Akne bei Erwachsenen

Akne bei Erwachsenen ist gar nicht so selten.
Akne kann auch erst lange nach der Pubertät auftreten. (Artem_Furman / iStockphoto)

Pickel und Mitesser sind längst nicht mehr nur ein Problem von Teenagern. Auch Erwachsene sind von Akne betroffen. Woher kommen die Unreinheiten und was hilft wirklich?

Pickel mit 14, das kennen wir alle. Spätestens Mitte 20 sollte damit aber Schluss sein. Was aber, wenn nicht? Was tun, wenn sich zu den ersten Fältchen auch noch Pickel gesellen? Dass Erwachsene mit Akne zu kämpfen haben, ist gar nicht so selten. Jede vierte Frau zwischen 25 und 45 Jahren kennt Spätakne, auch Akne tarda genannt. Wir sprechen dabei aber nicht von leichten Hautunreinheiten, die vor allem im Rahmen des weiblichen Zyklus hin und wieder vorkommen, sondern von richtiger Akne, die sich nicht bessert und im Verlauf auch bleibende Schäden wie Narben hinterlassen kann. Oft hatten Betroffene in der Pubertät keine derartigen Probleme. Diese Spätakne scheint „einfach so“ und grundlos aufzutreten. Frauen sind davon wesentlich häufiger betroffen als Männer.

+++ Mehr zum Thema: Akne +++

Anders als bei Teenagern

Anders als die jugendliche Akne, die vor allem in der T-Zone (Stirn – Nase – Kinn) auftritt, zeigen sich die Unreinheiten bei Spätakne eher im Wangen- und Halsbereich sowie rund um den Mund. Außerdem ist die Haut tendenziell trockener, bildet weniger Mitesser, dafür mehr Pickel und Entzündungen. Und nicht nur Teenager leiden psychisch unter blühender Haut, auch im Erwachsenenalter sind Pickel eine große Belastung.

Auslöser der Spätakne

Nicht immer gibt es eine einzige Ursache als Auslöser für die Entzündungen der Haut. Häufig spielen mehrere Aspekte zusammen. So kann es beispielsweise zu Hautproblemen kommen, wenn das Gleichgewicht der Sexualhormone gestört ist. Zu viele männliche Hormone führen dazu, dass die Poren schneller verstopfen – Unreinheiten sind die Folge. Auch hormonelle Veränderungen, wie das Absetzen der Pille, eine Geburt oder das Einsetzen der Wechseljahre, können negative Auswirkungen auf das Hautbild haben. Außerdem führen falsche Hautpflege, das Absetzen bestimmter Medikamente wie Antibiotika, Antidepressiva oder Kortison, Stress, genetische Veranlagung, schlechte Ernährung sowie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum oftmals zu Pickeln und Mitessern.

Ab zum Arzt!

Eine genaue Abklärung beim Hautarzt ist wichtig und stellt die Grundlage für die richtige Therapie dar. Da es dauern kann, bis die Haut wieder in einem guten Zustand ist, erfordert die Behandlung Geduld. Der Arzt kann zunächst eine topische Therapie verordnen. Dabei werden die Unreinheiten lokal mit speziellen Cremen behandelt. Diese enthalten Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge) oder Benzoylperoxid. Je nach Schweregrad der Akne können die Basistherapeutika mit antibiotischen Salben kombiniert werden. Bei regelmäßiger Anwendung sollte sich das Hautbild nach einigen Wochen bessern. Bleibt ein Therapieerfolg aus, kann der Arzt die Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten verordnen. Diese vermindern entzündungsfördernde Prozesse und die Besiedelung der Haut mit Aknebakterien.

Do’s & Don’ts:

  • Keine Produkte für jugendliche Haut verwenden. Spätakne braucht eine andere Pflege als pickelige Teenagerhaut.
  • Nicht an den „Unreinheiten“ herumdrücken, sonst bleiben Narben zurück. Daran ändert sich auch im Erwachsenenalter nichts.
  • Wechseln Sie Handtücher und Bettwäsche regelmäßig.
  • Verzichten Sie auf Fertigprodukte, Zucker und den übermäßigen Konsum von Alkohol und Milchprodukten.
  • Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich, trinken Sie viel Wasser und bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Stress wird häufig auch subjektiv von den Betroffenen als möglicher Auslöser genannt. Vermeiden Sie daher Stress, so gut es geht, und sorgen Sie für regelmäßige Entspannung.

+++ Mehr zum Thema: Psychische Folgen von Akne +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ. Prof. Dr. Ichiro Okamoto
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am:
Quellen

netdoktor Magazin März 2019
 

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