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Coronavirus: WHO warnt vor "ernster Bedrohung für die Welt"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 400 Experten und Forscher aus aller Welt zu einer Konferenz nach Genf geladen. Ziel ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Sowohl Erkrankung als auch Virus haben nun eine neue, offizielle Bezeichnung. Die "weltweite Bedrohung" bleibt weiterhin aufrecht.

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag, 11.02.2020, 400 Forscher und Experten aus aller Welt zu einem Treffen in Genf geladen. Oberstes Ziel ist zunächst die weitere Eindämmung der Virusausbreitung. "Schnelle Antworten“ so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus "sind nicht zu erwarten“. Aber: "Wir müssen die Welt zusammenbringen, um die Reaktion auf einen Krankheitsausbruch zu koordinieren“. Auch die Forschung rund um das Virus und die möglichst schnelle Entwicklung eines Impfstoffes stehen im Fokus des zweitägigen Treffens. 

Neuer Name Covid-19

Die vom Coronavirus verursachte Lungenerkrankung hat nun einen Namen: Covid-19. Abgeleitet wird die Bezeichnung von Corona, Virus, Disease (engl. für Krankheit) und dem Jahr seiner Entdeckung 2019. Auch der Auslöser – bis dato "neuartiges Coronavirus“ genannt – bekommt eine offizielle Bezeichnung: Sars-CoV-2.

Ausbreitung verhindern, Leben retten

Zum Auftakt der internationalen Expertenkonferenz fand der WHO-Chef klare Worte: "Obwohl sich derzeit noch 99% der Infektionsfälle auf China beschränken, stellt das Virus eine "sehr ernste Bedrohung für den Rest der Welt“ dar. Das Wichtigste sei derzeit, die Ausbreitung aufzuhalten und Leben zu retten. 

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Hohe Dunkelziffer an Infizierten 

In China sind mittlerweile mehr als 1.000 Personen an der Infektion mit Sars-CoV-2 verstorben. Nach offiziellen Angaben Chinas sind mehr als 42.000 Menschen infiziert, die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen. Grund dafür ist eine besorgniserregende Entwicklung im Umgang mit der Erkrankung: Chinas Gesundheitskommission zählt jene Menschen, bei denen das Virus mittels Test zwar nachgewiesen wurde, aber keine Symptome zeigen – bereits seit einigen Tagen – nicht mehr mit. Dieses Vorgehen Chinas widerspricht klar der Definition der WHO.

Tedros forderte daher – im Sinne einer globalen Solidarität – alle betroffenen Länder erneut auf, ihre medizinischen und wissenschaftlichen Daten offenzulegen. 

Vollkommen unklar ist ebenfalls, in welchem Ausmaß Infektionen gar nicht offiziell erfasst werden. Das Problem dabei: Infizierte können bereits während der Inkubationszeit von etwa 14 Tagen – also noch vor dem Auftreten erster Symptome – bereits ansteckend sein und so das Virus unwissentlich weiterverbreiten. Auch Covid-19-Erkrankungsfälle mit mildem Verlauf stellen ein Problem für die Erfassung konkreter Zahlen dar: Rund 80% aller Fälle verlaufen ohne schwerwiegende oder "verdächtige“ Symptome. Betroffene Personen suchen daher in vielen Fällen nicht das Gesundheitssystem auf und werden daher auch nicht auf das Virus getestet, obwohl sie eigentlich infiziert sind. 

Chance auf Eindämmung des Virus

Die WHO befürchtet daher, dass die Fälle, die sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas bekannt sind, nur die Spitze des Eisbergs sind. Tedros bleibt dennoch zuversichtlich: Obwohl es bis jetzt weder zugelassene Medikamente noch Impfstoffe gegen den Erreger gibt, gibt es eine "realistische Chance“, die weitere Ausbreitung zu verhindern. "Gemeinsam können wir das schaffen“, so Tedros. 

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