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Corona: Ärztefunkdienst betreut Verdachtsfälle zu Hause

Corona Ärztefunkdienst
Personen, bei denen der Verdacht auf eine Coronavirusinfektion besteht, werden ab sofort vom Ärztefunkdienst zuhause betreut. (470769072 / iStockphoto)

In Österreich gibt es derzeit 5 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, 2 in Tirol, 3 in Wien. Um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern, werden Personen, bei denen der Verdacht auf eine Coronavirusinfektion besteht, ab sofort zu Hause betreut. Der Wiener Ärztefunktdienst übernimmt seit heute Früh die Erstdiagnose und Testung – beim Patienten vor Ort.

Auch wenn es derzeit in Wien noch keinen gesicherten Hinweis auf eine effiziente Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch gibt, wurden Vorsorgemaßnahmen getroffen, um eine mögliche Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu unterbinden.

Zentraler Punkt dieser Maßnahme ist, Patienten, bei denen eine Coronainfektion nicht ausgeschlossen werden kann, von Ordinationen, Spitalsambulanzen aber auch öffentlichen Verkehrsmitteln fernzuhalten. Aus diesem Grund übernimmt seit heute Früh, 07.00 Uhr der Ärztefunkdienst die Erstdiagnose und Erstbetreuung von Corona-Verdachtsfällen – beim Patienten zuhause.

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Vorgehensweise im Verdachtsfall

  • Telefonische Kontaktaufnahme mit der Gesundheitsnummer 1450, der Wiener Rettung oder dem Ärztefunkdienst.
  • Es erfolgt ein medizinischer Erstcheck durch Ärzte und Ärztinnen. Anhand eines medizinisch-wissenschaftlichen „Abfragebaums“ kann eingeschätzt werden, ob ein konkreter Verdacht auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus besteht.
  • Ist keine Gefahr gegeben, sollten die Patienten wie gewohnt ihren Hausarzt aufsuchen.
  • Besteht jedoch der Verdacht auf eine Infektion, übernimmt das „Mobile Home Sampling“-Team des Ärztefunkdiensts.
  • Dieses Team ist rund um die Uhr (24 Stunden an 7 Tagen) im Einsatz und besucht und betreut besorgte Bürger zu Hause. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Coronavirusinfektion, wird vor Ort ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen und die Probe ins Labor (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES) geschickt.
  • Die weitere Betreuung des Patienten erfolgt ebenfalls zu Hause. Der Ärztefunkdienst ist auch berechtigt, Rezepte auszustellen.
  • Die Betreuung im Krankenhaus bleibt schwer erkrankten Coronapatienten vorbehalten.

Mehrzahl der Coronavirusinfektionen verläuft mild

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass rund 80% aller Infektionen mit dem Coronavirus mild verlaufen und – ähnlich wie eine Erkältung – nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen. 20% aller Erkrankten benötigen eine stationäre Behandlung, wobei sich nur 3-4% einer intensivmedizinischen Behandlung an einer Spezialabteilung unterziehen müssen.

Schutzmaßnahmen

Die Ärztekammer empfiehlt folgende Vorsichtsmaßnahmen

  • Meiden größerer Menschenmengen
  • Händeschütteln und Begrüßungsküsschen nach Möglichkeit vermeiden
  • Regelmäßig Händewaschen (mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife), insbesondere nach dem – wenn nicht vermeidbaren – Händeschütteln oder dem Kontakt mit Türschnallen oder Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Verwendung von alkoholhaltigen Händedesinfektionsmitteln
  • Beim Niesen oder Husten Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bedecken
  • Mindestabstand von zwei Metern zu krankheitsverdächtigen Personen

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Aktualisiert am:
Quellen

Pressekonferenz der Ärztekammer für Wien, Stadt Wien und KAV: Notfallplan Corona-Virus in Wien, 28.02.2020
 

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