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Kohlenmonoxid verbessert sportliche Ausdauer

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Die kontrollierte Inhalation von Kohlenmonoxid steigert die Ausdauerleistung, das ergab eine neue Studie aus Deutschland. (HAYKIRDI / iStockphoto)

Eine Studie der Universität Bayreuth zeigt: Kohlenmonoxid hat in geringer Dosis eine leistungssteigernde Wirkung. Vor dem Einsatz als anerkannte Trainingsmaßnahme müssen jedoch noch einige Punkte erforscht werden.

Eine sportmedizinische Studie der Universität Bayreuth zeigte, dass das an sich giftige Gas Kohlenmonoxid in geringen Mengen eine positive Wirkung auf die sportliche Ausdauer hat. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht.

Niedriger Sauerstoffgehalt als bekannte Trainingsmaßnahme

Der Sauerstoffgehalt der Luft und auch der Luftdruck haben Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Körpers. Das Trainieren in Höhenlagen hat bei Leistungssportlern deshalb Tradition. In Trainingslabors kann dieser Effekt inzwischen auch künstlich hergestellt werden. 

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch das Einatmen von geringen Kohlenmonoxid-Dosen den Sauerstoffgehalt des Blutkreislaufs verringern kann und die Sauerstoffmoleküle daran hindert, sich mit Hämoglobin zu verbinden. Hämoglobin ist im Körper für den Sauerstofftransport zuständig. 

Den dadurch verursachten Sauerstoffmangel versucht der Organismus auszugleichen. Er reagiert mit Anpassungen, läuft auf Hochtouren, wie bei einem Höhentraining.  

Trainingsmethode muss jedoch noch geprüft werden

"Eine gezielte Inhalation von Kohlenmonoxid in geringen Dosen könnte somit eine echte Alternative zu einem Höhentraining oder anderen Maßnahmen darstellen, die den Organismus einem kontrollierten Sauerstoffdefizit aussetzen", erklärt Sportmediziner Prof. Dr. Walter Schmidt von der Universität Bayreuth.

Bevor diese Methode jedoch zur Anwendung kommen kann, muss noch ausführlich belegt werden, dass es dadurch nicht zu schädlichen Nebenwirkungen kommt. Nach Einschätzung des Sportmediziners könnte Kohlenmonoxid aber eine größere Wirkung als das bekannte Doping-Mittel EPO (das leistungssteigernde Hormon Erythropoetin) zeigen. 

Sollte das Kohlenmonoxid keine schädliche Wirkung auslösen, wird die Welt-Doping-Agentur entscheiden, ob das Einatmen von Kohlenmonoxid als Trainingsmethode oder als Dopingmittel gewertet wird.

Welche Wirkung zeigte sich bei den Probanden?

Die Teilnehmer der Studie bekamen für drei Wochen lang fünfmal täglich niedrig dosierte Kohlenmonoxid-Inhalationen verabreicht. Das hatte folgende Wirkungen: 

  • Um rund fünf Prozent verringerte sich der Sauerstofftransport in der Blutbahn
  • Der Hämoglobinwert im Blut stieg um fünf Prozent an

​Diese Ergebnisse entsprechen jenen nach einem dreiwöchigem Höhentraining, erklären die Experten.

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Quellen

"Chronic Exposure to Low Dose Carbon Monoxide Alters Hemoglobin Mass and VO2max". https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32118696/ (Letzter Zugriff: 6.8.2020)

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