Levonorgestrel

Von , Apotheker, Arzt
und , Apothekerin und Studentin der Humanmedizin
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Benjamin Clanner-Engelshofen

Benjamin Clanner-Engelshofen ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Er studierte Biochemie und Pharmazie in München und Cambridge/Boston (USA) und merkte dabei früh, dass ihm die Schnittstelle zwischen Medizin und Naturwissenschaft besonders viel Spaß macht. Deshalb schloss er noch ein Studium der Humanmedizin an.

Anne Strehlau

Anne Strehlau studierte Pharmazie an der LMU München und war anschließend als Apothekerin in einer niedergelassenen Apotheke und am Uniklinikum der LMU tätig. Dabei merkte sie schnell, wie sehr sie die Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Medizin interessiert, weshalb sie nun ergänzend das Studium der Humanmedizin absolviert. Seit Juni 2022 schreibt sie zudem für NetDoktor.

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Levonorgestrel ist ein künstlich hergestelltes Gelbkörperhormon, das je nach Dosierung als Verhütungspille oder als sogenannte "Pille danach" eingenommen wird. Als mechanisches Verhütungsmittel steht auch eine "Spirale" mit Levonorgestrel zur Verfügung. Hier lesen Sie mehr über Wirkung und Anwendung von Levonorgestrel - als Pille danach und als Verhütungspille beziehungsweise Verhütungsspirale.

So wirkt Levonorgestrel

Levonorgestrel beeinflusst als Gelbkörperhormon (Gestagen) die körpereigene Regelung des Menstruationszyklus. Dieser lässt sich grob in zwei Abschnitte unterteilen, die jeweils etwa zwei Wochen umfassen: die Follikel- und die Lutealphase.

Die Follikelphase beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung (Menstruation). Die Schleimhautschicht in der Gebärmutter, die im vorhergehenden Zyklus aufgebaut wurde, wird nun zusammen mit der unbefruchteten Eizelle ausgestossen. Gleichzeitig reift in einem der Eierstöcke (manchmal auch in beiden) ein neuer Ovarialfollikel mit einer Eizelle im Inneren heran.

Der Eisprung (Ovulation) läutet die zweite Zyklushälfte ein, die Lutealphase. Der Eierstock beziehungsweise das darin herangereifte Ovarialfollikel entlässt die Eizelle, die dann vom Eileiter aufgenommen wird. Sie ist etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Das nun leere Follikel im Eierstock wandelt sich in den Gelbkörper um und beginnt mit der Produktion des körpereigenen Gelbkörperhormons Progesteron.

Dieses unterdrückt das Heranreifen weiterer Follikel in den Eierstöcken und bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die eventuelle Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Später übernimmt dann die Plazenta die Progesteron-Produktion und sorgt so für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.

Findet dagegen keine Befruchtung statt, schrumpft der Gelbkörper, wodurch kein Progesteron mehr gebildet wird. Mit der nächsten Regelblutung wird dann die verdickte Gebärmutterschleimhaut abgestossen und zusammen mit der nicht befruchteten Eizelle ausgeschieden.

Levonorgestrel als Verhütungspille

Durch die Einnahme eines synthetischen Progesteron-Analogons wie Levonorgestrel wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht und der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die den weiblichen Zyklus zentral steuert, signalisiert, dass kein weiterer Eisprung und keine neue Monatsblutung eingeleitet werden sollen.

Ebenso wird durch Levonorgestrel das Sekret des Gebärmutterhalses zäher, wodurch Spermien nicht so einfach in die Gebärmutter gelangen können. Natürliches Progesteron könnte man für diese Zwecke nicht verwenden, weil es nach der Einnahme rasch in der Leber abgebaut würde.

Zur Empfängnisverhütung wird Levonorgestrel alleine oder in Kombination mit weiteren Hormonen (wie Ethinylestradiol) dem Zyklus angepasst phasenweise oder dauerhaft als "Pille" eingenommen.

Levonorgestrel als "Pille danach"

Zusätzlich ist Levonorgestrel in höherer Dosierung auch als "Pille danach" zugelassen. Sie kann bis zu drei Tage (72 Stunden) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr die Chance auf eine Schwangerschaft drastisch senken.

