Maßvoll essen in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme Schwangerschaft
Schwangere sollten ihr Gewicht stets im Blick behalten. (gpointstudio / iStockphoto)

Neun Monate lang essen für zwei? Diese alte "Weisheit" hat längst ausgedient. Der zusätzliche Nährstoffbedarf Schwangerer ist viel geringer als oftmals vermutet.

Schwangere haben grundsätzlich einen erhöhten Nährstoffbedarf, dieser fällt jedoch weit geringer aus, als oftmals vermutet. Der zusätzliche Kalorienbedarf liegt – abhängig von der Schwangerschaftswoche – zwischen 250 und 500 kcal.

  • Bis zur 12. Schwangerschaftswoche benötigt der mütterliche Organismus keine zusätzliche Nährstoffzufuhr.
  • Ab der 13. Schwangerschaftswoche ist der Nährstoffbedarf rund 10% (200 bis 300 kcal) höher als sonst. Das entspricht etwa einer Scheibe Vollkornbrot mit Käse oder einem Apfel und einem halben Liter Buttermilch oder zwei Kugeln Schokoladeneis.
  • Ab der 28. Schwangerschaftswoche steigt der Kalorienbedarf nochmals an, ab diesem Zeitpunkt werden insgesamt etwa 500 zusätzliche Kilokalorien benötigt.

Eine wichtige Rolle spielt, in welcher Form diese zusätzlichen Kalorien aufgenommen werden. Auch wenn Heißhungerattacken in der Schwangerschaft nicht immer ausbleiben, sollten werdende Mütter darauf achten, sich ausgewogen zu ernähren und ihren Körper mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen.

Welche Gewichtszuname ist "normal“?

Einen einheitlichen Wert für die optimale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft gibt es nicht. Ausschlaggebend dafür, in welchem Bereich sich die Zunahme bewegen sollte, ist das Ausgangsgewicht der werdenden Mutter. 2017 veröffentlichte die WHO Empfehlungen für die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft:

  • Untergewichtige Frauen (BMI unter 18,5): 12,4 bis 18 kg
  • Normalgewichtige Frauen (BMI zwischen 18,5 und 24,9): 11,5 bis 16 kg
  • Übergewichtige Frauen (BMI zwischen 25 und 29,9): 7 bis 11,5 kg
  • Fettleibige Frauen (BMI über 30): 5 bis 7 kg

+++ Mehr zum Thema: So berechnet man den BMI +++

Übergewicht schadet Mutter und Kind

Werdende Mütter sollten ihr Gewicht stets im Blick behalten und nicht mehr zunehmen als empfohlen. Übergewicht wirkt sich nicht nur negativ auf die werdende Mutter aus, sondern schadet auch langfristig dem Nachwuchs.

Folgen von Übergewicht für die Mutter:

Folgen von Übergewicht für das Kind:

  • Der kindliche Stoffwechsel gewöhnt sich bereits im Mutterleib an das Überangebot an Nahrung. Das Risiko für das Kind, selbst übergewichtig zu werden, steigt. Die Folgen können späteres Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sein.
  • Personen mit einem erhöhten BMI haben ein erhöhtes Risiko für Asthma.

Zu wenig ist auch nicht gesund

Idealerweise starten Frauen mit einem gesunden Ausgangsgewicht in eine Schwangerschaft. Damit sind die besten Voraussetzungen für eine komplikationsarme Schwangerschaft und/oder Geburt geschaffen.

Auch wenn es wichtig ist, das Gewicht während der Schwangerschaft im Blick zu behalten, sollten werdende Mütter das Kalorienzählen nicht übertreiben. Auch Untergewicht und/oder eine zu geringe Nährstoffzufuhr während der Schwangerschaft können sich negativ auf Mutter und Kind (zu geringes Geburtsgewicht, Frühgeburten) auswirken.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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