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Welt-Lungenkrebstag: Lungenkrebs und Covid-19

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Eine Studie untersuchte, wie sich Covid-19 bei Lungenkrebspatienten auswirkt. (peterschreiber.media / iStockphoto)

Die Zeitschrift The Lancet Oncology veröffentlichte die erste Studie zu Lungenkrebs und COVID-19-Erkrankung. Darin wurden Daten von Lungenkrebspatienten, die an COVID-19 erkrankten, ausgewertet.

Eine neue Beobachtungsstudie wertete internationale Daten zur Auswirkung einer COVID-19-Erkrankung auf Lungenkrebspatienten aus. Das liefert erstmals wichtige Orientierungspunkte für den optimalen Umgang mit Lungenkrebs während der Coronapandemie.

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COVID-19 und Lungenkrebs: ein "hochgefährliches Paar"

Lungenkrebspatienten gehören zur absoluten Hochrisikogruppe, so OA Dr. Maximilian Hochmair, Leiter der onkologischen Tagesklinik der Klinik Wien Floridsdorf . Das wurde bisher bereits vermutet und wurde nun auch in der neuen Studie bestätigt. Es sei deshalb "besonders wichtig, dass die Patienten selbst und auch ihr Umfeld alle Maßnahmen, um eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu vermeiden, sehr genau einhalten."

Seit Ausbruch der Coronapandemie wurde von Experten vermutet, dass bei Lungenkrebspatienten eine besonders hohe Sterblichkeitsrate besteht, wenn diese an COVID-19 erkranken. Auch darüber gibt es jetzt detaillierte Erkenntnisse. 

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Hohe Sterblichkeitsrate, aber ebenso hohe Rate an Genesenen

Die jetzt veröffentlichte Studie verwendete Daten von rund 400 Patienten. Die Auswertung dieser Daten ergab folgende Ergebnisse bezüglich der Sterblichkeitsrate  von Lungenkrebspatienten:

  • Ein Drittel der Lungenkrebspatienten verstarben
  • Ein Drittel ist wieder genesen 
  • Ein Drittel verblieb in stationärer Behandlung

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Immun- und Strahlentherapie erhöhen die Sterblichkeit nicht

Unklar war bislang  auch, ob und inwiefern die Krebstherapie bei einer bestehenden COVID-19-Erkrankung weitergeführt werden soll.  Es zeigte sich jedoch, dass weder die Immun- noch die zielgerichtete Strahlentherapien die Sterblichkeit bei Lungenkrebs erhöht. Es spricht also nichts dagegen, die Maßnahmen fortzuführen. 

Bei Chemo- und auch Kortisontherapien hingegen verhält es sich anders, diese können unter Umständen den Krankheitsverlauf sogar verschlimmern.  Es gilt also im Einzelfall abzuwägen, ob diese Form der Therapie fortgeführt werden soll.

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Allgemein sei es jedoch wichtig, dass die Therapie des Lungenkrebs – in welcher  Form auch immer – nicht ausgesetzt werden soll, da dies zu einem explosionsartigen Wachstum von Tumoren führen kann. 

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Quellen

"COVID-19 in patients with thoracic malignancies (TERAVOLT): first results of an international, registry-based, cohort study"
https://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(20)30314-4/fulltext (31.7.2020)

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