Tollwut: Wie gefährdet ist Österreich?

Österreich ist seit 2008 offiziell tollwutfrei. (piola666 / iStock)

Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich rund 55.000 Menschen an Tollwut. In den meisten Fällen fungieren Hunde und Füchse als Überträger der Viruserkrankung, aber auch Fledermäuse sind als Krankheitsüberträger von zunehmender Bedeutung.

Welt-Tollwut-Tag am 28. September

Der Welt-Tollwuttag am 28. September ist eine internationale Kampagne der vereinten Nationen (UN). Ziel des weltweiten Projekts ist, auf die Gefahren, die von Tollwut ausgehen, aufmerksam zu machen und gleichzeitig Informationen über die Vorbeugung der Erkrankung bereitzustellen.

Tödliche Erkrankung

Tollwut ist eine weltweit verbreitete Erkrankung. Sie wird durch das Rabies-Virus verursacht und über Speichelkontakt übertragen. In den meisten Fällen geht der Infektion eines Menschen ein Biss eines infizierten Tieres voraus. Die Inkubationszeit ist abhängig von der Virusmenge und der Stelle des Bisses: je weiter die Bissstelle vom zentralen Nervensystem entfernt ist, desto länger dauert die Wanderung der Viren ins Gehirn. Dort kommt es zu schweren Gehirnhautentzündungen, die wiederum die typischen Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Muskelkrämpfe, Schluckstörungen und letztlich eine Atemlähmung auslösen. Einmal ausgebrochen, führt Tollwut in nahezu allen Fällen in kurzer Zeit zum Tod, eine Behandlung gibt es nicht.

Österreich seit 2008 tollwutfrei

In Österreich stellen Hunde, Katzen, aber auch Füchse das größte Risiko für eine Tollwutinfektion dar. Als Folge der hohen und flächendeckenden Durchimpfungsrate unserer Haushunde und der freilaufenden Katzen konnte Österreich im Jahr 2008 für frei von Tollwut erklärt werden. Auch die orale Immunisierung der Füchse mittels Impfköder konnte dazu beitragen, die Verbreitung der Tollwutviren hierzulande einzudämmen.

Trotz aller Bemühungen gilt dieser Status nicht für ganz Europa. Aus diesem Grund ist insbesondere bei Reisen ins Ausland Vorsicht geboten. Auch sollten von Urlauben in tollwutgefährdeten Ländern keine Hunde mit nach Hause genommen werden. Das höchste Risiko außerhalb Europas besteht derzeit bei Reisen nach Südost-Asien, Indien oder Nordafrika.

Infektion vermeidbar

Aus Sicherheitsgründen wird vor Auslandsreisen eine prophylaktische Impfung gegen Tollwut empfohlen. Auch eine unmittelbar nach dem Biss verabreichte Impfung kann eine Ansteckung verhindern, allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern hochwertige Impfstoffe nur sehr eingeschränkt erhältlich. In jedem Fall sollte in tollwutgefährdeten Gebieten jeglicher Kontakt mit Hunden, Katzen, Wildtieren und Fledermäusen vermieden werden. 

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Aktualisiert am:

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