Kinder heran, nimmt auch ihr Schlafbedarf ab. Wie bei Erwachsenen kann dies individuell unterschiedlich sein. Beobachten Sie in den Ferien, wie lange Ihr Kind nach eigenem Rhythmus schläft. Als Faustregel gelten:

  • 3- bis 4-Jährige schlafen noch etwa 11,5 Stunden.
  • Beim Schuleintritt sind es etwa 10,5 Stunden.
  • Während der Grundschulzeit sinkt der Schlafbedarf auf etwa 9,5 Stunden.
  • Was viele nicht wissen: Auch Jugendliche benötigen durchschnittlich noch rund 9 Stunden Schlaf!
  • Erst mit 17 bis 18 Jahren pendelt sich das Schlafbedürfnis auf „erwachsene“ 7 bis 8 Stunden pro Nacht ein.

Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit leidet jeder achte 12- bis 17-Jährige unter einem chronischen Schlafmangel. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Quellen:
  • Pressemitteilung Stiftung Kindergesundheit, 10. März 2022
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