Volksbegehren: 6 Fragen an Prof. Sevelda

DON'T SMOKE: Volksbegehren zum Nichtraucherschutz
Gemeinsam mit der Ärztekammer fordert die Österreichische Krebshilfe einen umfassenden Nichtraucherschutz. (Syda Productions / Shutterstock)

Die Österreichische Krebshilfe ist Partner von "DON'T SMOKE", dem Volksbegehren für ein Nichtraucherschutzgesetz. Wir haben Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda nach seinen Beweggründen gefragt.

netdoktor.at: Warum ist Ihnen persönlich das Volksbegehren DON'T SMOKE ein Anliegen?

Prof. Sevelda: Ich habe vier Kinder und keiner in unserer Familie raucht. Mein Onkel und auch mein Cousin sind an den Folgen des Rauchens verstorben. Unser Vater hat mir und meinen drei Geschwistern das Rauchen strengstens untersagt und daran haben wir uns auch Gott sei Dank gehalten. Der schädliche Einfluss des Rauchens war schon in den 60er- Jahren bekannt , dass auch das Passivrauchen so schädlich ist, wurde erst in den letzten 20 Jahren deutlich.

Wie sieht effektiver Nichtraucherschutz aus?

Ein absolutes Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben inklusive der Diskotheken und von Festzelten etc. Natürlich auch das Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden und vor allem auch in allen Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen.

Warum sind abgetrennte Raucherbereiche in Hotels und Gastronomie nicht genug? Wieso können Nichtraucher dadurch trotzdem geschädigt werden?

Die Trennung funktioniert einfach nicht, wie Messungen der Feinstaubbelastung klar zeigen konnten. Ich gehe daher auch nicht mehr in Lokale mit getrennten Bereichen, ich bevorzuge klar Nichtraucherlokale wie auch die meisten Österreicherinnen und Österreicher. Außerdem hoffe ich auf eine Trendumkehr, dass Raucher nicht mehr begleitende Nichtraucher pro Forma fragen, ob das Rauchen vielleicht stört, sondern dass es selbstverständlich wird, dass Rauchen nur im Freien oder in abgeschlossenen Räumen, wie derzeit auf allen Flughäfen dieser Welt ermöglicht wird.

Wie hat sich das Rauchverbot in der Gastronomie in anderen Ländern auf die Gesundheit der Bevölkerung ausgewirkt? Gibt es dazu Untersuchungen?

Dazu gibt es zahlreiche Studien, die eindeutig zeigen konnten, dass durch das Rauchverbot in der Gastronomie innerhalb kurzer Zeit die Herzinfarktrate und auch die Schlaganfallsrate um 6 % im ersten Jahr zurückgegangen ist. Auswirkungen auf die Krebserkrankungen dauern naturgemäß etwas länger, aber ein Absinken vor allem des Lungenkarzinoms ist deutlich zu erkennen. Auch COPD und Gefäßerkrankungen nehmen signifikant ab.

Was würden Sie Kanzler und Vizekanzler der Republik Österreich gerne persönlich sagen?

"Die Gesundheit ist das wichtigste Gut für jeden Menschen. Es ist Ihre persönliche Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die österreichische Bevölkerung möglichst gesund leben kann. Diese selbstverständliche Verpflichtung verletzen Sie beide persönlich durch das geplante Aufheben des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie und damit nehmen sie die Verantwortung für den Tod vieler Tausender Österreicherinnen und Österreicher auf sich!"

Unterschreiben wird Dank Handy-Signatur stark vereinfacht. Mit wievielen Unterschriften rechnen Sie?

Wir hoffen eine möglichst breite Unterstützung durch die Bevölkerung, die endlich die Möglichkeit hat, in einer wichtigen Frage deutlich ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Je mehr Unterschriften, desto besser!

Vielen Dank für das Gespräch.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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