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Studie zur Lymphknotenentfernung bei Brustkrebs

Brustkrebs Studie Behandlung
Bei Brustkrebspatientinnen mit Lymphknotenbefall gilt die Entfernung der Achsellymphknoten bislang als Standardbehandlung. (Mohammed Haneefa Nizamudeen / iStockphoto)

Eine internationale Studie vergleicht unterschiedliche Behandlungsformen bei Brustkrebs in Bezug Therapieerfolg und Lebensqualität der Patientinnen.

Wissenschafter aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Ungarn vergleichen zwei chirurgische Therapieansätze bei Brustkrebs mit Lymphknotenbefall. Dabei wird das Augenmerk zum einen auf die Heilungschance durch die jeweilige Therapie, zum anderen auf die dadurch entstehende Beeinträchtigung der Lebensqualität gelegt. 

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Radikale Lymphknotenentfernung oder erhöhte Strahlendosis?

Bei Brustkrebs mit Lymphknotenbefall werden derzeit unterschiedliche Therapien eingesetzt. Als Standard gilt die sogenannte Axilladissektion, bei der 10-15 Lymphknoten im Achselbereich vorsorglich entfernt werden, um zu das Risiko einer Metastasenbildung zu verringern. Fünf Prozent der so behandelten Patientinnen aber berichten nach der Operation von dauerhaften Beschwerden oder auch Bewegungseinschränkungen durch Lymphstau in den Armen.

Im Rahmen der Studie wurde nun eine Alternative zur Axilladissektion vorgestellt: Statt der radikalen prophylaktischen Entfernung setzen die Mediziner auf eine selektive punktuelle Entfernung einzelner Lymphknoten – bei erhöhter Bestrahlungsdosis. Damit soll der Ausbreitung der Krebszellen entgegengewirkt werden.

Nun wird in einer groß angelegten länderübergreifenden Studie untersucht, ob diese neue Behandlung in Zukunft standardisiert durchgeführt werden könnte. 

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Lebensqualität der Patientinnen im Fokus

Die Heilungschancen bei beiden verglichenen Verfahren seien sehr ähnlich, erklärt der Leiter der neuen Teilstudie in Deutschland Dr. Jörg Heil, Leiter des Brustzentrums der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Aus diesem Grund stehen vor allem die Auswirkungen der jeweiligen Therapien auf die Lebensqualität der Patientinnen im Mittelpunkt der Forschung: Geprüft wird, ob den Patientinnen Komplikationen wie Bewegungseinschränkungen der Arme mit der neuen Methode zukünftig erspart bleiben könnten. 

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Acht Jahre Laufzeit

Möglichst keine gesunden Lypmphknoten mehr zu entfernen ist das Ziel der Studie, die inklusive Nachbeobachtungszeit insgesamt acht Jahre dauern wird. Zwischenergebnisse sollen allerdings regelmäßig publiziert werden. Insgesamt werden 1.500 Patientinnen aus allen beteiligten Ländern teilnehmen.

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