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Wie hängen Entscheidungen mit dem Gedächtnis zusammen?

Gedächtnis Entscheidungen Forschung
Die Qual der Wahl: Eine Studie untersuchte wie unsere Entscheidungen mit unserem Gedächtnis zusammenhängen. (Olivier Verriest / iStockphoto)

Die Inhalte unseres Gedächtnisses beeinflussen unsere Entscheidungen, selbst dann, wenn wir in der Vergangenheit damit keine guten Erfahrungen gemacht haben. Entscheidungen können umgekehrt aber auch Einfluss auf unser Gedächtnis nehmen. Zu diesem Thema erschien jetzt eine neue Studie im Fachmagazin Nature Communications.

Alle Erfahrungen, die ein Mensch macht, beeinflussen die Entscheidungen, die dieser trifft und in Zukunft treffen wird. Das ist in der Psychologie seit Langem bekannt. Bisher nahmen Psychologen jedoch an, dass nur Entscheidungen, die einen positiven Ausgang brachten, wiederholt werden. In einer Studie der Universität Düsseldorf konnte nun jedoch unter anderem gezeigt werden, dass dies nicht immer der Fall ist. 

Studie arbeitete mit Verknüpfungen

Die insgesamt 200 Probanden der Studie mussten sich zunächst Verknüpfungen zwischen ihnen unbekannten japanischen Schriftzeichen und Bildern von Süßigkeiten merken. Anschließend wurde den Testpersonen zwei Schriftzeichen angeboten, wobei sie überwiegend jenes auswählten, das mit der für sie "besseren Süßigkeit" verknüpft war. 

Auch nach dieser Auswahlsituation entschieden sich die Probanden in einem finalen Test für das zuvor gewählte Symbol und nicht für ein objektiv gleichwertiges Symbol. Auswahlmöglichkeiten, die wiederum bereits in der Vergangenheit nicht gewählt wurden, wurden auch weiterhin nicht ausgewählt auch dann, wenn es die einzige (gleichwertige) Wahlmöglichkeit darstellte.

Daraus schließen die Forscher: Eine Option, die in der Vergangenheit öfters gewählt wurde, wird auch in Zukunft eher gewählt. Auf den Alltag übertragen bedeutet das, dass Produkte im Supermarkt eher erneut gekauft werden, wenn sie bereits in der Vergangenheit gekauft wurde, unabhängig davon, ob sie für gut oder nicht gut befunden wurden. 

Häufiges Auswählen führt also zu einem besseren Erinnern an die mit der Option verknüpfte Belohnung. 

Überprüfung mit MRT-Gerät

Das beobachtete Entscheidungsverhalten legt also nahe, dass das Treffen einer Entscheidung sehr eng an das Gedächtnis geknüpft ist. Das wurde mit einer funktionellen Magnetresonanztomographie überprüft.

Entscheidungen werden also nicht nur durch unser Gedächtnis beeinflusst, sondern können selbst wiederum das assoziative Gedächtnis (also jenes, das Verbindungen zwischen scheinbar voneinander unabhängigen Einzelinformationen) umformen. 

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Quellen

"Decisions bias future choices by modifying hippocampal associative memories".
https://www.nature.com/articles/s41467-020-17192-7 (Letzter Zugriff: 6.7.2020)

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