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Online-Sprechstunde "Mehr Leben" – Ihre Gesundheitsfragen, unsere Antworten: Was tun bei Rückenschmerzen? – Nachlese

Rückenschmerzen
Was sind die Unterscheide zwischen Hexenschuss, Bandscheibenvorfall und "Ischias"? (Demner, Merlicek & Bergmann)

Fast jeder hatte schon irgendwann einmal Rückenschmerzen. Aber wann sollte man eigentlich zum Arzt gehen? Was hilft wirklich und wie kann man am besten gegen Rückenschmerzen vorbeugen? Lesen Sie hier die Antworten von Dr. Axel Köllesberger auf Patientenfragen zum Thema.

Kurzfassung:


Volkskrankheit: Rückenschmerzen

Rückenschmerzen und Verspannungen kennen wir doch alle. Sie gehören in Österreich zu den häufigsten Beschwerden. Bis zu 70% aller Erwachsenen sind mindestens einmal im Leben davon betroffen. 

Bei vielen Menschen verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit von alleine. Bleiben die Schmerzen allerdings länger bestehen und lässt sich keine Ursache finden, bedeutet dies für die Betroffenen oft eine starke Einschränkung der Lebensqualität.

Wir haben mit dem Spezialisten Dr. Axel Köllesberger gesprochen und ihm die häufigsten Fragen zum Thema: "Rückenschmerzen" gestellt.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung bei Rückenschmerzen +++

Wer ist betroffen?

Frage: Wer ist besonders häufig von Rückenschmerzen betroffen?
Dr. Axel Köllesberger: Im Prinzip kann man durchaus die Meinung vertreten, dass vom Profisportler bis zu Personen mit sitzendem Beruf – also fast jeder – betroffen sein kann. Manche Berufsgruppen sind durch ihre Tätigkeit mehr betroffen. Zusammenfassend kann man sagen: Menschen, die entweder für ihren Rücken zu viel oder zu wenig machen, werden irgendwann einmal Probleme bekommen.

Die Ursachen sind vielfältig

Frage: Welche Ursachen verbergen sich hinter verspannten Rückenmuskeln?
Dr. Axel Köllesberger: Die Ursachen sind vielfältig. Es kann sich bei Rückenschmerzen um reine Verspannungen der Muskulatur bis hin zu einem Bandscheibenvorfall mit Nervenbeteiligung handeln. Betroffene sollten daher zum Arzt gehen, um die Schmerzen individuell abklären zu lassen. 

Rückenschmerzen vorbeugen 

Frage: Warum sind Nackenschmerzen weit verbreitet und wie kann man ihnen vorbeugen?
Dr. Axel Köllesberger: Die Häufigkeit der Nackenschmerzen im HWS-Bereich (Halswirbelsäulen-Bereich) entsteht sicher durch unseren Alltag mit elektronischen Geräten wie Handy, Tablet und Computer. An beinahe jedem Arbeitsplatz finden wir diese technischen Geräte, auf die wir uns den ganzen Tag ohne Bewegung fokussieren. Dadurch kommt es häufig zu Kurzsichtigkeit und damit zu einem Kopfvorschub. So können Verspannungen im Nacken entstehen, weil man eine falsche Haltung beim Sitzen einnimmt. Zum Vorbeugen ist es daher wichtig, auch während der Arbeit nicht statisch, sondern dynamisch zu sitzen. Dazu gibt es zum Beispiel spezielle Sitzkissen, die man verwenden kann. Außerdem muss der Arbeitsplatz gut eingestellt werden. Bestimmte Übungen können ebenso vorbeugend wirken. Über den Tag verteilt sollte man sich außerdem immer wieder etwas bewegen. 

Hexenschuss, Bandscheibenvorfall und Ischias

Frage: Was sind die Unterscheide zwischen Hexenschuss, Bandscheibenvorfall und "Ischias"?
Dr. Axel Köllesberger: Der Hexenschuss ist eine plötzliche Verspannung der Rückenmuskulatur. Das sogenannte "Ischias-Syndrom" ist eine Beteiligung des Ischias-Nervs, der mit Ausstrahlung in die Beine zieht und Beschwerden wie Taubheit, Kribbeln, Schmerzen etc. auslöst. Der Bandscheibenvorfall ist eine Verlagerung des Bandscheibengewebes in der Wirbelsäule. Diese Verlagerung des Gewebes kann dann einen Hexenschuss oder ein Ischias-Syndrom hervorrufen, wenn ein Nerv beteiligt ist. 

