Von der Poliklinik bis zum Universitätskrankenhaus

VAMED Universitätsklinikum Lübbeck
VAMED Universitätsklinikum Lübbeck (VAMED)

Wie der österreichische Gesundheitsdienstleister VAMED heimische Expertise und Dienstleistungen weltweit exportiert.

Kurzfassung:

  •  35 Jahre VAMED: 850 Gesundheitseinrichtungen in fünf Kontinenten realisiert.
  • Als technischer Dienstleister betreut die VAMED 670 Gesundheitseinrichtungen mit rund 153.000 Betten.
  • Zukäufe in Deutschland und Schweiz (Rehabilitation, Sterilgut-Aufbereitung)
  • Erste familienorientierte Kinder- und Jugendrehabilitation in St.Veit/Pongau eröffnet.
  • PPP (Public Private Partnership)-Modelle im Gesundheitsbereich als Wirtschaftsmotor für Österreich.
  • Forschungsschwerpunkt Gendermedizin: Wirken sich Stoffwechselerkrankungen und Stress anders auf Frauen und Männer aus?
  • Die Gesamtzahl der Mitarbeiter der VAMED hat sich 2017 auf rund 18.000 Beschäftigte erhöht. In Österreich beschäftigt die VAMED aktuell über 6.000 Arbeitskräfte.

Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Jahr 2020 in 100 Ländern präsent sein und dort unabhängig von den landeseigenen Widrigkeiten und einer oftmals mangelhaften lokalen Infrastruktur Gesundheitseinrichtungen bereit stellen. Klingt größenwahnsinnig für ein Unternehmen aus dem gemütlich kleinen Österreich? Ist es aber nicht! Wir schreiben das Jahr 2018 und die VAMED AG bilanziert bereits eine Präsenz in 84 Ländern. Anders gesagt: noch 16 Markteintritte in den nächsten zwei Jahren – das geht sich aus. 

Dänemark, Spanien, Äquatorial-Guinea, Sambia und Nepal sind im vergangenen Jahr dazu gekommen. "Wir haben eine Schlüsselrolle im internationalen Gesundheitswesen übernommen", freut sich Vorstandsvorsitzender Dr. Ernst Wastler, "Heute tragen wir mit unserer Kompetenz aus 35 Jahren Erfahrung in Planung, Errichtung und Betrieb von Gesundheitseinrichtungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung weltweit bei."

850 Gesundheitsprojekte auf fünf Kontinenten

Dr. Ernst Wastler
Dr. Erst Wastler (Schedl / VAMED)

In diesen 35 Jahren ist viel passiert: Rund 850 Gesundheitsprojekte wurden auf fünf Kontinenten realisiert.  Die VAMED plant, finanziert, errichtet und betreibt Einrichtungen in allen Bereichen des Gesundheitswesens – von der Prävention über Akut-Medizin und Post-Akutversorgung bis hin zur Rehabilitation und Pflege. Per 31. Dezember 2017 stieg der Auftragsbestand im Projektgeschäft erstmals über die 2 Mrd. Euro-Grenze.

Anfragen zur Errichtung neuer Krankenhäuser kamen unter anderem aus Ulan Bator in der Mongolei, aus Kasama in Sambia, aus Vientiane in Laos, aus Wewak in Papua-Neuguinea und aus Biberach in Deutschland. Die beauftragten Projekte reichen dabei von der Poliklinik in Afrika, die der medizinischen Grundversorgung dient, bis hin zu Allgemeinen und Universitäts-Krankenhäusern zur spitzenmedizinischen Versorgung (z.B. in Berlin und Lübbeck).

Wachsende Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen

Neben den diversen Bauvorhaben verzeichnet das Unternehmen aber auch eine wachsende Nachfrage im Bereich der technischen Dienstleistungen und der Gesamtbetriebsführung. Das bedeutet: An vielen Standorten werden nicht neue Gesundheitseinrichtungen errichtet, sondern bestehende Krankenhäuser von der VAMED betrieben und bewirtschaftet. Dieses Dienstleistungsgeschäft erbrachte 2017 erstmals mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes.

