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Pflaster zur Früherkennung eines Burn-out-Syndroms

Früherkennung Burn-out
Ein Spezialpflaster, das den Cortisolspiegel misst, könnte die Diagnostik eines Burn-outs erleichtern. (grinvalds / iStockphoto)

Zu einem Burn-out-Syndrom kommt es nicht ohne Anzeichen. Ein Pflaster soll in Zukunft helfen, die Vorzeichen schneller zu erkennen. Die Details zu diesem Spezialpflaster wurden im Fachjournal "Nature" veröffentlicht.

Ein Burn-out kann in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausprägungen zu Tage treten – wie beispielsweise durch Gereiztheit, Unfähigkeit zu entspannen, psychische und/oder körperliche Überlastung oder aber auch depressionsähnliche Zustände. Aufgrund der Vielfalt der möglichen Symptome ist es bis zur Diagnose "Burn-out“ oftmals ein langer Weg. Ein neu entwickeltes Spezialpflaster soll nun die Frühdiagnostik erleichtern.

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Stresshormone als Indikator

Eine Möglichkeit, ein Burn-out bereits frühzeitig zu erkennen, ist die Messung des Cortisolwertes. Cortisol ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet und auch als "Stresshormon“ bezeichnet wird. Es aktiviert Stoffwechselvorgänge und stellt dem Körper so energiereiche Verbindungen zur Verfügung. Cortisol wird vor allem morgens ausgeschüttet und kurbelt damit den Kreislauf an. Bei gesunden Menschen sinkt der Cortisolspiegel im Laufe des Tages wieder ab, bis am Abend praktisch kein Cortisol mehr messbar ist.

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Bei Menschen, die unter Dauerstress leiden, bleiben die Cortisolwerte viel länger im messbaren Bereich, wird der Stress chronisch, ist gar keine Tagesrhythmik mehr zu erkennen. Gemessen werden kann der Cortisolwert üblicherweise im Blut, Speichel oder Urin.

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Cortisolmessung im Schweiß

Aufbauend auf dieser Erkenntnis entwickelte ein internationales Team von Wissenschaftern aus der Schweiz und dem Iran ein Spezialpflaster, das den Cortisolwert unkompliziert und objektiv über den Schweiß des Anwenders misst.

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Frühzeitige Diagnose – maßgeschneiderte Therapie

Durch das längerfristige Tragen des Pflasters ergibt sich ein individueller Basiswert und so können Abweichungen davon (mögliche Anzeichen für Burn-out) schneller erkannt werden. Die Forscher erhoffen sich durch das Patch eine Möglichkeit, hohe Cortisolspiegel frühzeitig erkennen und ein sich anbahnendes Burn-out-Syndrom zuverlässig diagnostizieren zu können. Zudem kann auch sofort mit einer maßgeschneiderten Therapie begonnen werden.

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Noch nicht am Markt

Noch ist das Cortisolpflaster nicht am Markt. Bis es in der Praxis tatsächlich zur Frühdiagnostik beim Burn-out-Syndroms eingesetzt werden kann, werden noch eingehendere Studien benötigt.

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Quellen

"Extended gate field-effect-transistor for sensing cortisol stress hormone".  https://www.nature.com/articles/s43246-020-00114-x (Letzter Zugriff: 10.02.2021)

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