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Gift von Bakterien kann Zellregeneration vorantreiben

Stapylokokkus aureus
Staphylokokken produzieren einen Giftstoff, der aber auch positive Effekte haben kann. (iLexx / iStockphoto)

Ein Forscherteam untersuchte die Immunreaktion des Körpers auf das weitverbreitete Bakterium Staphylococcus aureus. Dabei entdeckten die Wissenschafter, dass dieses positive Effekte auf die Regeneration von Zellen haben kann.

Das Bakterium Staphylococcus aureus ist bei jeder vierten Person zu Millionen auf Haut und Schleimhäuten der Atemwege angesiedelt. Die "ungebetenen Gäste" sind meist harmlos, können aber unter bestimmten Voraussetzungen Entzündungen der Haut, Infektionen der Lunge oder eine Sepsis auslösen.

"Das passiert insbesondere dann, wenn sich die Bakterien zu stark vermehren, etwa, wenn die Immunabwehr eines Menschen durch eine Infektion oder eine Verletzung geschwächt ist", erklärt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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In ihrer Studie untersuchten die Wissenschafter die molekularen Abwehrmechanismen, mit denen das menschliche Immunsystem Staphylococcus aureus-Infektionen bekämpft. Dabei stellten sie überraschend fest, dass diese Bakterien auch eine positive Wirkung auf bestimmte Immunzellen haben, indem sie diese anregen, spezielle Botenstoffe zu produzieren, die Entzündungen somit schneller abklingen lassen und die Heilung fördern. Diese Entdeckung könnte unter anderem für künftige Therapien von Hautentzündungen und chronische Wunden bedeutsam sein.

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Bakteriengift mit heilender Wirkung

Im Detail: Bei Staphylokokken-Infektionen bildet das Bakterium ein Gift –das sogenannte α-Hemolysin. Dieses wurde von den Wissenschaftern auf seine Wirkung auf M2 Makrophagen analysiert. Dabei handelt es sich um Immunzellen, die dafür zuständig sind, dass abgetötete Bakterien und geschädigte Zellteile abtransportiert werden und sich das Gewebe somit regeneriert.

Dies geschieht, in dem sich das α-Hemolysin an die Oberfläche bestimmter Rezeptorproteine der Immunzellen bindet und damit in der Zelle die Produktion von entzündungsauflösenden Botenstoffen auslöst, welche im weiteren Verlauf die Entzündung abklingen lassen. 

Die Wissenschafter konnten außerdem zeigen, dass diese Botenstoffe (u.a. Resolvine, Maresine und Protektine) im Tiermodell die Regeneration von Gewebe fördern. 

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Quellen

"Staphylococcus aureus-Derived α-Hemolysin Evokes Generation of Specialized Pro-resolving Mediators Promoting Inflammation Resolution". 
https://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(20)31236-5?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2211124720312365%3Fshowall%3Dtrue  (Letzter Zugriff: 15.10.2020)
 

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