Wie diese Wirkung genau zustande kommt, ist nicht bekannt. Man geht jedoch davon aus, dass Levonorgestrel die möglicherweise befruchtete Eizelle an der Einnistung hindert, den Eisprung verhindert oder den Eizelltransport behindert. Hat sich die Eizelle allerdings bereits eingenistet, bleibt die Einnahme von Levonorgestrel ohne Effekt. Die "Pille danach" führt also zu keiner Abtreibung.

Levonorgestrel als Hormonspirale

Die Hormonspirale setzt stetig Levonorgestrel in die Gebärmutterhöhle frei, wo es vor allem den Gebärmutterhalsschleim (Zervixschleim) verdickt. Dadurch entsteht eine natürliche Barriere für die Spermien auf ihrem Weg zu einer Eizelle.

Levonorgestrel bremst zusätzlich den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert dadurch das Einnisten einer Eizelle. Auf diese Weise verkürzt oder verringert sich häufig auch die Regelblutung der Frau.

Der Eisprung hingegen findet meist weiterhin statt, nur die Befruchtung der Eizellen wird durch die Levonorgestrel-Spirale unterdrückt. Es kann aber auch vorkommen, dass der Eisprung ausbleibt.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung

Nach der Einnahme wird Levonorgestrel vollständig im Darm aufgenommen und erreicht im Blut nach drei Stunden die höchsten Spiegel. Wird der Wirkstoff nur einmalig (wie bei der "Pille danach") eingenommen, ist nach etwa zwei Tagen die Hälfte des Wirkstoffs wieder ausgeschieden.

Bei der wiederholten Einnahme (als Verhütungspille) reichert sich der Wirkstoff im Körper an, und die Ausscheidung verzögert sich.

Das Levonorgestrel einer Hormonspirale wirkt vor allem dort, wo die Spirale liegt: in der Gebärmutter. Teile des Wirkstoffs gelangen dennoch in den Blutkreislauf.

Levonorgestrel wird in der Leber abgebaut und etwa zur Hälfte mit dem Urin und zur Hälfte mit dem Stuhl ausgeschieden.

Wann wird Levonorgestrel eingesetzt?

Levonorgestrel ist zur Empfängnisverhütung als Hormonspirale, zum Schlucken als Einzelwirkstoff (als sogenannte "Minipille") oder in Kombination mit einem Östrogen (meistens Ethinylestradiol) zugelassen.

Als "Pille danach" wird das Gestagen Levonorgestrel in höherer Dosierung zur Notfallverhütung bis zu drei Tage (72 Stunden) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt.

So wird Levonorgestrel angewendet

Zur Empfängnisverhütung wird meist eine kombinierte Pille mit Levonorgestrel und einem Östrogen angewendet. Sie wird die ersten 21 Tage des Zyklus eingenommen (Beginn: 1. Tag der Regelblutung), und zwar jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit.

Danach folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen, bevor die Einnahme mit einer neuen Pillenpackung wieder begonnen wird. Bei manchen Präparaten enthält eine Packung neben den 21 hormonhaltigen Tabletten auch sieben wirkstofffreie Placebotabletten, damit man nicht aus dem Rhythmus der täglichen Einnahme gerät.

Die Minipille, die nur Levonorgestrel enthält, wird durchgehend eingenommen. Bei ihr müssen Frauen noch sorgfältiger auf einen regelmässigen Einnahmezeitpunkt achten. Vergisst man die Einnahme einer Pille um mehr als drei Stunden, ist der Verhütungsschutz für mindestens sieben Tage nicht mehr gewährleistet.

Die vergessene Tablette mit Levonorgestrel sollte dann schnellstmöglich eingenommen werden, auch wenn das bedeutet, dass zwei Tabletten zugleich eingenommen werden müssen, weil bereits der Zeitpunkt für die nächste Einnahme erreicht ist.

Achtung: Dies gilt nur ausnahmsweise bei der Minipille - bei anderen Verhütungspillen dürfen nie zwei Tabletten zugleich eingenommen werden!

