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COVID-19: Keine Antikörper trotz Infektion?

Antikörper SARS-CoV-2 Studie
Bei mildem Krankheitsverlauf werden häufig nur wenige Antikörper gebildet. (Floriana / iStockphoto)

Forschungsergebnisse aus Niederösterreich zeigen: Nicht jeder bildet bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 auch Antikörper gegen das Virus aus.

In der Ortschaft Reichenau an der Rax im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen wurde die Bildung von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus untersucht. Die Gemeinde wurde deshalb für die Studie augewählt, weil dort zu Beginn der Pandemie besonders viele Infektionen vermeldet wurden. 

Weit mehr Infizierte als gedacht

70 Personen infizierten sich im Frühjahr mit SARS-COV-2/COVID-19, bis zu 260 Personen befanden sich zeitgleich in Quarantäne. Um herauszufinden, wie viele Infektionen unentdeckt geblieben waren, riefen die Vorsteher der Gemeinde im Juni zu einer großen Antikörpertest-Aktion auf. Dabei wurden Blutproben von 1.824 der insgesamt 2.515 Einwohner auf Antikörper analysiert.

Die Ergebnisse:

  • Wesentlich mehr Einwohner als zuvor angenommen infizierten sich mit SARS-CoV-2.: Zuvor bereits durchgeführte PCR-Testungen zeigten noch, dass sich 2,8 % der Bevölkerung infiziert hatten. Die Antikörpertests brachten jedoch zum Vorschein, dass 6,5 % das neuartige Coronavirus in sich trugen.
  • 12 % der Einwohner, die bereits im Frühjahr positiv getestet wurden, hatten keine Symptome. Bei den späteren positiv getesteten Personen waren sogar 65 % symptomfrei.
  • Von 49 Teilnehmern, bei denen im März eine Infektion nachgewiesen worden war, wurden nur bei 35 Einwohnern auch Antikörper nachgewiesen. Etwa ein Drittel bildete somit trotz Infektion keine Antikörper gegen das Virus.
  • Die Infizierten im Alter zwischen 15 bis 40 Jahre bildeten weniger Antikörper aus als die anderen Altersgruppen.

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"Die Altersgruppe zwischen 15 und 40 Jahren hat fast keine oder nur sehr wenig Antikörper gebildet", hält Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner fest. Sie vermutet als Grund dafür, dass schwere Verläufe bei jüngeren Menschen seltener auftreten, was sich auch auf die Bildung der Antikörper auswirkt. Ein Umstand, der allerdings bereits vor der Studie bekannt war. Laut Lechner ist aber neu, dass einige Infizierte gar keine Antikörper entwickeln.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind wichtig, um die sogenannte Durchseuchungsrate besser einschätzen zu können. Diese beschreibt den Grad der Verbreitung einer Infektion innerhalb einer Population. In einem zweiten Schritt sollen jetzt nach den Menschen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde auch diejenigen, die lediglich einen Zweitwohnsitz dort gemeldet haben, getestet werden.

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Schnupfen kein Hauptsymptom

Die am häufigsten von den Infizierten Reichenauern angeführten Symptome waren Husten, Fieber, Müdigkeit und der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinnes. Schnupfen war nicht unter den Hauptsymptomen zu finden. Das ist gerade aktuell von besonderem Interesse in Hinblick auf Schulen und Kindergärten. Ob leicht verschnupfte Kinder ohne Fieber in die Bildungsstätten gebracht werden sollen, sorgt immer wieder für Diskussionen.

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Quellen

https://noe.orf.at/stories/3067822/ (Letzter Zugriff: 30.9.2020)
 

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