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"Ich höre gar nicht schlecht!"

EIn Hörgerät kann bei Hörproblemen den Alltag erheblich verbessern.
Hörgeräte sind für Menschen mit Hörproblemen eine große Hilfe. (robertprzybysz / iStockphoto)

Immer mehr Menschen haben Probleme mit ihrem Hörsinn, nur den wenigsten ist das Problem aber bewusst. Die Bundesinnung der Hörakustiker möchte anlässlich des Welttages des Hörens darauf aufmerksam machen.

Hörverlust ist ein wachsendes Problem in Europa. Während eine Brille als modisches Accessoire gilt, wird ein Hörgerät nicht gerne getragen. "Ich höre gar nicht schlecht, ihr redet alle nur so undeutlich!", reden sich viele Betroffene raus. "Man befürchtet, damit als alt zu gelten", schildert Josef Riegler, der Bundesinnungsmeister der Hörakustiker. Der Hörverlust erfolgt schleichend, darum ist es wichtig, dass das Problem ehest rasch erkannt und behandelt wird.

+++ Mehr zum Thema: Altersschwerhörigkeit +++

Gutes Hören wichtig im Alltag

Mehr als 800.000 Österreicher hören schlecht. Bis zum Jahr 2050 soll diese Zahl rund 1,5 Millionen betragen. Bei Menschen über 70 Jahren haben Tests gezeigt, dass mehr als die Hälfte schlecht hört. Geschätzte 85% der Betroffenen besitzen kein Hörgerät. Das ist problematisch: Wer seine Umgebung schlecht wahrnimmt, für den wird es schwerer, im Alter ein unabhängiges Leben zu führen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Die Gefahr für Unfälle, Folgeerkrankungen und Depressionen steigt.

Dennoch sind Menschen mit Hörproblemen oft schwer zu überzeugen, sich untersuchen zu lassen. Es gibt sehr viele Mythen um das nachlassende Hörvermögen:

  • Hörverlust fängt bei bestimmten Tönen an

Schleichender Hörverlust bedeutet nicht, dass alles insgesamt leiser wirkt. Er äußert sich als erstes darin, dass man bestimmte, meist hochfrequente Töne nicht mehr hört. Pfeifen und Zischen werden nicht mehr erfasst und die Unterschiede z.B. zwischen Buchstaben wie "s" und "f" und den Worten "reißen" und "reifen" nicht mehr erkannt.

  • Das Gehirn hilft oft, sich über schlechtes Gehör "hinwegzumogeln"

Erstaunlicherweise verstehen die meisten Menschen nur einen Teil der Worte, die ihnen ihr Gegenüber sagt, tatsächlich. Das Gehirn hat die fantastische Fähigkeit, aus dem Kontext heraus Worte nachträglich zu entschlüsseln. Je weniger Worte aber tatsächlich vom Ohr erfasst werden, oder je müder das Gehirn ist, desto schwerer fällt diese Entschlüsselung. Wer abends schlechter hört, sollte seine Ohren daher von einem Spezialisten kontrollieren lassen.

  • Nebengeräusche wirken störender

Die Gesprächspartner reden nicht undeutlicher, aber Nebengeräusche werden für Menschen mit wachsendem Hörverlust bei Gesprächen wesentlich störender. Dazu gehören Straßenverkehr, Partylärm und die Geräuschkulisse in Restaurants.

  • Moderne Hörgeräte sind dezent

Die neuesten Hörgeräte verschwinden vollkommen im Gehörgang und sind kaum als solche zu erkennen. Auch das früher störende "Pfeifen" aufgrund von Rückkopplungseffekten ist längst Geschichte. Dank Richtmikrofonen und digitaler Filterfunktionen kann sich das Gerät an eine Vielzahl von Situationen diskret anpassen.

+++ Mehr zum Thema: Hörimplantate +++

  • Ein erster Hörtest ist innerhalb von Minuten erledigt

Die erste Untersuchung, bei der festgestellt wird, ob eine Unterstützung notwendig ist, kostet nur wenige Minuten. "Wer also befürchtet, wahnsinnig komplizierte Tests über sich ergehen lassen zu müssen, kann beruhigt sein – es geht schnell und unkompliziert", verspricht Riegler. Erst zur Anpassung des Gerätes werden komplexere Messungen durchgeführt, etwa zum Sprachverständnis.

  • Schleichender Hörverlust ist "normal"

Die berühmte "Altersschwerhörigkeit" hängt bei den meisten Menschen nicht mit Traumata zusammen, wie etwa einem lauten Knall, der dem Innenohr schadet. Sie ist oft eine Folge der lebenslangen Lärmkulisse, von der man umgeben ist und in diesem Sinne schwer zu verhindern. Wer aber aufgrund seines Berufs oder seiner Hobbies viel mit Lärm zu tun hat, kann mit einem vom Hörakustiker individuell angepassten Gehörschutz Vorsorge betreiben.

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Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Presseaussendung zum Welttag des Hörens am 3. März 2019
 

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