Ein Intrauterinpessar (Hormonspirale) mit Levonorgestrel kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Es eignet sich deshalb vorzugsweise zur langfristigen Verhütung.

Anwendung der Levonorgestrel-Hormonspirale

Levonorgestrel gibt es auch über ein sogenanntes intrauterines („in der Gebärmutter“) Wirkstoff-Freisetzungssystem, auch Intrauterinpessar oder Hormonspirale genannt. Der Arzt legt die Spirale unter lokaler Betäubung oder Schmerzmitteln in die Gebärmutter ein. Die Präparate verbleiben abhängig von der enthaltenen Menge an Levonorgestrel drei bis fünf Jahre dort. Sie eignen sich deshalb vorzugsweise zur langfristigen Verhütung.

Ärzte setzen die Hormonspirale in der Regel innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Menstruation ein. Das Levonorgestrel wirkt dann sofort. Die Hormonspirale kann auch direkt nach Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen im ersten Trimenon eingeführt werden.

Nach einer Geburt hingegen setzen Mediziner die Spirale frühestens nach sechs, eher aber nach zwölf Wochen ein. Sie warten in der Regel, bis sich die Gebärmutter auf ihre normale Grösse zurückgebildet hat. Andernfalls ist das Risiko erhöht, dass die Spirale die Gebärmutterwand durchstösst (Perforation).

Der Arzt kontrolliert die Position der Levonorgestrel-Spirale in festgelegten Abständen. Die erste Kontrolle erfolgt meist vier bis zwölf Wochen, nachdem die Spirale eingebracht wurde. Die Hormonspirale kann jederzeit, sollte aber je nach Präparat spätestens nach drei oder fünf Jahren entfernt werden. Es ist möglich, direkt danach eine neue Spirale einzusetzen.

Soll die Levonorgestrel-Spirale entfernt werden, entnehmen Ärzte die Spirale meist innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Menstruation. Wird die Hormonspirale zu einem anderen Zeitpunkt entfernt oder hat die Patientin einen unregelmässigen Menstruationszyklus, besteht ein unzureichender Verhütungsschutz.

Um eine durchgehende Empfängnisverhütung zu gewährleisten, braucht es direkt nach der Entfernung eine neue Spirale. Alternativ kann man mindestens sieben Tage vor der Entfernung zusätzlich eine andere Verhütungsmethode anwenden (zum Beispiel Kondom).

Wie nimmt man Levonorgestrel als „Pille danach“ ein?

Die Einnahme von Levonorgestrel als Notfallkontrazeptivum ("Pille danach") muss schnellstmöglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen, jedoch spätestens nach 72 Stunden:

Nach der Beratung beim Arzt oder in der Apotheke wird die Tablette in der Regel noch vor Ort eingenommen, womit auch verhindert werden soll, dass die Tablette "auf Vorrat" gekauft wird. Kommt es nach der Einnahme innerhalb von drei Stunden zum Erbrechen, muss noch eine "Pille danach" eingenommen werden, um die Wirkung sicherzustellen.

Welche Nebenwirkungen hat Levonorgestrel?

Die Nebenwirkungen von Levonorgestrel sind dosisabhängig sind. Sie treten damit verstärkt in höheren Dosierungen auf, am stärksten bei der "Pille danach".

Bei über zehn Prozent der behandelten Frauen kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch, vaginalen Blutungen und Müdigkeit.

Ausserdem können auch Schwindel, Durchfall, Erbrechen, verspätete Regelblutung, Zwischenblutungen und ein Spannungsgefühl in der Brust auftreten, wenn man eine hochdosierte Pille mit Levonorgestrel einnimmt.

Die Nebenwirkungen bei der Einnahme als Verhütungspille sind meist seltener und weniger stark ausgeprägt.

Die Verträglichkeit der "Pille danach" lässt sich verbessern, indem man gleichzeitig eine kleine Mahlzeit (z.B. ein Butterbrot) zu sich nimmt.

Bei der Levonorgestrel-Spirale entzünden sich häufig die äusseren Geschlechtsorgane, die Eileiter oder die Gebärmutterschleimhaut innerhalb der ersten drei Wochen. Mögliche Anzeichen sind Unterleibsschmerzen, Fieber, Scheidenausfluss oder ein harter und gespannter Bauch.

