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COVID-19: Immunität könnte doch länger anhalten als gedacht

Covid-19-Immunität Forschung
Neue Studienergebnisse bringen Hinweise bezüglich der Immunabwehr gegen SARS-CoV-2. (loops7 / iStockphoto)

Die Immunität gegen COVID-19 könnte doch längere Zeit anhalten, als bisher vermutet. Neue Studien legen nahe, dass das Immungedächtnis des Körpers länger reaktionsfähig auf SARS-Cov-2 sein könnte.

Neue Hoffnungen liefern neueste Ergebnisse von Studien zur Immunität und Immunabwehr gegen das neuartige Coronavius SARS-CoV-2

Immunsystem erinnert sich an frühere Eindringlinge

Die körpereigene Immunabwehr sorgt dafür, dass Eindringlinge wie Viren bekämpft und Antikörper gebildet werden. Das Gedächtnis des Immunsystems wiederum sorgt dafür, dass Erreger die erneut in den Organismus gelangen schneller bekämpft werden können. Das Immunsystem merkt sich Keime und Bakterien, nachdem sie erfolgreich bekämpft wurden. Wenn der gleiche, oder ein ähnlicher Krankheitserreger wieder in den Körper gelangt, erkennt ihn das System und kann schnell Antikörper gegen ihn bilden und so kann er gezielt eliminiert werden, als bei der ersten Infektion. Das Immunsystem greift dabei auf unterschiedliche Mechanismen zurück, die ermöglichen, dass auch mutierte Formen von überstandenen Erkrankungen erkannt und schnell angegriffen werden können.

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Hinweise auf längere Immun-Erinnerung des Körpers nach COVID-19

Bisherige Forschungen hatten vermuten lassen, dass die Antikörper gegen das SARS-CoV-2 bereits nach kurzer Zeit wieder verschwinden und eine geschwächte Immunabwehr zurücklassen würden. Unabhängige Studien geben nun jedoch den Hinweis, dass sich das Immunsystem durchaus längere Zeit nach einer COVID-19-Erkrankung an das SARS-CoV-2-Virus erinnert und so schneller darauf reagieren kann.

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Nicht nur Antikörper sind für die Virenbekämpfung ausschlaggebend

Für eine erfolgreiche Bekämpfung von Viren ist bei weitem nicht nur die Antikörper zuständig. Die Immunabwehr funktioniert in mehreren Schritten:

  • die unspezifische Immunabwehr bekämpft alles, was als fremd erkannt wird
  • die T-Zellen gehören zur spezifischen Immunabwehr und kommen im zweiten Schritt der hinzu. Sie bekämpfen den Krankheitserreger gezielt und töten die infizierten Zellen ab
  • T-Zellen bringen B-Zellen dazu Antikörper zu produzieren

Nach einer überwundenen Infektion sinken die Zahlen der Antikörper und auch der B-Zellen, die diese gebildet haben. "Die Antikörper nehmen ab, aber sie verbleiben in einem Bereich, der wie ein stabiler Tiefpunkt aussieht", erklärt Deepta Bhattacharya von der University of Arizona und Co-Autor einer der neuen Studien. Die Reaktionen scheinen durchaus dauerhaft zu sein, so Bhattacharya.

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T-Zellen zeigen wiederholt Reaktionen

Im Blut und Knochenmark von Infizierten bleiben Informationen für eine Immunreaktion oftmals versteckt. Isolierte T-Zellen aus dem Blut von Personen, die eine COVID-19-Infektion überstanden hatten, zeigten im Labor bei erneutem Kontakt mit dem Virus Reaktionen. Die Zahl der T-Zellen stieg beispielsweise innerhalb kurzer Zeit stark an. 

Auch die Befürchtung, dass nur schwere Verläufe zu starken Immunreaktionen führen, stellte sich als nicht eindeutig heraus. Bei Patienten die nur wenige Symptome zeigten, konnten zudem effektive Immunreaktionen nachgewiesen werden. 

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Quellen

"Detection, prevalence, and duration of humoral responses to SARS-CoV-2 under conditions of limited population exposure".  https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.08.14.20174490v1 (Letzter Zugriff: 18.08.2020)
"Robust T cell immunity in convalescent individuals with asymptomatic or mild COVID-19".  
https://www.cell.com/action/showPdf?pii=S0092-8674%2820%2931008-4 (Letzter Zugriff: 18.08.2020)
"Dynamics and significance of the antibody response to SARS-CoV-2 infection". https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7386524/  (Letzter Zugriff: 18.08.2020)
"Evidence for sustained mucosal and systemic antibody responses to SARS-CoV-2 antigens in COVID-19 patients" 
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.08.01.20166553v1 (Letzter Zugriff: 18.08.2020)

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