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Welche Behandlung hilft bei MÜK?

Kopfschmerzen, Migräne, Studie
MÜK: Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (PeopleImages)

Kopfschmerzen resultierend aus der zu häufigen Einnahme von Schmerzmitteln: MÜK (Medikamentenübergebrauchskopfschmerz) kann die Folge von häufiger Einnahme von Schmerzmitteln gegen Migräne und/oder Kopfschmerzen sein. Forscher haben unterschiedliche Therapien verglichen.

Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) ist bei Migräne, aber auch bei anderen Kopfschmerzerkrankungen nicht selten die Folge der zu häufigen Einnahme von Schmerzmitteln. Welche Behandlung gegen diese Form des Kopfschmerzes am besten wirkt, wurde nun im Rahmen einer klinischen Studie an einem dänischen Kopfschmerz-Zentrum untersucht.

+++ Mehr zum Thema: Kopfschmerzen: Behandlung und Tipps +++ 

Ziel der Studie: Kopfschmerztage reduzieren

Die Studie wurde zwischen Oktober 2016 und Juni 2019  mit einer Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten  durchgeführt. Unter den 120 Teilnehmern waren Migränepatienten und Patienten, die unter anderen Formen von Kopfschmerzen litten, wie beispielsweise Spannungskopfschmerzen. Das Durchschnittsalter lag dabei bei 43,9 Jahren, 79,4 Prozent der Probanden waren weiblich.

Ziel der Studie war herauszufinden, welche Form der Behandlung bei Medikamentenübergebrauchskopfschmerz nach sechs Monaten den besten Erfolg erzielt, also die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage am ehesten reduziert. 

Dafür wurden folgende Daten abgefragt:

  • Zahl der monatlichen Migräne-/Kopfschmerztage
  • Häufigkeit der Einnahme von Akutmedikamenten
  • Stärke der Kopfschmerzen
  • Rückgang oder Heilung vom MÜK nach sechs Monaten

+++ Mehr zum Thema: Migräne +++

Drei unterschiedliche Behandlungsformen

Untersucht wurden die Erfolge bei drei unterschiedlichen Therapieoptionen:

  • Entzug der Akutmedikamente 
  • Entzug der Akutmedikamente + Prophylaxemedikamente
  • Nur Prophylaxemedikamente

+++ Mehr zum Thema: Medikamentöse Migräneprophylaxe +++

Die Ergebnisse im Überblick

Ergebnisse der Entzugsgruppe

  • Die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage reduzierte sich um 8,5 Tage
  • 15 von 36 Patienten (41,7%) konnten den Medikamentenübergebrauchskopfschmerz überwinden.
  • 88,9% galten als geheilt von MÜK

Ergebnisse der Entzugsgruppe mit ergänzender Prophylaxebehandlung

  • Die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage reduzierte sich um 12,3 Tage
  • 23 von 31 Patienten (74,2%) konnten den Medikamentenübergebrauchskopfschmerz überwinden.
  • 96,8% galten als geheilt von MÜK

​Ergebnisse der Gruppe, die ausschließlich Prophylaxemedikamente einnahm

  • Die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage reduzierte sich um 9,9 Tage. 
  • 21 von 35 Patienten (60%) konnten den Medikamentenübergebrauchskopfschmerz überwinden.
  • 73,3% galten als geheilt von MÜK

​+++ Mehr zum Thema: Therapie der Migräne +++

​Fazit

Der Vergleich dieser drei Behandlungmethoden zeigte also, dass jede Option zu einer merklichen Reduktion der Kopfschmerztage führt, aber Patienten, die frühzeitig mit einem Entzug der Akutmedikamente beginnen und gleichzeitig Prophylaxemedikamente einnehmen, eine um 30% höhere Chance haben, von MÜK geheilt zu werden als Patienten mit ausschließlicher Prophylaxebehandlung. 

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Aktualisiert am:
Quellen

"Comparison of 3 Treatment Strategies for Medication Overuse Headache." JAMA Neurology, May 26, 2020. https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2766518  (Letzter Zugriff: 25.6.2020)

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