So wichtig ist Bewegung: Mehr Lebensfreude und Gesundheit

Bewegung, Ernährung und Körperhaltung sind das Um und Auf für ein gesundes Leben.
Bewegung, Ernährung und Körperhaltung sind das Um und Auf für ein gesundes Leben. (filadendron / iStockphoto)

Österreich muss sportlicher werden! Das betonten Sprecher des Hauptverbandes für österreichische Sozialversicherungsträger, der Wirtschaftskammer und der Ärztekammer Wien bei einer Pressekonferenz.

Bewegung ist für ein langes und möglichst krankheitsarmes Leben unabdingbar. Leider kommt Sport im Alltag des Durchschnittsösterreichers viel zu kurz: Bei einer Befragung aus dem Jahr 2014 gaben nur 30% an, mindestens einmal wöchentlich zu sporteln. Das Ranking der liebsten Freizeitbetätigungen der Teilnehmer belegt die Unlust an der Fitness:

  • Fernsehen: 86%
  • Radio hören: 77%
  • Telefonieren: 70%

Die aktuelle MAKAM-Umfrage zeigt allerdings, dass die Menschen durchaus über die Vorteile regelmäßiger Bewegung Bescheid wissen: 89% sind sich sicher, dass sportlich Aktive gesünder leben. An der Umsetzung hapert es jedoch noch. Zwar sind 8,6% der österreichischen Bevölkerung in einem Fitnesscenter eingeschrieben, viele sind aber Mitglied, ohne die "heiligen Fitness-Hallen" jemals zu betreten.

Jeder Schritt zählt

Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer Wien, weist im Pressegespräch darauf hin, dass den Österreichern bessere Anreize für mehr Bewegung geschaffen werden müssten. So sei ein Steuervorteil zu überdenken, wenn sich jemand regelmäßig der persönlichen Gesunderhaltung durch Sport widme. Typische Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht oder Diabetes könnten so vermieden werden. 

(Redaktion)

 

Bewegung, Ernährung, Körperhaltung

Diese drei Aspekte sind laut Prof. Szekeres die wichtigsten Komponenten der Gesundheit, besonders auch für Kinder. Bewegung, Ernährung und Körperhaltung sollten als untrennbare Einheit gesehen werden, denn wer sich viel bewegt, hat oft ein größeres Interesse an gesundheitsförderlichem Essverhalten. Sport stärkt überdies die richtige Wahrnehmung des eigenen Körpers und beugt Haltungsschäden vor.

Der Ärztekammer-Präsident plädiert für steuerliche Abschreibmöglichkeiten für Eltern, wenn Kinder außerschulisch Sportvereine besuchen. Außerdem sei er für eine tägliche Turnstunde, um Haltungsprobleme sowie Übergewicht zu vermeiden. Die Wissenschaft gibt Szekeres recht, sie bestätigt die herausragende Bedeutung von Bewegungstrainings im  Alltag. "Seit Jahren engagieren wir uns daher im Bereich Prävention und Vorsorge und versuchen auch, mittels Informationsoffensiven zum Thema Ernährung und Bewegung den Vorsorgegedanken in der Bevölkerung zu festigen", so Szekeres.

Mehr Sport, weniger Kosten

Mehr Bewegung verbessert nicht nur die Gesundheit des einzelnen, sie entlastet auch das Gesundheitssystem.

Dr. Alexander Biach, Vorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, erklärt, wie das heimische Gesundheitswesen profitieren könnte: "Wollen wir das Gesundheitssystem entlasten, müssen wir dort ansetzen, wo die meisten Kosten entstehen – bei der Behandlung von Zivilisationskrankheiten. Aber nicht durch Leistungskürzungen und Verschlechterungen bei den Patienten, sondern dadurch, dass wir die Zahl derjenigen mit solchen Erkrankungen deutlich verringern. Der richtige Weg dorthin führt über mehr Bewegung und die richtige Ernährung."

Vorbild Schweden

Nicht überall sind die Menschen solche Bewegungsmuffel wie hierzulande. In Schweden sind 70% der 7- bis 70-Jährigen regelmäßig sportlich aktiv. Die Hälfte der dortigen Bevölkerung ist Mitglied in einem Sportbetrieb oder -verein.

Körperliche Inaktivität kostet den Staat jährlich etwa 2,4 Milliarden Euro. Bis zu 500 Millionen Euro könnten eingespart werden, wenn die Österreicher mehr Wert auf Fitness legen würden. Biach abschließend: "Mehr Sport in Österreich bedeutet eine Entlastung für das Budget. Ein Steuerbonus für Freizeitsportler ist ein starkes Signal für ein fitteres Österreich."

Inwieweit die Vorschläge für einen Steuerbonus für Fitte umgesetzt werden, wird sich noch zeigen.

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Autoren:

Stand der Information: Mai 2018

Quellen

Pressegespräch "Allianz für ein gesünderes Österreich" am 2. Mai 2018 in Wien.

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