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So können Patienten Antibiotikaresistenzen vorbeugen

Antibiotika Resistenzen
Die Forschung versucht Resistenzen gegen Antibiotika besser zu verstehen. Das ist auch wichtig,, um die Wirkstoffe weiterhin effektiv einsetzen zu können. (jarun011 / iStockphoto)

Zum Europäischen Antibiotika-Tag nimmt netdoktor.at das Thema Antibiotika und Resistenzen im Klinikbereich genauer unter die Lupe.

Der 18. November ist der Tag der Antibiotika. Mit Antibiotika können Infektionen, die durch Bakterien ausgelöst werden, wirksam bekämpft werden. In den letzten Jahren war aber zu beobachten, dass es bei Antibiotika vermehrt zu Resistenzen, also zu einer Aufhebung ihrer Wirksamkeit, kam. 

+++ Mehr zum Thema: Blasenentzündung muss nicht immer mit Antibiotika behandelt werden +++

Hygiene und Mithilfe der Patienten gefragt

Um Infektionen mit resistenten Bakterien und Keimen, die insbesondere in Krankenhäusern eine Rolle spielen, gering zu halten, sind laut Experten neben verstärkten Hygienemaßnahmen im Spital auch die Patienten selbst gefragt. Präventive Maßnahmen vor einer notwendigen Operation können etwa dazu beitragen, das Infektionsrisiko deutlich zu senken. Und das ist auch notwendig: Jährlich versterben in Österreich rund 5.000 Personen an den Folgen von Krankenhausinfektionen. 

+++ Mehr zum Thema: Krankenhauskeime +++

Postoperative Wundinfektionen – also jene, die nach erfolgter Operation stattfinden –sind laut Dr. Christoph Klaus, einem Experten für Infektionsprävention, die häufigsten Krankenhausinfektionen. "Studien haben gezeigt, dass bei den postoperativen Wundinfektionen die Erreger meistens von der Hautflora des Patienten selbst stammen", führt Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, weiter aus. Etwa zehn Millionen Bakterien sind auf einem Zentimeter unserer Haut angesiedelt, wo sie eine wichtige Schutzfunktion inne haben. Dringen diese Bakterien jedoch über offene Wunden in den Körper ein, können sie dort Infektionen auslösen. 

Prävention statt aufwendige Behandlung

Durch einen überdurchschnittlichen, falschen Einsatz oder einer schlecht abgestimmten Anwendung von Antibiotika wurden in den letzten Jahren Resistenzen gegen Antibiotika immer häufiger. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Antibiotikaresistenz bereits zu den fünf gefährlichsten Global Health Issues (Gesundheitsproblemen) der Welt. Multiresistente Keime können teils nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden, was für Patienten schlimme Folgen haben kann. Gerade deshalb empfiehlt Klaus mehr auf eine Prävention statt auf eine aufwendige Behandlung zu setzen. Je nach Einsatzbereich empfehlen sich hierbei unterschiedliche Gegenmaßnahmen.

Antiseptische Behandlung als OP-Vorbereitung

Im klinischen Bereich ist eine Maßnahme, die sich als besonders erfolgreich erwiesen hat, die antiseptische Ganzkörperwaschung vor Eingriffen. Diese wird im Krankenhaus vorgenommen. Zusätzlich sind auch Nasenbehandlungen empfehlenswert, denn dort siedeln sich Staphylokokken besonders häufig an. Und diese Bakterienart ist für besonders viele der postoperativen Entzündungen verantwortlich. "Ich empfehle Patienten, sich drei bis fünf Tage vor dem Eingriff täglich mit antiseptischen Produkten zu waschen, um die Hautflora für die Zeit kurz vor der Operation zu minimieren", weiß Gäbler.

Durch die Dekolonisation – die Dezimierung der angesiedelten Bakterien – können die Infektionen etwa um die Hälfte reduziert werden. Der Ausbruch der Corona-Pandemie, bei der Krankenhaushygiene eine entscheidende Rolle spielt, hat gezeigt, dass auch in als sehr fortschrittlich geltenden Gesundheitssystemen noch Optimierung möglich und auch notwendig ist.

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