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Ambulante Krebsbehandlung im Krankenhaus bringt kein erhöhtes COVID-19-Risiko

Krebsbehandlung COVID-19 Ansteckungsgefahr
Studie der MedUni Wien zeigt, dass eine Krebsbehandlung im Krankenhaus das COVID-19-Risiko nicht erhöht. (KatarzynaBialasiewicz / iStockphoto)

Wie hoch ist das Risiko, dass Krebspatienten bei einer Behandlung im Krankenhaus an COVID-19 erkranken? Dieser Frage ging die MedUni Wien in einer aktuellen Studie auf den Grund.

Eine Krebserkrankung schwächt das Immunsystem und macht es somit anfälliger für Infektionen. Das regelmäßige Einhalten der Behandlungstermine in den Krankenhäusern ist für Krebspatienten aber ein wichtiger Faktor einer erfolgreichen Therapie. Deshalb untersuchten Forscher der MedUni Wien, ob die COVID-19-Infektionsrate durch eine Krebsbehandlung im Krankenhaus ansteigt. 

Bei Strikter Einhaltung der Schutzmaßnahmen kein erhöhtes Risiko

Die Wissenschafter führten im Zeitraum vom 21. März bis zum 4. Mai 2020 insgesamt 1.688 Nasen- oder Rachenabstrich-Tests an 1.016 behandelten Krebspatienten durch. Vier der Krebspatienten wurden dabei positiv getestet. Das Ergebnis wurde mit den österreichweiten SARS-CoV-2-Infektionszahlen von Nicht-Krebspatienten verglichen und nochmals zusätzlich mit der Anzahl an Personen, die direkt vor dem Wiener AKH getestet wurden. Das Fazit: Durch die strikte Einhaltung der Schutzmaßnahmen besteht kein erhöhtes Risiko für Krebspatienten im Krankenhaus an COVID-19 zu erkranken. 

"Unsere Daten zeigen eine geringe Rate nachweisbarer SARS-CoV-2-Infektionen bei Krebspatienten. Diese Infektionsrate war mit jener der österreichischen Allgemeinbevölkerung vergleichbar und niedriger als die von Nicht-Krebspatienten, die sich in unserem Krankenhaus vorstellten", erklärt Erstautorin Anna Berghoff von der Klinischen Abteilung für Onkologie der MedUni Wien und des AKH Wien. 

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Die wesentlichsten Sicherheitsmaßnahmen umfassten Hygienemaßnahmen, Schutzkleidung, Abstandsregeln und regelmäßige Testungen unabhängig von der Symptomatik, um so rasch wie möglich Betroffene zu identifizieren und isolieren.

Wichtige Behandlungen können auch während Pandemie stattfinden

Damit, so betonen die Wissenschafter, konnte bewiesen werden, dass wichtige Therapiemaßnahmen während der Pandemie – bei Einhaltung besonderer Hygiene-Maßnahmen –  selbst in Metropolen weiterhin ohne ein erhöhtes Risiko für die Patienten möglich sind.  

"Gleichzeitig unterstreichen unsere Ergebnisse die Notwendigkeit der Umsetzung strenger Richtlinien, um die Sicherheit von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten in einer Klink mit einer hohen Patientenfluktuation zu gewährleisten. Insbesondere die regelmäßige Testung zur Identifikation von asymptomatischen infizierten Patienten ist wichtig, da diese sonst das Coronavirus unbemerkt weitergeben können" ergänzt Studienleiter Matthias Preusser. 

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Quellen

"SARS-CoV-2 Testing in Patients With Cancer Treated at a Tertiary Care Hospital During the COVID-19 Pandemic".  https://ascopubs.org/doi/full/10.1200/JCO.20.01442 (Letzter Zugriff: 17.08.2020)

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