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Neue Studie erforscht unterschiedliche Verläufe bei Grippe und COVID-19

Unterschiede COVID-19, Influenza
Unterschiede zwischen Grippe und COVID-19-Patienten wurden näher untersucht. (appledesign / iStockphoto)

Eine neue Studie aus Frankreich untersuchte die Unterschiede zwischen der in Krankenhäusern betreuten Patienten mit COVID-19 und jenen mit Grippepatienten. Dabei wurden einige Abweichungen festgestellt.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie galt das Grippe- oder Influenzavirus stets als Modell für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Schnell wurde dabei jedoch klar, dass es einige Unterschiede im Krankheitsverlauf gibt. Inwieweit sich die Symptome beider Patientengruppen, die eine Behandlung im Krankenhaus benötigten, voneinander unterscheiden, untersuchte eine französische Studie. Die Ergebnisse wurden im Journal The Lancet publiziert.

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Unterschiede und Ähnlichkeiten

Zunächst gibt es einige Ähnlichkeiten bei Grippe- und Coronaviren: Beide können die Atemwege betreffen und verhalten sich auch in der Übertragung ähnlich. Die neue retrospektive Studie aus Frankreich widmete sich nun den Unterschieden, die bei den jeweiligen Patienten mit schweren Verläufen feststellbar waren: Dabei wurden Symptomatik, Vorerkrankungen, aber auch Sterblichkeitsraten untersucht.

Daten von rund 90.000 Corona-Patienten erfasst

Die Studie wertete die Daten von insgesamt 89.539 Probanden, die zwischen 1. März und 30. April 2020 wegen einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, aus. Zum Vergleich wurden die Daten von 45.819 Patienten abgeglichen, die zwischen dem 1. Dezember 2018 und 28. Februar 2019 aufgrund einer Influenza-Infektion im Spital behandelt werden mussten. Die Daten entnahmen die Forscher der French National Administrative Database.

Unterschiedliche Vorerkrankungen

COVID-Patienten hatten im Vergleich zu Grippepatienten häufiger:

Influenza-Erkrankte waren häufiger erkrankt an: 

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Übersicht: Influenza- und COVID-19-Patienten

  Influenza-Patienten COVID-19-Patienten
Durchschnittsalter 68 Jahre  (52-82) 71 Jahre  (34-84)
Mortalität 5,8 Prozent 16,9 Prozent
Kinder 8.942 Patienten (19,5%)  1.227 Patienten (1,4%)

Weniger Hospitalisierungen bei Kindern

Im Vergleich zu den Influenza-Erkrankten mussten weniger Kinder mit COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden. Dafür benötigten die sehr jungen Patienten mit COVID-19 häufiger (2,3%) eine intensivmedizinische Betreuung als die Vergleichsgruppe der an der Grippe erkrankten Kinder (0,9%). Die Sterblichkeit der etwas älteren Patienten – im Alter zwischen 11 und 17 Jahren – war bei COVID-Patienten zehn Mal höher als bei Grippepatienten (1,2 versus 0,1%). Diese Patientengruppe war auch häufiger übergewichtig und adipös.

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Sterblichkeit 

Neben akutem Atemversagen, höheren Zahlen an Lungenembolien, septischem Schock oder Hämorrhagischem Schlaganfall war auch die Mortalität bei den akut mit SARS-CoV-2-Infizierten höher als im Vergleich zu Grippepatienten. Herzinfarkt und Vorhofflimmern traten hingegen seltener auf.

Die Forschungsergebnisse liefern zwar schon einige neuen Informationen, um ein besseres Bild im Bezug auf die Unterschiede bei den einzelnen Patientengruppen zu erhalten, dennoch braucht es noch eingehendere Untersuchungen.

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Aktualisiert am:
Quellen

"Comparison of the characteristics, morbidity, and mortality of COVID-19 and seasonal influenza: a nationwide, population-based retrospective cohort study":
 https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30527-0/fulltext (Letzter Zugriff: 08.02.2021)

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