Die Beschwerden bei entzündeten Geschlechtsorganen sind vielfältig. Nehmen Sie Symptome wahr, lassen Sie diese umgehend ärztlich untersuchen. Unbehandelt erhöht sich das Risiko für schwere Entzündungsreaktionen, Blutvergiftungen oder eine beeinträchtigte Fruchtbarkeit.

Häufig bekommen Patientinnen auch Eierstockzysten, die meist keine Beschwerden verursachen und sich von selbst zurückbilden. Dennoch sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden, da in manchen Fällen eine Behandlung notwendig ist.

Ein weiteres Problem, das vor allem Übergewichtige und Personen mit starker Regelblutung betrifft: Die Spirale gerät oftmals komplett oder teilweise aus der Gebärmutter heraus (Expulsion). Zieht sich die Gebärmutter während der Menstruation zusammen, kann die Spirale auch verrutschen (Dislokation). In allen Fällen schützt sie nicht mehr sicher vor einer Schwangerschaft.

Schmerzen oder verstärkte Blutungen können darauf hindeuten, dass die Spirale nicht mehr richtig liegt. Sie kann jedoch auch verrutschen oder ausgestossen werden, ohne dass die Patientin es bemerkt. Daher ist es sinnvoll, regelmässig nach den an der Spirale befestigten Rückholfäden zu tasten. So kann man kontrollieren, ob sie noch vorhanden ist. Allerdings sagt das nichts darüber aus, ob sie korrekt in der Gebärmutter liegt.

Was ist bei der Anwendung von Levonorgestrel zu beachten?

Gegenanzeigen

Levonorgestrel als "Pille danach" darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der anderen Bestandteile des Medikaments

Levonorgestrel als Verhütungspille darf zusätzlich in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • bekannte oder vermutete Schwangerschaft
  • bestehende thromboembolische Erkrankungen (wie tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • vorausgegangene oder bestehende arterielle und kardiovaskuläre Erkrankungen (wie Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Diabetes mit Gefässveränderungen
  • schwere Leberfunktionsstörungen oder Lebertumore
  • Krebserkrankungen, wenn diese durch Sexualhormone beeinflusst werden
  • nicht abgeklärte vaginale Blutungen

Levonorgestrel als intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem darf nicht angewendet werden bei:

  • einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder sonstigen Bestandteilen des Medikaments
  • akuter oder wiederkehrender Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane wie z.B. Entzündungen der Scheide (Kolpitis) oder des Gebärmutterhalses (Zervizitis)
  • einer Schwangerschaft
  • einer Gebärmutterentzündung nach einer Geburt, Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch in den letzten drei Monaten
  • krankhaften Zellveränderungen oder bösartigen Erkrankungen im Gebärmutterhals (Zervix) oder der Gebärmutter (Uterus)
  • Krebserkrankungen, die durch Geschlechtshormone beeinflusst werden (z.B. Brustkrebs)
  • Fehlbildungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter, die das Einsetzen oder Entfernen der Hormonspirale behindern
  • ungeklärten vaginalen Blutungen
  • schweren Lebererkrankungen oder Lebertumoren

Wechselwirkungen

Die Kombination mit anderen Wirkstoffen, die über das gleiche Leber-Enzymsystem (Cytochrom P450 3A4) abgebaut werden, kann bewirken, dass Levonorgestrel schneller abgebaut wird und dadurch nicht oder nicht ausreichend wirkt.

Beispiele für solche Wirkstoffe sind Mittel gegen Epilepsie und Krampfanfälle (wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Topiramat), Wirkstoffe gegen Infektionen (wie Rifampicin, Efavirenz, Ritonavir, Griseofulvin) und das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut.

Die Einnahme von Levonorgestrel kann bei Patienten mit Gerinnungsstörungen sowie bei Rauchern das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen.

Altersbeschränkung

Vor der Menarche (erste Menstruation im Leben einer Frau) gibt es keine Indikation für Levonorgestrel.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere sollten Hormonpräparate wie die Pille (Levonorgestrel allein oder zusammen mit einem Östrogen), aber auch die "Pille danach" nicht einnehmen. Die versehentliche Einnahme einer Verhütungspille oder "Pille danach" in der Schwangerschaft erfordert keine weiterführende Diagnostik.

Intrauterine Levonorgestrel-Präparate (Hormonspirale) dürfen nicht in der Schwangerschaft angewendet werden.

Das Risiko einer Fehlgeburt ist erhöht, wenn die Hormonspirale während einer Schwangerschaft entfernt wird. Lässt man die Spirale jedoch liegen, drohen ebenfalls Fehl- oder Frühgeburten sowie Entzündungen. Zudem besteht bei einem weiblichen Fötus die Gefahr einer sogenannten Virilisierung. Dabei „vermännlichen“ die äusseren Geschlechtsorgane des ungeborenen Kindes.

Werden Sie mit einer Levonorgestrel-Spirale schwanger, liegt die Schwangerschaft mit einem höheren Risiko ausserhalb der Gebärmutter (z.B. Eileiterschwangerschaft). Diese Gefahr steigt bei Frauen, die bereits eine solche extrauterine Schwangerschaft, Eileiteroperationen oder Entzündungen des kleinen Beckens hatten.

Vermuten Sie eine Schwangerschaft während der Anwendung der Levonorgestrel-Hormonspirale, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt. Er bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Reine Gestagen-Präparate gehören zu den Mitteln der Wahl zur hormonellen Verhütung in der Stillzeit. Sie erfordern keine Einschränkung des Stillens. Mit der Einnahme einer Levonorgestrel-Pille wird frühestens sechs bis acht Wochen nach der Entbindung begonnen. Der gleiche Zeitrahmen wird für das Einsetzen der Hormonspirale empfohlen.

So erhalten Sie Medikamente mit Levonorgestrel

Die "Pille danach" mit Levonorgestrel ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz wie auch in vielen anderen europäischen Ländern verschreibungsfrei und kann nach einer eingehenden Beratung in der Apotheke ohne Rezept erworben werden.

Die Verhütungspille mit Levonorgestrel hingegen ist verschreibungspflichtig. Auch die Hormonspirale ist verschreibungspflichtig und wird durch einen Arzt eingesetzt.

Seit wann ist Levonorgestrel bekannt?

Das erste künstlich hergestellte und zur Empfängnisverhütung eingesetzte Gestagen Norethisteron wurde vom österreichischen Chemiker Carl Djerassi Anfang der 1950er Jahre entwickelt. Später wurde der Wirkstoff zu Levonorgestrel weiterentwickelt.

Das Verhütungsmittel ist nicht patentgeschützt, weshalb zahlreiche Pharmafirmen Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel vertreiben.

Autoren- & Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Benjamin Clanner-Engelshofen
Benjamin Clanner-Engelshofen

Benjamin Clanner-Engelshofen ist freier Autor in der NetDoktor-Medizinredaktion. Er studierte Biochemie und Pharmazie in München und Cambridge/Boston (USA) und merkte dabei früh, dass ihm die Schnittstelle zwischen Medizin und Naturwissenschaft besonders viel Spaß macht. Deshalb schloss er noch ein Studium der Humanmedizin an.

Anne Strehlau
Anne Strehlau

Anne Strehlau studierte Pharmazie an der LMU München und war anschließend als Apothekerin in einer niedergelassenen Apotheke und am Uniklinikum der LMU tätig. Dabei merkte sie schnell, wie sehr sie die Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Medizin interessiert, weshalb sie nun ergänzend das Studium der Humanmedizin absolviert. Seit Juni 2022 schreibt sie zudem für NetDoktor.

Quellen:
  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 03/2022 - Aktuelle Risikoinformationen, September 2022, unter: www.pei.de (Abrufdatum: 26.10.2022)
  • Fachinformationen zu Arzneimitteln mit Levonorgestrel, unter: www.fachinfo.de (Abrufdatum: 26.10.2022)
  • Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin: Gestagene, unter: www.embryotox.de (Abrufdatum: 26.10.2022)
  • Profamilia: Verhütung nach der Geburt, unter: www.profamilia.de (Abrufdatum: 26.10.2022)
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