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Österreich muss auf Notbetrieb umstellen

Coronavirus Verbreitung
Die Regierung gab heute folgende weitere Maßnahmen im Kampf gegen Corona bekannt. (taa22 / iStockphoto)

Diese Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden jetzt umgesetzt. Ausgangssperren gibt es keine, Tiroler Gebiete und eine Gemeinde in Kärnten sind unter Quarantäne gestellt. Ab Dienstag bleiben Lokale ganz zu, Sport- und Spielplätze werden gesperrt.

Kurzfassung:

  •  Kanzler Kurz, Gesundheitsminister Anschober und Innenminister Nehammer sprachen in einer Pressekonferenz am 13.03.2020 14:00 zu Österreichs Bevölkerung über die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus
  • Es wird keine allgemeine Ausgangssperre geben, wie über Gerüchte verbreitet wurde, besonders betroffene Regionen in Tirol (Paznauntal, St. Anton/Arlberg) werden aber für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, mit 14.03. betrifft es auch Kärnten (Heiligenblut).
  • Allen Arbeitnehmern soll das Arbeiten von Zuhause aus genehmigt werden, sofern es möglich ist.
  • Die Grundversorgung mit Lebensmitteln etc. ist gesichert, sowohl in den Quarantäne-Gebieten als auch in den restlichen Teilen des Landes.
  • Was notwendig ist, findet statt.
  • Mit Dienstag, 17.03., schließen alle Restaurants.
  • Sport- und Spielplätze werden nicht mehr zugänglich sein.

Die Regierung wandte sich in einem Pressegespräch zur aktuellen Lage und weiteren Maßnahmen an die Menschen in Österreich. Hier finden Sie die wichtigsten Vorgaben und Änderungen für unser gesellschaftliches Leben zusammengefasst.

Wir sind ein Team, jeder hat seinen Beitrag zu leisten

Ab Montag wird das soziale Leben in Österreich auf ein Minimum reduziert. Das ist notwendig, um die Risikogruppen zu schützen. Konkret gibt es Einschränkungen in diesen Bereichen:

  • Home-Office: Alle Unternehmer werden dazu aufgefordert, die Mitarbeiter in Teleworking gehen zu lassen.
  • Öffnungszeiten von Lokalen: Restaurants, Bars und Cafes bleiben am Montag nur bis 15:00 geöffnet. Ab Dienstag sind sie ganz geschlossen.
  • Supermärkte, Drogerien etc.: Geschäfte bleiben geschlossen, außer jene, die es zur Versorgung braucht: Lebensmittelhandel, Apotheken, Banken, Tierfutter, Drogerie, Post. Die Grundversorgung ist nicht gefährdet. Alles was ein Staat zur Versorgung braucht, bleibt für alle zugänglich. 
  • Spielplätze und Sportanlagen: ab Dienstag, 17.03. gesperrt.

Umgang mit den Nachbarstaaten

Flugverbindungen in gewisse Länder werden eingestellt. Das betrifft Spanien, Schweiz und Frankreich. Die Grenzen zur Schweiz und zu Liechtenstein werden nun kontrolliert.

Quarantäne in Tiroler Regionen, nun auch in Heiligenblut

Vor allem in Tirol ist die Ausbreitung des Coronavirus rasant: Das braucht zielgerichtetes, geografisches Gegensteuern. Die Gebiete Paznauntal und St. Anton/Arlberg werden nun für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, ein- und ausreisen ist verboten. Die Menschen werden in diesen Regionen versorgt. Das Ziel ist,  weitere Infektionen zu verhindern. Mit Samstag, 14.03., ist nun auch die Gemeinde Heiligenblut in Kärnten unter Quarantäne.

Ausländische Gäste werden dazu aufgefordert abzureisen. Ihre Identität wird den Herkunftsländern übermittelt, um die häusliche Quarantäne in den entsprechenden Ländern zu sichern. All diese Maßnahmen sind mit den Landeshauptleuten besprochen und werden von diesen auch mitgetragen.

Sicherung der Gesundheit vorrangig

Mittlerweile wurden 8.167 Testungen auf COVID-19 durchgeführt, 800 bestätigte Erkrankungen gibt es bis heute. Diese Zahl wird sich jedoch weiter stark erhöhen, wie der Trend hierzulande und europaweit zeigt.

Italien hat derzeit 21.157 Erkrankungsfälle: Eine Entwicklung wie in Italien muss verhindert werden. Daher muss der soziale Kontakt stark reduziert werden, auch, um die Grippewelle zu übertauchen sowie Zeit zu gewinnen, um die Spitäler krisenfester zu machen.

In den Krankenhäusern gibt es ein Besuchsverbot, außer bei Kindern und im Palliativbereich.

Der Schutz der besonders vulnerablen Gruppen liegt in der Verantwortung aller:

  • Bevölkerung über 70 Jahre,
  • Gruppen von Menschen mit schweren Vorerkrankungen (Krebs, Diabetes, schwere Lungenerkrankungen, Herzkrankheiten etc.)

Eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen ist essenziell: Mitverantwortung und Solidarität sind nun gefragt.

Warnung vor Falschmeldungen

Auf den sozialen Medien werden derzeit viele Falschmeldungen verbreitet, wovor die Regierung eindringlich warnt: Alle wichtigen Geschäfte wie Supermärkte etc. bleiben geöffnet. Es gibt keine Ausgangssperren. Der Alltag soll trotz der Einschränkungen ungehindert möglich sein. Die Regierung schließt jedenfalls aus, dass Wien unter Quarantäne gestellt wird. 

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