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Blutplasma von COVID-19-Genesenen kann Leben retten

COVID-19, Blutplasma-Therapie
Das Blutplasma von Genesenen zur Immunisierung ist die derzeit die einzige spezifische Behandlung von COVID-19- Patienten. (Travelsouls / iStockphoto)

In Österreich sind derzeit rund 16.000 Menschen von COVID-19 genesen. Sie werden nun dringend gebeten, ihr Blutplasma zu spenden. Mit ihrem Plasma könnten viele COVID-19- Patienten erfolgreich behandelt werden.

Das Blutplasma von bereits genesenen COVID-19-Patienten enthält Antikörper gegen SARS-CoV-2. Diese werden akut Erkrankten mittels "passiver Immunisierung" zugeführt und damit die körpereigene Immunabwehr unterstützt.

Diese Form der Immunisierung von COVID-19-Erkrankten ist – bis es einen Impfstoff gibt – derzeit die einzig gezielte Maßnahme gegen das Coronavirus.

+++ Mehr zum Thema: Impf-Quiz +++

Wo kann Blutplasma gespendet werden und was passiert genau?

Die Möglichkeit der Blutspende hat man zum einen bei  Fixstandorten wie Klinken, zum anderen bei einer der mobilen Plasmastationen. Bei der Spende selbst läuft das abgenommene Blut durch einen sogenannten "Zellseparator“, der das Plasma mit den darin enthaltenen Antikörpern herausfiltert. Anschließend wird das Blut wieder in den Körper geleitet.

+++ Mehr zum Thema: Blut +++

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Genesene Plasma zu spenden?

Idealerweise sollte die Blutplasma-Spende 28 Tage nach Abklingen der klinischen Symptomatik erfolgen, dann sind Menge und Qualität der Antikörper am höchsten.

Wann wirkt die Plasma-Behandlung am besten?

Je früher, desto besser. Also je schneller ein COVID-19-Patient diese Behandlung bekommt, desto schneller kann sowohl die Virusvermehrung eingedämmt als auch der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.  

Vorteile und Schwierigkeiten der Plasmaimmunisierung

  • Beim Auftreten neuer Krankheitserreger hat die Behandlung mit Antikörpern Genesener den Vorteil, dass sie schnell anwendbar ist.
  • Die Herausforderung dieser Therapieform ist laut der Experten, dass sowohl die wirksame Konzentration an Antikörpern als auch die Art der Antikörper noch unbekannt sind. Um hier jedoch schnell am neuesten Stand zu sein, gibt es eine EU-weite Datenbank, die alle Informationen zu den Spenden und die Krankheitsverläufe der damit behandelten sammelt und so eine Analyse möglich macht.

+++ Mehr zum Thema: Antikörpertest +++

Wer sollte spenden?

Generell ist die Spende von Genesenen willkommen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen (z. B. wäre eine Schwangerschaft ein Ausschlussgrund). Besonders gefragt sind Spenden von Patienten, die einen hoch fieberhaften Krankheitsverlauf hatten, denn Personen mit schwerem Verlauf produzieren meist große Mengen an Antikörpern.

Vor der Spende

Am besten klären Sie zuvor telefonisch (Telefonnummer 0800 190 190) ab, ob Sie die Voraussetzungen für eine Plasmaspende erfüllen.

Insbesondere bei einer potenziellen zweiten Welle könnten diese Therapien besonders wichtig werden. 

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