Frau saltz Essen nach

Nachsalzen begünstigt Magenkrebs

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Salzreiche Kost kann das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Das hat man schon vor einigen Jahren im Rahmen von Untersuchungen in Asien festgestellt. Dort wird traditionell sehr salzhaltig gegessen – beispielsweise entsprechend eingelegtes Gemüse, gesalzener Fisch oder auch in Form stark salzhaltiger Würzsaucen.

40 Prozent höheres Risiko

Doch gilt ein solcher Zusammenhang auch im europäischen Raum? Forschende der Universität Wien haben das anhand von Daten von mehr als 470.000 Erwachsenen aus der UK-Biodatenbank untersucht.

Das Ergebnis: Personen, die angaben, ihr Essen häufig nachzusalzen, hatten ein um rund 40 Prozent höheres Magenkrebsrisiko als jene, die aufs Nachsalzen verzichteten. Insgesamt hatten im Beobachtungszeitraum von rund elf Jahren 640 Teilnehmende Magenkrebs entwickelt.

„Unsere Forschungsarbeit zeigt den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Salzzugaben und Magenkrebs auch in westlichen Ländern auf“, betont Erstautorin Selma Kronsteiner-Gicevic. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als das Team Lebensstil, sozioökonomische Faktoren und weitere Erkrankungen berücksichtigte.

Magenkrebs trifft immer mehr Jüngere

In der Liste der häufigsten Krebsarten weltweit liegt Magenkrebs an fünfter Stelle. Männer erkranken häufiger als Frauen. Das Risiko für diese Tumorerkrankung steigt eigentlich mit dem Alter. Allerdings zeigen jüngere Statistiken, dass diese Krebsform bei Menschen unter 50 Jahren immer häufiger anzutreffen ist.

Magenkeim als Krebsauslöser

Der wichtigste Risikofaktor für Magenkrebs ist eine Besiedelung mit dem Magenkeim Helicobacter pylori. Mit dem Bakterium sind rund drei von zehn Erwachsenen infiziert – häufig ohne es zu bemerken. Menschen, die häufig unter Magenschleimhautentzündungen leiden oder die Verwandte ersten Grades (Geschwister, Eltern, Kinder) mit Magenkrebs haben, sollten sich auf den Keim testen lassen. Eine Antibiotikatherapie kann das Risiko für Magenkrebs wieder senken.

Rauchen, Alkohol, Fleisch und Salz

Weitere Risikofaktoren sind Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Pflanzenreiche Kost senkt das Risiko, fleischlastige Mahlzeiten erhöhen es eher. Kaffee und Tee hingegen scheinen das Magenkrebsrisiko nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu beeinflussen.

Auf die Liste der Risikofaktoren gehört nun offenbar auch eine salzhaltige Ernährung. Sie könnte früheren Untersuchungen zufolge die Magenschleimhaut schädigen und anfälliger für die besiedlung mit Helicobacter pylori machen.

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Quellen:
  • Krebsinformationsdienst, www.krebsinformationsdienst.de (Abrufdatum: 13.05.2024)
  • Kronsteiner-Gicevic, S. et al.: Adding salt to food at table as an indicator of gastric cancer risk among adults: a prospective study, Gastric cancer, 17.04.2024, doi: 10.1007/s10120-024-01502-9
  • Wang, X. et al.: Review of salt consumption and stomach cancer risk: Epidemiological and biological evidence, NLM, 14.05.2009, doi: 10.3748/wjg.15.2204
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