Dalacin C 300 mg-Kapseln

Rezept­pflichtig: Ja
Wirkstoff: Clindamycin
Zulassungs­inhaber PFIZER CORPORATION AUSTRIA GESMBH, WIEN
Anwendung: Sonstige

Wie wirkt das Mittel?

Das Mittel gehört zur Gruppe der Lincosamid-Antibiotika. Die Bakterien werden je nach Konzentration des Wirkstoffs und Art des Erregers abgetötet bzw. inaktiviert, indem der Wirkstoff den Aufbau von lebenswichtigen Eiweißen in den Keimen hemmt. Der Wirkstoff ist vor allem stark wirksam gegen grampositive Erreger (z.B. Staphylokokken, Pneumokokken), anaerobe Keime (Bakteroides-Arten) und bakterienähnliche Mikroorganismen (z.B. Toxoplasma gondii). Die Begriffe grampositiv, gramnegativ, aerob und anaerob beschreiben verschiedene Eigenschaften (z.B. Anfärbbarkeit) von Bakterien, die zu ihrer genauen Bestimmung herangezogen werden.

In welchen Anwendungsgebieten wird das Mittel eingesetzt?

Bei:

  • Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich: Rachen-, Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- und Mandelentzündung, Scharlach
  • Infektionen der tiefen Atemwege: z.B. Bronchitis, Lungen­entzündung 
  • Infektionen der Haut- und Weichteile: Akne, Abszesse, Furunkel, Rotlauf, Wundinfektionen
  • Infektionen der Knochen und Gelenke: Entzündung des Knochenmarks
  • Infektionen innerhalb des Bauchraums: Bauchfellentzündung, Abszesse
  • Blutvergiftung 
  • Entzündung der Herzinnenhaut
  • Infektionen im Zahn- und Kieferbereich
  • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane wie Eileiterentzündung, Entzündungen im kleinen Becken
  • Toxoplasmatischer Enzephalitis (Gehirnentzündung, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen wird) bei AIDS

Wie wird das Mittel angewandt?

Das Mittel kann unabhängig von den Mahlzeiten mit viel Wasser eingenommen werden.

Die Dosierung ist abhängig vom Schweregrad der Infektion, vom Zustand des Patienten und der Erregerempfindlichkeit.

  • Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen 600-1800 mg/Tag in 2, 3 oder 4 gleich groß geteilten Dareichungsformen.
  • Kinder bekommen 8-25 mg/kg Körpergewicht pro Tag in drei bis vier gleichen Dosen verabreicht.
  • Bei schweren Nieren-und Lebererkrankungen kann eine individuelle Dosierung notwendig sein.
     

Wann darf das Mittel nicht eingesetzt werden?

Bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Mittels

Vorsicht bei:

  • Durch Viren hervorgerufenen Infektionen der oberen Atemwege
  • Schwerer Nieren- oder Lebererkrankung
  • Asthma
  • Allergien
  • Magen-Darm-Erkrankungen, z.B. Dickdarmentzündung
  • Störungen der neuromuskulären Übertragung (z.B. Myasthenia gravis)

Darf das Mittel von schwangeren und stillenden Frauen angewandt werden?

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte das Mittel nicht verwendet werden. Ist die Verabreichung des Medikaments dringend notwendig, sollte dies vorerst mit einem Arzt besprochen werden. Jedoch sollte während der Stillzeit ein anderes alternatives Arzneimittel herangezogen werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

  • Störungen im Magen-Darm-Trakt (Bauchschmerzen, Durchfälle)
  • Allergische Reaktionen
  • Hautausschläge
  • Abnormale Leberfunktionswerte
  • pseudomembranöse Kolitis (Entzündung des Dickdarmes)
  • Eine Kontrolle des Blutbildes wird empfohlen.

Wechselwirkungen sind mit folgenden Substanzen bekannt:

  • Erythromycin und Lincomycin
  • Vitamin K-Antagonisten (erhöhte Blutungsneigung)
  • orale Kontrazeptiva (fragliche empfängnisverhütende Wirkung)
  • Kreuzresistenz mit Erythromycin
  • Medikamente, welche die Blutgerinnung hemmen

Warnhinweise

Wenn während der Behandlung und auch danach schwere, andauernde Durchfälle auftreten, soll sofort der behandelnde Arzt informiert werden. Peristaltikhemmende Mittel (Mittel, die die Darmmuskulatur lähmen) sollten keinesfalls gleichzeitig angewandt werden. Bei längerer Behandlung wird der behandelnde Arzt Leber- und Nierenfunktionskontrollen u.a. durchführen. Sehr selten treten schwere akute allergische Reaktionen auf, wie z. B. anaphylaktischer Schock. In diesem Fall muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. 

Vorsicht ist außerdem bei Asthma, Allergien, Erkrankungen des Dickdarms, Muskelschwächen, sowie Morbus Parkinson geboten.


Hinweis: Die Auflistung der Medikamente stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Medikamente in welcher Weise auch immer dar.

Die Informationen sind keinesfalls abschließend, ersetzen weder ärztliche noch sonstige Fachberatung.

Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und sonstigen Informationen ist der behandelnde Arzt oder Apotheker beizuziehen.



Stand der Information: Juli 2019


zur Startseite