Matomo pixel

Hirnwasseruntersuchung gibt Hinweis auf MS-Verlauf

Multiple Sklerose Verlauf Gehirnwasseruntersuchung
Die Gehirnwasseruntersuchung könnte Aufschluss auf Verlauf von Multipler Sklerose geben. (Just_Super / iStockphoto)

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung mit sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Ärzte und Patienten konnten den Verlauf der Krankheit bisher nicht einschätzen. Eine Hirnwasseruntersuchung könnte Aufschluss geben.

Die Erkrankung Multiple Sklerose kann sehr unterschiedliche Krankheitsbilder und Verläufe aufweisen. Eine neue Studie italienischer Forscher könnte nun helfen die Autoimmunerkrankung, bei der sowohl die Nerven als auch die sogenannte "graue" Substanz des Gehirns angegriffen werden, besser zu verstehen.

Unterschiedliche Verläufe bei Multipler Sklerose

  • schubförmiger (schubförmig remittierender) Verlauf

Dabei treten die Beschwerden in Schüben auf und bilden sich darauf meist wieder vollständig zurück, mit der Zeit können jedoch auch hier bleibende Nervenschäden auftreten.

  • sekundär progredienter Verlauf

Auch diese Form beginnt zunächst mit einem schubförmigen Verlauf, danach schreitet die Krankheit jedoch kontinuierlich voran.

  • primär progredienter Verlauf

Die Krankheit schreitet von Beginn an kontinuierlich voran, Schübe treten nicht auf. 

+++ Mehr zum Thema: Psyche und MS +++

Bis jetzt ließ sich die jeweilige Zuordnung zu den unterschiedlichen Verläufen nur rückblickend machen. Nicht abschätzen zu können, an welcher Form von MS man erkrankt ist, stellt für viele Betroffene eine zusätzliche Belastung dar. Durch eine Vorhersage wäre erstmals eine frühzeitige Erstellung eines Therapieplans möglich. 

+++ Mehr zum Thema: Selbsthilfegruppen bei MS +++

Suche nach einem Marker

Die Wissenschafter machten sich auf die Suche nach einem Biomarker, der Hinweise auf den möglichen Verlauf von MS geben kann. Dafür untersuchten sie die Gehirnhäute und das Gehirnwasser (Liquor) von Patienten und analysierten, welche Gene und Eiweiße darin aktiv waren. Dafür wurden Proben von 27 verstorbenen MS-Patienten mit einem sekundär progressiven Verlauf mit Proben von 14 nicht an MS erkrankten Verstorbenen verglichen. Zusätzlich wurden MRT-Aufnahmen von 26 MS-Patienten und 26 nicht an MS erkrankten Testpersonen durchgeführt. 

+++ Mehr zum Thema: Arbeit und MS +++

Entzündungen könnten Hinweis geben

Die Proben der verstorbenen MS Patienten wiesen erhebliche Entzündungen an den Hirnhäuten und Schäden an der grauen Substanz auf. Auch entzündungsfördernde Botenstoffe waren in einem hohen Maß zu finden, wie auch Botenstoffe, die die B-Zellen anregen. 

Da auch neu diagnostizierte Patienten mit aggressivem MS-Verlauf ähnliche Botenstoffmuster aufweisen, erhoffen sich die Forscher, dass sich daraus in Zukunft eine Vorhersage zum möglichen Verlauf treffen lässt. 

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

"Inflammatory intrathecal profiles and cortical damage in multiple sclerosis". https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ana.25197 (Letzter Zugriff: 28.7.2020)

Weitere Artikel zum Thema

Warum MS entsteht, ist bis dato ungeklärt. Forscher gehen davon aus, dass viele unterschiedliche Faktoren an der Entstehung beteiligt sind.

mehr...
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund