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Pneumokokken-Impfung: Wie sich ältere Personen vor Lungenentzündung schützen

Lungenentzündung Pneumokokken Vorbeugen
Eine Impfung gegen Pneumokokken zeigte in einer neuen Langzeit-Studie vor allem bei älteren Patienten gute Ergebnisse. (andresr / iStockphoto)

Streptokokken (Streptococcus pneumoniae) können bei gesundheitlich vorbelasteten und älteren Menschen leichter zu Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen – so die neuesten Erkenntnisse. Eine Pneumokokken-Impfung kann Sie für rund zwei Jahre schützen.

Welcher Mensch – gesund oder krank – fürchtet keine Lungenentzündung? Die wenigsten wissen jedoch, dass die gefährliche und hartnäckige Erkrankung von einem Bakterium (Streptococcus pneumoniae) verursacht wird. Die auch als Pneumokokken bezeichneten Erreger können jedoch auch zu Meningitis (Hirnhautentzündung) sowie einer Septikämie (Blutvergiftung) führen.

Was sind Streptokokken?

Streptokokken sind Bakterien, die in vielerlei Form auf bzw. im menschlichen Körper leben. Manche dieser Stämme können jedoch Krankheiten auslösen, meist im Zuge einer Tröpfcheninfektion, über direkten Kontakt mit infizierten Wunden oder via Mutter-Kind-Übertragung.

Diese Bakterien können u.a. Lungen­entzündung , Angina, Scharlach, Rotlauf oder die Neugeborenensepsis auslösen, und werden üblicherweise mit Breitband-Antibiotika behandelt.

Vor allem für ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder einem stark geschwächten Immunsystem kann eine Lungenentzündung kritisch verlaufen. Eine groß angelegte Studie aus Großbritannien hat nun die Wirksamkeit der Pneumokokken-Impfung über 17 Jahre hinweg überprüft.

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Wie wirksam ist die Impfung gegen Pneumokokken?

Mehr als 6.300 Studienteilnehmer über 65 Jahre aus England und Wales – davon rund die Hälfte Risikopatienten (Atemwegs-, Diabetes, Nieren- bzw. Herz-Kreislaufpatienten) –wurden über 4 Jahre hinweg mittels Fragebögen begleitet. Rund ein Drittel aller Befragten hatte zusätzlich ein geschwächtes Immunsystem. Diese Gruppe wurde mit einer Kontrollgruppe aus der Zeit vor der Impfung verglichen.

Dabei zeigte sich, dass die Pneumokokkenimpfung, unabhängig vom Zeitpunkt der Impfung, bei durchschnittlich 27% der Teilnehmer wirksam war – und dies vor allem in den ersten beiden Jahren nach Impfung. 

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Wirksamer in den ersten 2 Jahren (und bei wiederholter Impfung)

Die Wirksamkeit der Impfung war abhängig vom Gesundheitszustand der Patienten:

  • zuvor gesunde Menschen:  45% Erfolgsquote
  • Patienten mit Vorerkrankungen: 25% Erfolgsquote 
  • Personen mit zusätzlich geschwächtem Immunsystem:  13% Erfolgsquote

Die Wirkung scheint zudem mit regelmäßiger Impfung zu steige und einen "Herdeneffekt" aufzuweisen: Wurden die Kinder in derselben Familie auch geimpft, sanken auch die Neuinfektionen bei den älteren Familienmitgliedern.

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Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Djennad, A., Ramsay, M. E., Pebody, R., Fry, N. K., Sheppard, C., Ladhani, S. N., & Andrews, N. J. (2018). Effectiveness of 23-Valent Polysaccharide Pneumococcal Vaccine and Changes in Invasive Pneumococcal Disease Incidence from 2000 to 2017 in Those Aged 65 and Over in England and Wales. EClinicalMedicine, 6, 42–50. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2018.12.007

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