Coronavirus-Impfstoff Moderna (Spikevax)

Von , Medizinredakteurin
Aktualisiert am
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Beim Coronavirus-Impfstoff Spikevax des Herstellers Moderna handelt sich um einen modernen mRNA-Impfstoff. Er basiert auf dem gleichen Wirkprinzip wie das im Dezember freigegebene Vakzin des deutschen Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer. Swissmedic hat den Impfstoff am 12.01.2021 vorläufig zugelassen. Was ist zu Wirkung, Dosierung und Verträglichkeit bekannt?

Covid-19-Impfung

Wirksamkeit

Klinische Studien bescheinigen dem Moderna-Impfstoff Spikevax (mRNA-1273) des US-Herstellers Moderna eine sehr hohe Wirksamkeit von etwa 94 Prozent. Er soll, wie schon der Wirkstoff von BioNTech/Pfizer, insbesondere auch bei älteren Menschen eine hohe Wirksamkeit entfalten.

Spikevax muss zweimal verabreicht werden, damit sich ein vollständiger Impfschutz aufbaut. Dies geschieht idealerweise im Abstand von 28 Tagen. Ein erster Schutz setzt nach etwa zehn Tagen ein, die volle Wirkung entfaltet sich erst nach der zweiten Dosis.

Verträglichkeit

Der Impfstoff ist den vorliegenden Zulassungsdokumenten zufolge gut bis moderat verträglich. Unerwartete, besorgniserregende Vorfälle wurden nicht beobachtet.

Bei jedem zweiten Geimpften traten mäßige bis starke typische grippeartige Impfreaktionen auf. Die häufigsten sind Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Kopfschmerz. Sie klangen in der Regel am zweiten Tag nach der Impfung vollständig ab.

Im Zeitraum zwischen 01.01.2021 und 01.09.2021 wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 6.431.207 Dosen von Spikevax verabreicht. In 4.298 Fällen wurden vermutete Nebenwirkungen gemeldet, davon waren 1.239 schwerwiegend. Betroffene mussten im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung im Krankenhaus behandelt werden.

Anwendung

Spikevax wurde zunächst für Personen ab 18 Jahren freigegeben. Am 09. August 2021 erweiterte Swissmedic die Zulassung, so dass das Vakzin nun auch für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren empfohlen wird. Spikevax erfordert keine Dosisanpassung für Personen älter als 65 Jahre.

Ärzte verabreichen die Impfung intramuskulär. Das heißt, sie spritzen die jeweilige Impfdosis meist in den Oberarm. Eine solche Impfdosis entspricht 0,5 Milliliter, die 100 Mikrogramm der mRNA-Lipidnanopartikel enthalten.

Derzeit liegen keine Informationen dazu vor, ob eine zweite Impfdosis durch einen anderen Coronavirus-Impfstoff ersetzt werden kann.Bei Personen, die bereits eine Dosis Spikevax erhalten haben, sollte auch die zweite Impfung mit dem gleichen Wirkstoff erfolgen

Wirkmechanismus

Um eine Immunreaktion zu erzielen, werden winzige Abschnitte aus dem Virenerbgut in die Körperzellen eingebracht. Sie enthalten die Bauanleitung für das Spikeprotein, mit dessen Hilfe Sars-CoV-2 in die menschlichen Zellen schlüpft.

Die Körperzelle produziert im Falle der Impfung nicht das gesamte Virus, sondern nur eine einzelne virale Eiweißstruktur. Dieses reicht aus, um das Immunsystem gegen den Krankheitserreger zu trainieren.

Lagerung

Da ein sich mRNA-Molekül sehr leicht zersetzt, wird es bei der Impfstoffproduktion in ein sogenannten Lipid-Nanopartikel (LNP) verpackt. Das LNP selbst ist dabei hauptsächlich eine Kombination aus mRNA und einem Zusatzstoff namens SM-102. Dieser Zusatzstoff macht das Vakzinkonstrukt unter anderem stabil und lagerfähig.

Ein großer Vorteil ist, dass der Moderna-Impfstoff weniger stark gekühlt werden muss als sein Pendant Comirnaty von BioNTech/Pfizer: Spikevax kann bei Kühlschranktemperaturen von 2 bis 8 Grad Celsius ungeöffnet bis zu 30 Tage gelagert werden. Das bedeutet, er kann auch gut vom Hausarzt verimpft werden. Für die Lagerung des BioNTech/Pfizer-Vakzins werden hingegen rund minus 70 Grad Celsius benötigt.

Lieferumfang

Die Schweiz hat sich für das Jahr 2021 13,5 Millionen und für das Jahr 2022 sieben Millionen Impfdosen des Herstellers Moderna gesichert. Die Hersteller liefern die reservierten Impfdosen gestaffelt über mehrere Monate in die Schweiz.

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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