Frau mit Grippe

Grippeimpfungen verhindern doppelte Welle

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Grippeschutz ist für gefährdete Menschen in diesem Jahr doppelt wichtig: Fällt die Grippewelle zu hoch aus, drohen die Intensivbetten knapp zu werden. Denn die könnten sich mit Corona-Patienten füllen.

Im letzten Jahr ist die Grippesaison fast vollständig ausgefallen. Statt 17 Prozent wie im Winter zuvor haben sich 2020/21 nur 0,2 Prozent der Bevölkerung mit dem Influenzavirus angesteckt. Der Grund leuchtet ein: Grippeviren übertragen sich auf denselben Wegen wie Sars-CoV-2 – entsprechend schützen Masken, Abstandhalten & Co auch vor ihnen.

Mehr Freiheit, mehr Grippeinfektionen

In der kommenden Wintersaison (2021/22) wird es wieder anders aussehen: Mit den zunehmenden Kontakten haben auch Grippeviren wieder bessere Chancen, sich auszubreiten. Wie stark die Grippewelle ausfallen wird, lässt sich nicht vorhersehen – das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

Zwar ist die Grippe deutlich weniger gefährlich als Covid-19. Doch auch an Influenza erkranken Menschen schwer oder sterben sogar daran. In der besonders schweren Saison von 2017/18 gab es beispielsweise mehr als 25.000 Grippetote in Deutschland.

Auch Grippepatienten können auf der Intensivstation landen

Besondere Sorge bereitet Medizinern, dass neben den schwerkranken Coronapatienten, deren Zahl mit dem Herbst steigen wird, auch schwer an Grippe erkrankte Menschen die Krankenhäuser füllen könnten.

In einer gemeinsamen Bundespressekonferenz haben daher Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), RKI-Präsident Lothar Wieler und der Leiter der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens gefährdete Menschen und Personen mit vielen Kontakten zur Grippeschutzimpfung aufgerufen. Rund 25 Millionen Impfdosen stehen dafür bereit.

Wer sich gegen Grippe impfen lassen sollte

Als besonders gefährdet gelten bezüglich Grippe und Covid-19 dieselben Personengruppen:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Menschen mit chronischer Erkrankung
  • Schwangere
  • Menschen mit erhöhter Ansteckungsgefahr (zum Beispiel medizinisches Personal)

Außerdem sollten sich Personen mit vielen Kontakten impfen lassen - auch wenn ihr persönliches Risiko für schwere Grippeverläufe nicht groß ist. Durch eine Impfung kann jeder Einzelne von ihnen verhindern, dass er selbst das Virus an viele andere Menschen weitergibt. Besonders wichtig ist das bei Menschen mit viel Kontakt zu den oben genannten Risikogruppen, beispielsweise Pflegekräfte.

Zwei Spritzen bei einem Arztbesuch

Die Grippeimpfung kann zeitgleich mit einer Corona-Auffrischungs- oder -Erstimpfung gegeben werden. Dazu setzten die Ärzte eine Spritze in den linken und eine in den rechten Arm. Nur Lebendimpfstoffe sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Zunächst war ein Abstand von 14 Tagen zwischen Grippe- und Coronaimpfung empfohlen worden. Das beruhte nicht auf Sicherheitsbedenken, sondern weil man nur so mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung von denen der Grippeimpfung unterscheiden konnte. Da das Nebenwirkungsprofil der Impfungen nun aber ausreichend erfasst ist, ist ein solcher Zeitabstand nicht mehr nötig.

Spezieller Impfstoff für Ältere

Für die Grippeschutzimpfung stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Da klassische Vakzine bei älteren Menschen oft weniger wirksam waren, wurde für alle Personen ab 60 Jahren ein Hochdosis-Impfstoff entwickelt.

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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