Matomo pixel

Forschern gelingt Umkehr des Alterungsprozesses

Alterungsprozess Immuntherapie Forschung
Der Alterungsprozess könnte in Zukunft zumindest verlangsamt werden – durch eine neue Immuntherapie. (Yuri_Arcurs / iStockphoto)

Wissenschaftern des Universitätsspitals Bern gelang es, Prozesse, die im Körper für den Alterungsprozess verantwortlich sind, mithilfe einer neuen Immuntherapie zu verlangsamen und teils sogar rückgängig zu machen. Die Studie wurde im Fachjournal Nature Metabolism publiziert.

Ewig jung und gesund zu bleiben beschäftigt auch die medizinische Forschung seit jeher. Der Alterungsprozess eines Körpers ist jedoch ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, von denen einige noch weiterhin Rätsel aufgeben. Nun ist Forschern aus Bern jedoch ein wichtiger Schritt in Forschung und Therapie gelungen.

Was passiert durch den Alterungsprozess?

Zu den Hauptmerkmale des Alterns gehören Immunschwäche, erhöhte Gebrechlichkeit, Muskelschwäche, ein schlechteres Ansprechen auf Impfstoffe, eine langsamere Regeneration und vieles mehr. Gerade in einer Gesellschaft, die durchschnittlich immer älter wird, ist das Interesse diese Prozesse zu verlangsamen sehr groß.

+++ Mehr zum Thema: Fette +++

Bauchfett und Entzündungen spielen wichtige Rolle

Es wird schon lange vermutet, dass Entzündungen und Gewicht – genauer das sogenannte viszerale Fettgewebe (Bauchfett) – wichtige Faktoren sind, die den Alterungsprozess begünstigen. Dieses viszerale Fett lässt nicht nur den Bauchumfang steigen, sondern ist auch maßgeblich an chronischen, oft latenten Entzündungsprozessen beteiligt.

Die Forscher aus Bern erkannten nun, dass diese Entzündungsreaktionen von bestimmten Immunzellen – den eosinophilen Granulozyten – reguliert werden. In einem Tierversuch mit Mäusen gelang es zu zeigen, dass eine Therapie mit diesen Immunzellen den Prozess der Alterung verlangsamen bzw. diesen sogar teilweise rückgängig machen kann. 

+++ Mehr zum Thema: Bauchumfang richtig messen +++

Verjüngung durch Immun-Balance

Eosinophile Granulozyten finden sich vorwiegend im Blut, aber auch in den Fettzellen des Bauches. Sie sind an unterschiedlichen Abwehrreaktionen des Immunsystems beteiligt. Dass sie jedoch auch für die Bekämpfung von Entzündungen wichtig sind, ist noch nicht so lange bekannt.

Mit zunehmendem Alter allerdings nimmt die Anzahl der Eosinophilen  jedoch ab, wohingegen die Zahl der Makrophagen  – Immunzellen, die Entzündungen fördern – zunimmt. Infolge dieses Ungleichgewichts steigen sowohl der Anteil an Bauchfett als auch die Wahrscheinlichkeit für Entzündungen. 

Mithilfe der Immuntherapie konnten die Forscher die Zahl der Eosinophilen und die der Makrophagen wieder ins Gleichgewicht bringen. Die so behandelten Tiere waren nach der Therapie nicht nur wieder schlanker, sondern auch fitter; auch das Ansprechen auf Impfstoffe verbesserte sich. 

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Eosinophils regulate adipose tissue inflammation and sustain physical and immunological fitness in old age. Nature Metabolism. 
 
https://www.nature.com/articles/s42255-020-0228-3 (Letzter Zugriff 9.7.2020)

Weitere Artikel zum Thema

Mit den Wechseljahren ist lange nicht schluss! Frauen erleben auch im Alter eine erfüllte Sexualität.

Wie Mangelernährung frühzeitig diagnostiziert werden kann und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier!

mehr...
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund