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Octenisept-Lösung zur Wund- und Schleimhautdesinfektion

Rezept­pflichtig: Nein
Wirkstoff: 2-Phenoxyethanol, Octenidin-dihydrochlorid
Zulassungs­inhaber Schuelke & Mayr, Wien
Anwendung: Sonstige

Wie wirkt das Mittel?

Das Mittel wirkt gegen Bakterien, Pilze und bestimmte Viren (lipophile Viren, Hepatitis B-Viren). Es ist auch für die Anwendung an der Schleimhaut von Scheide und Mund geeignet. 

Wirkmechanismus

Octenidindihydrochlorid gehört zu den kationaktiven Verbindungen und besitzt aufgrund seiner zwei kationischen Zentren starke oberflächenaktive Eigenschaften. Es reagiert mit Zellwand- und Membranbestandteilen der Mikrobenzelle und führt damit zur Zerstörung der Zellfunktion.

Der antimikrobielle Wirkmechanismus von 2-Phenoxyethanol beruht u.a. auf einer Erhöhung der Zellmembrandurchlässigkeit für Kaliumionen. Pharmkodynamische Wirkungen Die antimikrobielle Wirksamkeit erstreckt sich auf die Bakterizidie, Fungizidie und Wirksamkeit gegenüber lipophilen Viren und Hepatitis B-Viren. Die Wirksamkeitsspektren von 2-Phenoxyethanol und Octenidindihydrochlorid ergänzen sich diesbezüglich.

In welchen Anwendungsgebieten wird das Mittel eingesetzt?

Das Medikament eignet sich für eine wiederholten, zeitlich begrenzten antiseptischen Behandlung von Schleimhaut und Übergangsepithel vor operativen Eingriffen,

  • und im Rektalbereich z. B. vor dem Veröden von Hämorrhoiden.
  • in der Mundhöhle z. B. vor Zahnextraktionen oder Kürettagen
  • im Urogenitaltrakt z. B. vor Hysterektomien

Im Vulvovaginalbereich mittels Applikator-Sprühkopf bei unkomplizierten bakteriellen Infektionen und Infektionen durch Pilze. Es soll nur zeitlich begrenzten Wund- und Nahtversorgung sowie zur zeitlich begrenzten antiseptischen Behandlung infizierter Wunden der Haut angewendet werden.

Octenisept® kann bei Erwachsenen und Kindern ohne Altersbegrenzung eingesetzt werden. Die Unbedenklichkeit und Sicherheit der Anwendung ist auch bei Frühgeborenen ab der 24. Schwangerschaftswoche nachgewiesen.

Wie wird das Mittel angewandt?

Dosierung

Die zu desinfizierenden Areale vollständig benetzen und 1 Minute einwirken lassen. Wird die Mundhöhle gespült, wird eine Menge von ca. 20 ml octenisept® geraten, wobei man 20 Sekunden lang intensiv spülen und eine zusätzliche Einwirkzeit von einer Minute beachten soll. Die Dosierung von octenisept® ist identisch bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der (Schleim-)Haut muss das Medikament die zu desinfizierenden Areale aufgetragen werden. Bei Packungsgröße 50 ml mit Sprühkopf auf die zu desinfizierenden Areale aufsprühen. Gegebenenfalls kann, insbesondere im Bereich der Mundhöhle, auch eine Spülung vorgenommen werden. Octenisept® wird für die angegebenen Indikationsgebiete unverdünnt angewendet.

Zur Hautdesinfektion (z. B. vor Kaiserschnitt) ist eine Einwirkzeit des unverdünnten Präparates von 2 Minuten vorgesehen. Die Einwirkzeit ist immer einzuhalten und darf nicht verkürzt werden. (durch vorheriges Abtrocknen)

Vaginale Anwendung: die Sprühkappe des Applikators zehnmal hintereinander herunterzudrücken, siehe Anwendung des Applikator-Sprühkopfs. Nach Beenden der Vaginaltherapie mit Octenisept® empfiehlt sich ein Aufbau der Vaginalflora mittels laktobazillenhältigen Scheidenkapseln, um die Wiederherstellung des natürlichen bakteriellen Gleichgewichts zu begünstigen.

Da bisher nur Erfahrungen bei einer kontinuierlichen Anwendungsdauer von ca. 14 Tagen vorliegen, sollte octenisept® ohne ärztliche Kontrolle nicht länger als 2 Wochen eingesetzt werden.

Wann darf das Mittel nicht eingesetzt werden?

Vorsicht:

  • octenisept® darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Octenidindihydrochlorid oder 2-Phenoxyethanol oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Das Arzneimittel soll nicht zu Spülungen in der Bauchhöhle (z.B. intraoperativ) und der Harnblase sowie nicht am Trommelfell angewendet werden. 

Darf das Mittel von schwangeren und stillenden Frauen angewandt werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Falls notwendig kann eine Anwendung von octenisept® während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Derzeitige Erfahrungen mit schwangeren Frauen deuten nicht auf eine Gefährdung hin.

octenisept® kann bei Bedarf während der Stillzeit angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Selten: Brennen, Rötung, Juckreiz und Wärmegefühl

Sehr selten: Kontaktallergische Reaktionen, wie z. B. eine vorübergehende Rötung Bei Spülungen in der Mundhöhle verursacht octenisept® vorübergehend einen bitteren Geschmack.

Bei Fehlanwendungen (z.B. durch Injektion in das Gewebe, s.a. Abschnitt 4.4) kann es zu Schwellungen und Gewebeschädigungen bis zur Gewebsnekrose kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen 
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

Wechselwirkungen sind mit folgenden Substanzen bekannt:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden. Nicht mit Antiseptika (Desinfektionsmittel) auf PVP-Iod Basis auf benachbarten Hautarealen anwenden, da es in den Grenzbereichen zu starken braunen bis violetten Verfärbungen kommen kann.

Warnhinweise

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie octenisept® anwenden. Das Schlucken großer Mengen von Octenisept ist verboten, da es zu Reizungen der Schleimhaut von Magen und Darm kommen kann. Das Mittel nicht in den Blutkreislauf einbringen (z.B. durch versehentliche Injektion). Es ist nicht für eine längere Anwendung vorgesehen.

Um möglichen Gewebeschädigungen vorzubeugen, darf das Präparat nicht unter Druck ins Gewebe eingebracht werden. Bei Wundkavitäten muss ein Abfluss jederzeit gewährleistet sein (z.B. Drainage, Lasche).


Hinweis: Die Auflistung der Medikamente stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Medikamente in welcher Weise auch immer dar.

Die Informationen sind keinesfalls abschließend, ersetzen weder ärztliche noch sonstige Fachberatung.

Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und sonstigen Informationen ist der behandelnde Arzt oder Apotheker beizuziehen.



Stand der Information: Juli 2019


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