Impfungen: Österreicher wünschen sich mehr Aufklärung

Befragung zum Thema Impfen
Österreicher wünschen sich mehr Aufklärung zum Thema Impfen. (Adam Gregor / Shutterstock)

Mehr als acht von zehn Österreichern stehen Impfungen positiv gegenüber. Die Durchimpfungsrate ist in den letzten Jahren zwar angestiegen, ist aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch zu niedrig. Aufholbedarf gibt es nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei im Gesundheitswesen tätigen Personen.

Zu diesen Ergebnissen kam eine vom Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) in Auftrag gegebene Erhebung. Im Rahmen dieser Online-Interviews wurden 2.000 Österreicher befragt. 

Ergebnisse im Detail

  • 83% aller Befragten stehen Impfungen positiv gegenüber.
  • Nur 3% stehen der Immunisierung sehr negativ gegenüber. 
  • 12% aller im Gesundheitswesen beschäftigten Österreicher stehen Impfungen negativ gegenüber. 

Influenza-Impfung

  • 94% aller Österreicher kennen die Influenzaimpfung, doch nur 10% aller Befragten sind tatsächlich gegen die "echte Grippe" geimpft. 
  • Je höher das Lebensalter der Befragten war, desto besser war das Wissen um die Impfung: In der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen sind rund 20% geimpft. 
  • Als Hauptmotiv für die Impfung gaben die befragten Personen "Vorsorge" an.
  • Personen im erwerbsfähigen Alter gaben an, dass die am Arbeitsplatz angebotene bzw. die vom Arbeitgeber finanziell unterstützte Impfung der zweitwichtigste Grund sei, die Influenzaimpfung in Anspruch zu nehmen. 
  • Ein Drittel der Befragten bezweifelt die Wirkung der Influenzaimpfung. Tatsächlich kann die Impfung den Ausbruch der Erkrankung nicht hundertprozentig verhindern, aber schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Lungenentzündung unterbinden. 

+++ Mehr zum Thema: Influenza +++

Pneumokokken-Impfung

  • Der österreichische Impfplan empfiehlt die Pneumokokkenimpfung unter anderem für Personen ab 50 Jahren und für chronisch Kranke. 
  • Tatsächlich sind aber nur 12% der 50- bis 69-Jährigen und 14% der chronisch Kranken geimpft.
  • 15% aller Personen zwischen 19 und 69 Jahren gaben an, bereits einmal eine Pneumokokkenimpfung erhalten zu haben, aber nur 2% im letzten Jahr. 
  • Unter jenen Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind, ist nur jeder vierte gegen Pneumokokken geimpft. 

+++ Mehr zum Thema: Warum die Pneumokokken-Impfung wichtig ist +++

HPV- Impfung

  • Der österreichische Impfplan empfiehlt die HPV-Impfung ab dem vollendeten 9. Lebensjahr. 
  • In der Gruppe der 8- bis 18-Jährigen sind nur 34% geimpft.
  • 61% der Befragten wünschen sich mehr Aufklärung vom Hausarzt oder Gynäkologen. 

+++ Mehr zum Thema: Kostenlose HPV-Impfung für Kinder +++

Nachholbedarf

Die Analyse der Befragung ergibt, dass es beim Thema Impfen großen Nachholbedarf gibt: Dieser betrifft vor allem die Bekanntheit und Informationen zu den genannten Impfungen. Mehr Aufklärung wünschen sich die Österreicher insbesondere zur Pneumokokken- und zur HPV-Impfung. 

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:

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