+++ Mehr zum Thema: Ischiasnervreizung +++

Psyche & Rückenschmerzen 

Frage: Welches Rolle spielt die Psyche bei Rückenschmerzen?
Dr. Axel Köllesberger: Eine große Rolle. Geist und Körper ist nicht zu trennen. Die Psyche kann man negativ, aber auch positiv verstärken. Wir können uns selbst aus einer absteigenden Spirale, wieder in eine aufsteigende Spirale bewegen. Das gelingt etwa über das Fühlen, das Denken und das Wollen. Dazu  muss man also die Situation zuerst erkennen, dann verarbeiten und schließlich auch die Disziplin aufbringen, etwas zu ändern. 

Wann zum Arzt?

Frage: Wann sollte man zum Arzt gehen?
Dr. Axel Köllesberger: Die Erfahrung hat gezeigt, dass man nach drei Tagen zum Arzt gehen soll, falls die Beschwerden nicht besser werden. Sind die Beschwerden in diesen ersten drei Tagen bereits unerträglich oder gibt es motorische Defizite (z.B. man zieht den Fuß nach), dann sollte man natürlich sofort zum Arzt gehen. 

+++ Mehr zum Thema: Rücken ohne Schmerz +++

Behandlung 

Frage: Wie werden Rückenschmerzen behandelt und welche Rolle spielen dabei Lebensstil und Sport?
Dr. Axel Köllesberger: Den akuten Rückenschmerz behandeln wir in der Ordination mit Infiltrationen, Dehnungstherapie, Übungen für Zuhause, Miedern zur Stabilisation und auch Medikamenten. Bei chronischen Beschwerden können Dehnungs- bzw. Traktionsbehandlungen auf modernen Streckbänken helfen. Die Physiotherapie, aber auch Lebensstil und Sport, führen allerdings dazu, die Beschwerden nachhaltig zu verbessern.

+++ Mehr zum Thema: Rückenschmerz – Welche Tipps helfen wirklich? +++

Hilfe bei akuten Schmerzen 

Frage: Was hilft bei akuten Rückenschmerzen? Wann soll man zu Schmerzmitteln greifen?
Dr. Axel Köllesberger: Das kann man machen, allerdings sollte man die Ursachenforschung nicht aufschieben. Man sollte außerdem darauf achten, ein Medikament einzunehmen, das schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend wirkt. 

+++ Mehr zum Thema: Arbeiten hilft mehr als Bettruhe +++

Rückenschmerzen bei Kindern

Frage: Wie kann man Rückenschmerzen von Schulkindern vorbeugen?
Dr. Axel Köllesberger: Eltern sollten darauf achten, dass die Schultasche vom Kind symmetrisch getragen wird. Eine Trinkflasche, die einseitig an der Schultasche gelagert wird, ist nicht zu empfehlen. Über die Jahre hinweg kann bereits ein kleiner Fehler später negative Auswirkungen auf die Körperhaltung des Kindes haben. Wichtig ist außerdem, dass die Schulbänke richtig auf das jeweilige Kind eingestellt sind. Jedes Kind sollte auch einen passenden Sessel haben. Der Sport und die tägliche Bewegung sollten bei Kindern ebenfalls nicht zu kurz kommen. Die Wichtigkeit des Turnunterrichts darf hier nicht unterschätzt werden.

Rückenschmerzen im Alltag 

Frage: Was können Betroffene im Alltag gegen Rückenschmerzen tun?
Dr. Axel Köllesberger: Auch hier ist der richtig eingestellte Arbeits- bzw.- Sitzplatz das Um und Auf. Dabei ist vor allem auf die richtige Einstellung des Sessels zu achten. Genauso muss aber auf die richtige Technik beim Heben und Tragen geachtet werden. Jede einseitige Bewegung des Rückens ist zu vermeiden. 

+++ Mehr zum Thema: Problemzone Rücken +++

Disclaimer: Die Fragen wurden von Patienten und Interessierten anonym gestellt und von Experten firmenunabhängig beantwortet. Das Unternehmen Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group unterstützt diese Seite auf netdoktor.at mit der Zielsetzung, Menschen mit Rückenschmerzen eine Plattform zum Austausch zu bieten.

Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group übernimmt keine Haftung, hat keinen inhaltlichen Einfluss und erhält keine personenbezogenen Angaben.

Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group behält sich das Recht vor, die im Zuge der Sprechstunde generierten Fragen und Antworten für weitere Informationsmaterialien für Betroffene zu verwenden.

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