Die Bilanz: Als technischer Dienstleister betreut die VAMED nun 670 Gesundheitseinrichtungen mit rund 153.000 Betten. Zum Vergleich: Das sind soviele Krankenhausbetten wie der Gesamtbestand Österreichs und der Schweiz. Oder wie 80 mal das AKH Wien.

Neuzugang: Sterilgut

"Unser Wachstum ist eigentlich immer organisch", betont Wastler im Pressegespräch, "Im vergangen Jahr sind wir aber auch den für uns ungewöhnlicheren Weg gegangen und haben Zukäufe getätigt." Eine Rehabilitationsklinik in Graubünden (Schweiz) und der deutsche Sterilgut-Aufbereiter cleanpart healthcare GmbH sind die Neuzugänge der VAMED-Familie.

Wastler: "Sterilgut steht immer nur bei Hygiene-Skandalen im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Wenn's nicht klappt, liest man es. Aber die unzähligen Operationen täglich, de reibungslos ablaufen, sieht keiner. Die sind ohne Sterilgutaufbereitung nicht denkbar!"

Onko-Reha mit Kind und Kegel

Der Leuwaldhof in St.Veit/Pongau (VAMED / Rehabilitation St. Veit im Pongau)

Auch in Österreich tut sich etwas: In St.Veit im Pongau wurde vor wenigen Tagen die erste familienorientierte Kinder- und Jugendrehabilitation eröffnet. Der Leuwaldhof bietet Rehabilitationsplätze für 32 Kinder und Jugendliche mit Krebs- und Stoffwechselerkrankungen sowie für bis zu 50 Angehörige.

+++ Mehr dazu lesen Sie in unserem Themenschwerpunkt zu Kinder- und Jugendrehabilitation +++

Öffentlich-private Partnerschaften als Finanzierungsmodell

Nach dem Auftrag des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) zur Errichtung von Strahlentherapiezentren im Krankenhaus Hietzing und am SMZ-Ost ist der Leuwaldhof bereits das 25. PPP-Projekt ("Public Private Partnership") der VAMED. 

"Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte gewinnt die Frage nach Finanzierungslösungen von Gesundheitseinrichtungen an Bedeutung", so Wastler. Der Vorteil sei, dass "wir schon PPP-Modelle umgesetzt haben, als man das im Gesundheitsbereich noch gar nicht kannte." Diese Pionier-Erfahrung hat sich für das Unternehmen bezahlt gemacht: "Wir sind als einziger Gesundheitsdienstleister in der Lage, alles aus einer Hand anzubieten."

Die Zukunft der Medizin ist individualisiert

Univ.-Prof. Dr. med. Alexandra Kautzky-Willer (Medizinische Universität Wien), Mag.a Johanna Mikl-Leitner (Landeshauptfrau von Niederösterreich), Dr. Ernst Wastler (Vorstandsvorsitzender der VAMED AG)
Prof. Kautzky-Willer, Landeshauptfrau Mikl-Leitner und Dr. Wastler stellen das neue Forschungsinstitut vor. (VAMED AG/APA-Fotoservice/Schedl)

Es muss eine recht große Hand sein, denn seit letztem Jahr umfasst sie auch die Forschung: Mit dem Institut für Gender Medizin hat die VAMED in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien erstmals eine Gesundheitseinrichtung eröffnet, die sich ausschließlich der Forschung widmet. Aus den Ergebnissen erwartet man sich wichtige Erkenntnisse, insbesondere für die Bereiche Stoffwechselerkrankungen und Stress, die zukünftig in die Praxis der betriebenen Gesundheitseinrichtungen einfließen sollen.

+++ Mehr zum Thema Gendermedizin lesen Sie hier +++

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Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der Information: April 2018
Quellen

 Jahresbilanz-Pressekonferenz der VAMED AG, 13.04.2018

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