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Riechstörungen durch COVID-19

COVID-19, Riechstörung
Einige COVID-19 Patienten berichten von Riechstörungen. (microgen / iStockphoto)

Seit Ausbruch der Corona Pandemie beobachten Forscher wiederholt ein Symptom der Erkrankung: die Verminderung des Geruchssinns. Nun versuchen sie herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Ein häufiges Symptom einer COVID-19-Erkrankung ist die Riechstörung (Hyposomie), betroffene Patienten klagen über eine Verminderung oder den Verlust des Riech- oder Geschmackssinns. Die Symptome treten in einem frühen Stadium der Erkrankung plötzlich auf und klingen rasch wieder ab. 

Mediziner der Universitätsklinik Köln haben in der Fachzeitschrift Laryngo-Rhino-Otologie die aktuell zur Verfügung stehenden Forschungsergebnisse aus bisher zu diesem Thema in Europa und den USA veröffentlichten Studien zusammengetragen und ausgewertet.

Konkret ergab eine Befragung aus China eine Rate von etwa fünf Prozent an Patienten, die an einer Riechstörung leiden, während eine US-amerikanische Studie von 75 Prozent berichtet. Es könnte also hier eine tatsächliche Abweichung im Verlauf der Krankheit geben. 

Ausgewertet werden dafür aktuell vor allem Daten aus Befragungen von Betroffenen. Um mehr über die genauen Ursachen der Beeinträchtigung des Geruchssinns zu erfahren, und diese objektiv darstellen zu können, sollen in Zukunft jedoch validierte Riechtests verwendet werden. 

Welche Daten werden verarbeitet?

Für die aktuelle Übersicht hat Dr. Martin Otte gemeinsam mit zwei seiner Kollegen 35 medizinische Beiträge ausgewertet, die bis zum 5. Mai 2020 in der Datenbank PubMed recherchierbar waren. "Leider fehlen bislang systematische Studien, die einen Vergleich erlauben würden", erklärt Dr. Martin Otte. Eine Möglichkeit wäre etwa der an der MedUni Wien gerade in der Entwicklung befindliche Riechtest.

+++ Mehr zum Thema: MedUni Wien ersforscht Riechstörungen bei SARS-CoV-2-Infizierten +++

Riechstörung bei mildem und moderatem Verlauf

Eine Besonderheit bei den Riechstörungen im Zusammenhang mit COVID-19 ist,  dass vorwiegend Patienten mit milden bis moderaten Krankeitsverläufen davon berichten. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass vorwiegend Patienten aus dieser Gruppe befragt wurden. Auffallend ist außerdem, dass europäische und US-amerikanische Studien sehr häufig über Riechstörungen berichten, Studien aus Asien hingegen seltener. Die Riech- und Schmeckstörung im Rahmen von COVID-19 unterscheidet sich deutlich von anderen Riechstörungen: Sie tritt im Gegensatz zu anderen viral bedingten Erkrankungen in einem sehr frühen Stadium von COVID-19 plötzlich auf und verschwindet ebenso schnell wieder.  

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Aktualisiert am:
Quellen

"Riechstörungen bei COVID-19 – aktueller Wissensstand"
Laryngo-Rhino-Otologie 2020. https://www.thieme.de/de/presse/riechstoerung-bei-covid-19-158077.htm
(Letzter Zugriff: 2.7.2020) 
 

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