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Welche Rolle spielt die Ernährung bei Depressionen?

Depression, entzündungsfördernde Lebensmittel
Gesunde Ernährung senkt das Risiko für depressive Erkrankungen. (Andrej Rutar / iStockphoto)

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf Körper und Psyche aus. Einer neuen Studie zufolge kann eine Optimierung der Ernährungsgewohnheiten sogar depressiven Verstimmungen bzw. Depressionen vorbeugen bzw. deren Therapie maßgeblich unterstützen.

Entzündliche Prozesse im Körper spielen bei einer Vielzahl von Krankheiten wie etwa bei Rheuma, Arthrose und Diabetes eine entscheidende Rolle. An deren Entstehung sind in der Regel unterschiedliche Faktoren beteiligt: Dazu zählen die genetische Veranlagung, aber auch Umweltfaktoren wie Lebensstil und Ernährungsweise.

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Entzündungsprozesse als Grundlage für Depressionen

Auch beim Krankheitsbild der Depression scheinen Entzündungsprozesse entscheidende Einflussfaktoren zu sein: Diese greifen – so die Annahme der Forscher – in unsere geistige Gesundheit ein und bilden damit die Grundlage für depressive Erkrankungen.

Depressionen sind dadurch gekennzeichnet, dass es zu einer typischen Veränderung von Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn kommt. Die bekanntesten Vertreter davon sind Serotonin und Dopamin, wobei insbesondere ein Serotoninmangel zu depressiven Erkrankungen führen kann.

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Nährstoffmangel mündet in Serotoninmangel

In der Produktion von Neurotransmittern spielen wiederum bestimmte Nährstoffe wie essenzielle Fettsäuren, Magnesium und die Vitamine B6, B9 und B12 eine Rolle. Eine mangelhafte Versorgung des Körpers mit diesen Nährstoffen kann zu einem psychischen Ungleichgewicht beitragen, die Entwicklung einer Depression vorantreiben oder bereits bestehende psychische Erkrankungen verstärken.

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Entzündungsfördernde Ernährung als Risikofaktor

Um herauszufinden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und der psychischen Gesundheit gibt, analysierten Wissenschafter die Ergebnisse von 11 Studien, an denen insgesamt 101.950 Personen im Alter zwischen 16 und 72 Jahren teilnahmen. Konkret handelte es sich dabei um Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen entzündlichen Eigenschaften von Ernährung mit dem Risiko für depressive Symptome oder Depressionen erforschten.

Die systemische Literaturrecherche ergab, dass Teilnehmer mit entzündungsfördernder Ernährung ein deutlich höheres Risiko für depressive Erkrankungen haben als jene, die sich gesund und ausgewogen ernähren.

+++ Mehr zum Thema: Depression +++

Entzündungsfördernde Lebensmittel

  • Süßes
  • Weizenprodukte
  • hoher Fleischkonsum (insbes. Schweinefleisch enthält viele entzündungsfördernde Substanzen)
  • minderwertige Fette
  • industriell verarbeitete Nahrungsmittel
  • Fast Food

Auch Übergewicht wirkt sich ungünstig auf die Psyche aus, da körpereigenes Bauchfett entzündungsfördernde Hormone produziert.

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Entzündungshemmende Lebensmittel

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sollte reich an frischem Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch sein (mediterrane Kost).

Empfohlene Lebensmittel sind:

  • Gemüse gegart oder roh
  • Zuckerarmes Obst wie Beeren
  • Nüsse
  • Brokkoli, Spinat
  • Pflanzliche Öle, Kaltwasserfische (enthalten Omega-3-Fettsäuren)

+++ Mehr zum Thema: Ernährungspyramide +++

Vorbeugung und Behandlungsmaßnahme

Die Analyse der Untersuchungsergebnisse zeigt also, dass die individuelle Ernährungsweise insbesondere bei Menschen mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen eine bedeutende Rolle spielt: So kann eine ausgewogene gesunde Ernährung das Risiko, an einer Depression zu erkranken, deutlich senken bzw. ein neues Ernährungskonzept den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

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