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Morgensport als Krebsvorsorge?

Krebsrisiko zirkadianer Rhythmus Sport
Sport senkt das Krebsrisiko. (BartekSzewczyk / iStockphoto)

Sport hält nicht nur fit, sondern senkt auch das Risiko an Krebs zu erkranken. Eine Untersuchung der MedUni Wien zeigte, dass Sport in den Morgenstunden eine besonders schützende Wirkung haben könnte.

Unterschiedliche Umwelteinflüsse können Krebserkrankungen begünstigen. Unser zirkadianer Rhythmus – auch Biorhythmus genannt – ist dabei ein wichtiger Faktor. In der Medizin fand dieser bisher aber dennoch nur wenig Beachtung. 

Kommt es zu Störungen des zirkadianen Rhythmus, wie beispielsweise durch Licht in der Nacht oder einer zu spät eingenommenen Mahlzeit, bringt den gesamten Körper aus dem Gleichgewicht – und das kann wiederum zu einem erhöhten Krebsrisiko führen.  

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Sport senkt das Krebsrisiko

Körperliche Aktivität hat hingegen einen positiven Effekt auf den Körper und lässt erwiesenermaßen das Krebsrisiko sinken. Wissenschafter aus Wien und Barcelona untersuchten jetzt in einer aktuellen Studie, ob die Uhrzeit, zu der Sport getrieben wird, dabei eine Rolle spielt.

Im Detail wollte die internationale Forschergruppe wissen, ob sich durch Sport am Morgen ein stärkerer Effekt auf das Brust- und Prostatakrebsrisiko nachweisen lässt, im Vergleich zu sportlicher Betätigung zu anderen Tageszeiten.

Die Basis bildeten dabei vorangegangene Studien. Diese zeigten, dass Melatonin das Risiko an Krebs zu erkranken positiv beeinflusst. Der Körper produziert dieses Hormon hauptsächlich in der Nacht, weshalb es auch als Schlafhormon bekannt ist. Die Hypothese der aktuellen Studie beruhte auf Ergebnissen einer experimentellen Studie, in der gezeigt werden konnte, dass körperliche Aktivität am Nachmittag oder am Abend den Melatonin-Rhythmus zeitlich nach hinten verschieben kann.

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Wirkung am Morgen am größten

Die Forscher analysierten das Sportverhalten und das Krebsrisiko von insgesamt 2.795 Probanden durch eine populationsbasierte Multi-Fall-Kontroll-Studie (MCC-Spain). Dabei gelang der Nachweis, dass die krebsvorbeugende Wirkung von Sport zwischen 08:00 und 10:00 Uhr morgens stärker war als zu anderen Tages- und Nachtzeiten.

Bei Männern zeigte jedoch auch Sport zwischen 19:00 und 23:00 Uhr einen ähnlichen Effekt. Weiters scheint dabei auch der Chronotyp – also ob jemand grundlegend morgens oder abends seine aktivere Phase hat – einen Einfluss zu nehmen. Gerade bei den sogenannten "Eulen", also Menschen, die erst am Abend aktiv sind, wurde eine deutliche Auswirkung durch Morgensport sichtbar.

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Die Experten raten allgemein zu mindestens eineinhalb Stunden moderater körperlicher Aktivität pro Woche, um das Krebsrisiko zu senken. "Der Zeitpunkt der körperlichen Aktivität kann sich offensichtlich auf den Sexualhormon- und Melatoninrhythmus auswirken sowie auf den Nährstoffmetabolismus. Das könnte unsere Ergebnisse erklären", so die Conclusio der Wissenschafter.

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Quellen

“Effect of time of day of recreational and household physical activity on prostate and breast cancer risk (MCC‐Spain Study).”  https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijc.33310 (Letzter Zugriff: 13.10.2020)
 

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